Maria H. verschwand mit dem Blomberger Bernhard H. vor über fünf Jahren. - © Polizei
Maria H. verschwand mit dem Blomberger Bernhard H. vor über fünf Jahren. | © Polizei

Freiburg/Blomberg Fall Maria H.: Blomberger soll nach Deutschland ausgeliefert werden

Der 57-jährige Bernhard H. wurde in Sizilien festgenommen

Freiburg/Blomberg (dpa/anwi). Der nach dem jahrelangen Verschwinden der Freiburgerin Maria H. in Italien festgenommene Bernhard H. soll in Deutschland vor Gericht gestellt werden. Der Blomberger befindet sich derzeit in Haft in Italien, teilte die Polizei Freiburg am Montag mit. Die Staatsanwaltschaft Freiburg bereite derzeit einen Auslieferungsantrag vor. Nun gibt es auch weitere Details zur Festnahme des 57-Jährigen. Demnach hatten italienische Polizisten ihn bereits am Nachmittag des 6. September in Sizilien festgenommen. Die Beamten überprüften ein leerstehendes Haus, in dem sich Bernhard H. aufhielt. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass er mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wird. Bernhard H. wurde wegen Kindesentzugs und sexuellem Missbrauchs von Kindern gesucht. Bei seiner Festnahme hatte einen Rucksack mit mehreren Tausend Euro und Handys dabei. Die über fünf Jahre vermisste Maria H. aus Freiburg hatte sich in der vergangenen Woche überraschend bei ihrem Vater gemeldet und war dann von Freunden des Vaters aus Mailand nach Hause zurückgeholt worden. Maria: Bin von ihm weggelaufen Maria H. verschwand als 13-Jährige mit dem rund 40 Jahre älteren Mann und wurde von der Familie und der Polizei mehr als fünf Jahre lang gesucht. Die damalige Schülerin hatte Bernhard H. in einem Chat kennengelernt. In diesem bezeichnete sich der frühere Schatzmeister der rechtsgerichteten Partei "Die Republikaner" selbst als "Karlchen" und verschwieg zunächst sein wahres Alter, das er Maria H. erst viel später beichtete. Die beiden gingen eine Beziehung ein und flüchteten. Ihre Spur verlor sich im September 2013 in Tschechien. Kurz nachdem sie wieder nach Hause zurückgekehrt war, äußerte sich Maria H. in einem von ihrer Mutter verbreiteten Statement. Darin schrieb die heute 18-Jährige, dass sie kurz nach der Flucht vor Bernhard H. weggelaufen sei, weil sich dessen Verhalten ihr gegenüber "täglich verschlechtert" habe. Im Gespräch mit der Polizei gab Maria H. an, danach allein unterwegs gewesen zu sein und nicht zu wissen, wo sich Bernhard H. aufhalte. Strafrechtlich verantworten müsse sich Bernhard H., weil er ohne Einwilligung der Eltern mit einer Minderjährigen untergetaucht sei, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Auch wenn Maria freiwillig mitgegangen sei, stelle dies eine Straftat dar. Bei Kindesentzug drohen Angeklagten laut Strafgesetzbuch den Angaben zufolge bis zu fünf Jahre - in schweren Fällen bis zu zehn Jahre - Haft.

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