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Kreis Höxter/Steinheim Nachhaltigkeits-Agenda: Nur noch zwei Amtszeiten bleiben bis 2030

Christian Einsiedel von der Gemeinwohlregion Kreis Höxter gibt die Ergebnisse einer Kandidaten-Umfrage im Kreis bekannt. Wo die Prioritäten in der Nachhaltigkeits-Agenda gesetzt werden.

11.09.2020 , 07:15 Uhr

Kreis Höxter/Steinheim. Noch zwei Amtszeiten bleiben den Bürgermeister-Kandidaten im Kreis Höxter, um vor Ort zur Nachhaltigkeits-Agenda 2030 der Vereinten Nationen beizutragen, sagt Christian Einsiedel von der Gemeinwohlregion Kreis Höxter. Mehr als drei Viertel von ihnen kamen der Bitte der Steinheimer Stiftung Gemeinwohl-Ökonomie nach, ihre Haltung zu diesem Thema in einem Online-Fragebogen deutlich zu machen.

Antworten kamen laut Einsiedel aus neun der zehn Kommunen im Kreis. Eine Ausnahme machte nur die Stadt Steinheim, wo Bürgermeister Carsten Torke als einziger Kandidat antritt und schriftlich auf das Nachhaltigkeitsengagement als weltweit erste Gemeinwohl-bilanzierte Stadt verwies. „Auch fast alle politischen Parteien beteiligten sich, lediglich die AfD wollte nicht teilnehmen."

Hohe bis sehr hohe Priorität für ihre Politik

Fast alle Antwortenden geben dem Thema Nachhaltigkeit hohe bis sehr hohe Priorität für ihre Politik insgesamt (im Mittel: 4,6 von 5 möglichen Punkten). Die Mehrheit dieser Antwortenden zählt die Nachhaltigkeits-Bildung (77 Prozent) und die Bekämpfung des Klimawandels (50t) zu ihren fünf wichtigsten Nachhaltigkeitszielen. Häufig in diesen Top 5 genannt werden zudem nachhaltiges Wirtschaften (45), gesundes Leben und nachhaltige Energie (je 40).

Die Bandbreite der Nennungen ist groß: Von den 17 UN-Zielen wurden lediglich Nr. 14 (Nachhaltige Nutzung der Meere) und Nr. 17 (Partnerschaft für die Ziele) nicht genannt. Auffällig sei, dass nur acht Kandidaten Ziel Nr. 11 (Nachhaltige Städte und Siedlungen) zu ihren fünf Top-Zielen zählen. Knapp ein Fünftel (18) geben an, den Erfolg ihrer Nachhaltigkeitspolitik mit einer Gemeinwohl-Bilanz auswerten zu wollen.

Transparenz und Mitentscheidung

Bei der konkreten Frage nach Transparenz und Mitentscheidung nannte sogar mehr als ein Viertel (27) die Gemeinwohl-Bilanz als hilfreiches Werkzeug. Auch wenn dabei unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, sei dies kein parteipolitisch grünes Thema: So schreibe CDU-Kandidat Kai Schöttler aus Marienmünster: „Die Städte Steinheim, Brakel und jetzt auch Willebadessen machen es vor: Eine Gemeinwohlbilanzierung kann uns helfen, nicht nur den Ist-Status abzubilden, sondern auch positive Veränderungen in regelmäßigen Abständen messbar zu machen."

Diese Ziele sind den Befragten wichtig. - © Stiftung Gemeinwohl
Diese Ziele sind den Befragten wichtig. | © Stiftung Gemeinwohl

Ähnliche Erklärungen gebe es aus fast allen politischen Lagern: So möchte auch der parteilose Bad Driburger Kandidat Wilk Spieker einen „Ratsbeschluss zur Gemeinwohlökonomie unterstützen", ebenso wie seine Mitbewerberin Martina Denkner (Die Grünen), Tatjana Lütkemeyer von der Bürger-Union Warburg und die parteilose Kandidatin Jana Katharina Reineke aus Nieheim. Auch der amtierende Höxteraner Bürgermeister Alexander Fischer plant, einen „kommunalen Gemeinwohl-Index" oder eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen.

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