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Dorina Bernsmann (l.) und Ute Delimat sind die Gesichter für die Verbraucherzentrale im Kreis Höxter. - © Burkhard Battran
Dorina Bernsmann (l.) und Ute Delimat sind die Gesichter für die Verbraucherzentrale im Kreis Höxter. | © Burkhard Battran

Kreis Höxter Kreis Höxter hat jetzt auch eine eigene Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale ist digital und mobil und kommt bei Bedarf vorbei. Die SPD hatte jahrelang dafür gekämpft.

Burkhard Battran
17.07.2021 , 15:00 Uhr

Kreis Höxter. Da passiert über zehn Jahre lang gar nichts und dann geht es plötzlich ganz schnell. Am Freitag ist die erste Verbraucherzentrale für den Kreis Höxter offiziell eröffnet worden. Bislang sind Verbraucher aus dem Kreis Höxter nach Paderborn, Kassel oder Paderborn gefahren, wenn sie Verbraucherrat gesucht haben. Das ist auch nicht weiter, als wenn man von Bad Driburg nach Beverungen, von Warburg nach Höxter oder von Steinheim nach Warburg hätte fahren müssen.

„Genau das ist immer unser großes Problem gewesen, dass wir uns zwar alle dem Wert einer Verbraucherzentrale bewusst waren, aber wir nie Einigkeit bezüglich eines Standorts herstellen konnten", sage der Sprecher der Bürgermeisterrunde im Kreis Höxter, Carsten Torke (Steinheim). Zwar hat vor allem die SPD im Kreis Höxter immer wieder die Ansiedlung einer Verbraucherzentrale gefordert, aber ebenso oft war sie damit am Nein der CDU-Mehrheit gescheitert.

Dass nun doch auf einmal alles ganz schnell ging, liegt an einem besonderen Pilotprojekt. Im Kreis Höxter hat die Verbraucherzentrale NRW als Pilotprojekt die landesweit erste digitale und mobile Verbraucherzentrale eingerichtet. „Die Verbraucherzentrale im Kreis Höxter hat keinen physischen Standort wie in Detmold oder Paderborn, sondern ist eine digitale und mobile Einrichtung, die zu den Menschen vor Ort kommt", erklärt Marle Kopf, Regionalleitung der Verbraucherzentrale NRW.

Zwei neue Mitarbeiter

Dazu wurden für den Kreis Höxter zwei Mitarbeiterinnen in einem Umfang von eineinhalb Stellen neu eingestellt. Ute Delimat (56) aus Göttingen wird als Leiterin der Verbraucherarbeit im Kreis Höxter in Vollzeit fungieren. Unterstützt wird sie von Dorina Bernsmann (24) aus Brakel, die zur Hälfte für die Verbraucherzentrale arbeitet und zur anderen Hälfte beim Kreis Höxter in der Geschäftsstelle für das Ehrenamt tätig ist.

Bürgermeistersprecher Carsten Torke (v. l.) Kreisdirektor Klaus Schumacher, Geschäftsleitung Iris van Eik, Mitarbeiterinnen Ute Delimat und Dorina Bernsmann, Regionalleiterin Marle Kopf und Landrat Michael Stickeln freuen sich über den Start der Verbraucherarbeit. - © Burkhard Battran
Bürgermeistersprecher Carsten Torke (v. l.) Kreisdirektor Klaus Schumacher, Geschäftsleitung Iris van Eik, Mitarbeiterinnen Ute Delimat und Dorina Bernsmann, Regionalleiterin Marle Kopf und Landrat Michael Stickeln freuen sich über den Start der Verbraucherarbeit. | © Burkhard Battran

Beide Mitarbeiterinnen sind studierte Medienpädagoginnen. Das Berufsbild zeigt schon, dass es nicht ihre Aufgabe sein wird, Rechtsberatung zu Kündigungsfristen von Mobilfunkverträgen oder zu Stornokosten bei Reiserücktritten zu erteilen. „Für solche Fragen haben wir ein Servicetelefon mit entsprechenden Experten, das wir extra noch einmal ausgeweitet haben", sagte Iris van Eick aus der Landesgeschäftsleitung der Verbraucherzentrale NRW.

Das Konzept

Den beiden Mitarbeiterinnen für den Kreis Höxter kommen andere Aufgaben zu. Sie sollen in den Städten und Ortschaften des Kreises besondere Infoveranstaltungen vor Ort organisieren. „Wir wollen mit Akteuren, Gruppen, Vereinen oder Institutionen vor Ort ins Gespräch kommen, schauen ob es bestimmte Themen mit besonderem Beratungsbedarf gibt und dann entsprechende Infoveranstaltungen vor Ort durchführen", erläutert Kreisleiterin Delimat.

In der zweiten Jahreshälfte soll es losgehen. Die ersten Veranstaltungen werden in Beverungen, Willebadessen und Marienmünster stattfinden. „Die Orte wurden im Losverfahren gezogen", betont Kreisdirektor Klaus Schumacher.

Die Kosten von 200.000 Euro jährlich für die Verbraucherzentrale werden zur Hälfte vom Land und vom Kreis und den Kommunen getragen. „Mit dieser Konzeption gelingt es uns, in einem landesweit einzigartigen Pilotprojekt eine bürgernahe Verbraucherberatung in einem sehr ländlich strukturierten Umfeld zu installieren, die sich auch gut in unsere sehr erfolgreiche Digitalisierungsstrategie im Kreis Höxter einfügt", betont Landrat Michael Stickeln.

Vor einem Jahr hatte der Kreistag einstimmig den Beschluss zur Umsetzung des Verbraucherzentralen-Pilotprojekts im Kreis Höxter gefasst. Die Zusage gilt zunächst für fünf Jahre. Landesgeschäftsleitung Iris van Eick: „Wir gehen aber schon mit allen Beteiligten davon aus, dass wir dieses Projekt im Kreis Höxter verstetigen werden."

Kontakt

Verbraucher, die für individuelle Fragen einen Ansprechpartner suchen, können sich telefonisch montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr an das Servicetelefon (0221) 54 22 22 11 wenden, oder per Mail ihre Fragen schriftlich an service@verbraucherzentrale.nrw richten. Weitere Infosfinden sich auf der Homepage www.verbraucherzentrale.nrw sowie auf Facebook und Twitter.

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