Hier geht es vorerst weiter: Der Altbau des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Volkmarsen. - © Kno-Biesdorf
Hier geht es vorerst weiter: Der Altbau des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Volkmarsen. | © Kno-Biesdorf

Volkmarsen/Warburg Geburtsstation Volkmarsen wird geprüft

Klinikwesen: Geschäftsführung erklärt gegenüber der Neuen Westfälischen, dass „mögliche Schließung aber seit langem ein Thema“ sei. Vorerst geht es hier aber weiter

Katharina Engelhardt
05.11.2018 | Stand 06.11.2018, 10:57 Uhr

Volkmarsen/Warburg. „Das Thema ist auch für unser Haus seit Jahren aktuell. Bezüglich einer finalen Entscheidung gibt es derzeit aber absolut nichts Neues", reagiert Geschäftsführer Michael Schmidt auf hartnäckige Gerüchte, das Volkmarser Krankenhaus schließe zum Jahresende seine Geburtsstation. Was langfristig mit der Geburtsstation des Hospitals passieren soll, lässt er im NW-Gespräch allerdings bewusst offen. „Weil es sehr viele Faktoren gibt, die da mit hineinspielen", so Schmidt. Dazu gehören etwa Kostenbelastungen, von der Politik geforderte Mindeststandards und immer schwieriger werdende Umstände für das medizinische Personal. Auf der anderen Seite sei man sich in Volkmarsen seiner sozialen Verantwortung „sehr, sehr bewusst", so Schmidt, dem Transparenz und „absolute Ehrlichkeit" am Herzen liege. „Sollten die Gespräche in die Richtung einer Schließung gehen, werden wir damit auch schnellstmöglich sehr offen umgehen." Alternative für Schwangere im Südkreis Knapp über 300 Geburten registrierte die Geburtsstation im laufenden Jahr. 2017 waren es 360 Babys und ein Jahr zuvor sogar 407. Auch in den Jahren zuvor rutschte die Zahl nie unter die 300er-Grenze. „Das ist nicht wenig", ordnet Schmidt ein. Aus der gesamten Region kommen die Mütter in spe, um in Volkmarsen ihr Baby auf die Welt zu bringen: aus Bad Wildungen, Beverungen, Bad Driburg, Vellmar und Lohfelden sowie aus Warburg, nachdem im dortigen Krankenhaus 2005 die gynäkologische Station geschlossen worden war. Im Klinikum in Volkmarsen arbeiten derzeit neun Beleghebammen. Beleghebammen arbeiten freiberuflich in Krankenhäusern und Geburtskliniken. Entweder in einem Schichtsystem eines Belegteams oder aber sie nutzen einen Kreißsaal, wenn eine von ihnen betreute Geburt der 1:1-Betreuung ansteht. Für die Abrechnung dieser Leistungen gelten bestimmte Regeln der gesetzlichen Krankenkassen. Schon jetzt ist der Vergütungssatz pro Geburt sehr knapp. Schwierigkeiten für Hebammen bei Versicherungen Auch die notwendige Haftpflichtversicherung ist ein Thema. Nicht nur für die Hebammen, sondern auch für die Belegärzte, die in Volkmarsen ihren Dienst verrichten. „Es gibt derzeit nur noch drei oder vier Versicherungsgesellschaften in Deutschland, die überhaupt in dem medizinischen Bereich zeichnen", erklärt Michael Schmidt. Das verteuere die Prämien derart, dass sich viele Belegärzte und Hebammen keine Versicherung leisten könnten.

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