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Pflaster in Mörtel: Sven Trepte von der Firma Rasche pflastert den Eingang zur Vicotria-Passage. Die Stadt hat die Arbeiten nach Auskunft des Stadtpressesprechers Volker Müller-Ulrich beauftragt und bezahlt. - © Ulf Hanke
Pflaster in Mörtel: Sven Trepte von der Firma Rasche pflastert den Eingang zur Vicotria-Passage. Die Stadt hat die Arbeiten nach Auskunft des Stadtpressesprechers Volker Müller-Ulrich beauftragt und bezahlt. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Stinkender Müllcontainer bleibt zur Innenstadtfete in Bad Oeynhausen stehen

Der Abfall des Hohenzollernhofes soll noch 14 Tage weiter neben der Außengastronomie des italienischen Restaurants "Piazza" stehen bleiben. Trotz Hitze.

Ulf Hanke
26.06.2019 | Stand 25.06.2019, 20:56 Uhr

Bad Oeynhausen. Pizza, Pasta und zum Nachtisch einen Espresso: Das süße Leben unterm Sternenhimmel lässt sich auch in Bad Oeynhausen ganz gut genießen. Gastwirt Nino Scarcella bietet genau das mitten in der Fußgängerzone. Seit Wochen umweht seine Gäste im Außenbereich allerdings nicht nur der Duft von kaltgepresstem Olivenöl, sondern von kaltgepresstem Restmüll, der in der Sonne gärt. Ein großer Müllcontainer direkt neben den Tischen stinkt zum Himmel. Und das wohl noch 14 Tage lang. In dem Container werden die Abfälle sämtlicher Mieter des Hohenzollernhofes gesammelt. Zweimal am Tag werden die Absperrgitter zur Seite geräumt, die Plastikplane abgenommen und neuer Müll hineingeworfen. Auch der Restmüll des italienischen Restaurants landet in dem Container und gärt in der Sonne vor sich hin. "Das ist schrecklich", sagt Nino Scarcella am Telefon aus Sizilien, wo er seinen Sommerurlaub verbringt: "Ich lebe seit 40 Jahren in Deutschland und habe so etwas noch nicht erlebt." Bauarbeiten in der Viktoriastraße sind schuld Ursache für das öffentliche Mülllager in der Fußgängerzone ist die Innenstadtverschönerung. Die Viktoriastraße sollte ein neues Pflaster bekommen. Allerdings steht der Container eigentlich in einer Garage im Hohenzollernhof (Hozo), gleich neben dem Eingang zur Victoria-Passage in der Viktoriastraße und wurde bisher mit dem Gabelstapler aus der Garage zur Müllabfuhr an die Straße gefahren. Nach Auskunft von Hozo-Geschäftsführer Karl-Ludwig Meyer war das während der Bauarbeiten in der Viktoriastraße zwischen September und April jedoch nicht möglich. Die Stadt wollte den Container nach Auskunft von Stadt-Pressesprecher Volker Müller-Ulrich zunächst an der Bahnhofstraße aufbauen. Doch dann hätten die Mieter weite Wege auf sich nehmen müssen, Meyer protestierte erfolgreich: Die Herforder Straße lag näher. Auch für das italienische Restaurant. Die Stadt stellte eine Sondernutzungserlaubnis aus. Und verlängerte sie immer wieder. Wären die Pflasterarbeiten in der Viktoriastraße wie ursprünglich angekündigt im November vorm Weihnachtsmarkt fertig gewesen, wäre der Müllcontainer längst wieder in der Garage. Doch bei den Bauarbeiten zur Tiefgarageneinfahrt kam es zu Verzögerungen. Diese Einfahrt ist zwar eigentlich Privateigentum, es gehört zum Hohenzollernhof, doch die Stadt hat die Firma auch hier das Pflaster austauschen lassen. Dabei entdeckten die Arbeiter jedoch, dass sie nicht wie vorgesehen pflastern konnten. Eine Kellerdecke ragt in die Tiefgarageneinfahrt. Ein Statiker und ein Maurer mussten ran.Doch das dauerte. Gäste beschweren sich über Gestank Nach Auskunft von Stadtsprecher Müller-Ulrich war lange unklar, wer bei diesen Bauarbeiten auf privatem Grund "den Hut aufhat". Jetzt ist immerhin klar: "Wir zahlen das jetzt", sagt Müller-Ulrich. Vor Pfingsten betonierte die Firma Dittert die Einfahrt und seit Dienstag pflastert die Firma Rasche den Eingang zur Victoria-Passage.Was das alles kostet, ist noch unklar. Währenddessen brütet der Müll aber weiter in der Hitze des Sommers direkt neben der Außengastronomie. Der Unmut des Gastwirts Nino Scarcella steigt, hörbar auch übers Telefon. Er klagt über Umsatzeinbußen. Vier Tische habe er er nicht aufstellen können, berichtet er am Telefon, weil das jetzt der Müllcontainer stehe. Und natürlich beschwerten sich täglich Gäste über die unangenehmen Gerüche. 14 Tage wird der Müll wohl mindestens noch stehen bleiben. Die Zementfugen im neuen öffentlichen Pflaster der privaten Hozo-Einfahrt müssen erst aushärten. Die Pflastersteine werden - anders als in der Viktoriastraße - in Mörtel gelegt, verklebt und mit Zement verfugt. Dann hält das bombenfest. Fühestens am 8. Juli, rechnet Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich, könnte der Container also wieder in die Garage. Dann ist die Innenstadtfete gelaufen. Die steigt - wie immer - am ersten Juli-Wochenende.

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