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Friedhelm Spieker: Der Landrat ist seit 2009 im Amt. - © Simone Flörke
Friedhelm Spieker: Der Landrat ist seit 2009 im Amt. | © Simone Flörke

Kreis Höxter Höxters Landrat Friedhelm Spieker will nicht erneut antreten

Höxteraner Landrat gibt Verzicht auf Kandidatur bei der Kommunalwahl 2020 bekannt und will sich mehr der Familie mit dem kleinen Enkelkind, der Natur und den Ehrenämtern widmen

Simone Flörke
07.11.2019 | Stand 07.11.2019, 17:31 Uhr

Kreis Höxter.Landrat Friedhelm Spieker wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht wieder für dieses oberste Amt im Kreis Höxter - Behördenleiter und Polizeichef in Personalunion - kandidieren. Das gab der 64-Jährige am Donnerstagnachmittag bekannt und erklärte sich am Abend auch den Mitgliedern des Kreistags. Als "adäquaten Nachfolger" müsse man niemanden "von außen einfliegen", sagte Spieker. "Wir haben gute Leute im Kreis - natürlich müssen sie noch von der Bevölkerung gewählt werden." Als Gründe für den Kandidaturverzicht für eine dritte Runde führte er rund ein Jahr vor Ende seiner Amtszeit (31. Oktober 2020) mehrere Gründe an. Zum einen sein Alter - "ich bin dann 65-einhalb Jahre". Zudem sei er 30 Jahre in leitender und verantwortlicher Funktion in der "kommunalen Familie" - davon gebe es in OWL und in NRW nicht allzu viele. Und Spieker will sich der Familie widmen und berichtet mit Stolz und Freude vom ersten Enkelkind, einem kleinen Jungen von derzeit einem halben Jahr, der den Opa fordere. Hochemotionaler Moment bei der Bekanntgabe Und von der Ehefrau und den beiden erwachsenen Kindern, denen er vieles von dem zurückgeben wolle, was er ihnen früher nicht habe geben können: "Zeit", sagte Spieker sichtlich bewegt mit belegter Stimme und Tränen in den Augen. Er habe nicht gedacht, dass ihn schon jetzt die Wehmut so ergreifen werde, kommentierte er diesen hochemotionalen Moment in der Pressekonferenz. Seine Tochter in Paderborn habe ihn per WhatsApp am Morgen der Bekanntgabe den Rücken gestärkt. "Ich würde es wieder so machen", erklärte der 64-Jährige zu den vergangenen zehn Jahren an der Spitze des Kreises. Denn: "Es hat richtig Spaß gemacht." Und es sei ein "erfüllender Job" gewesen - schließlich habe er das, was er getan habe, für die Familie, die Freunde, also für seine Heimatregion getan. Seine Motivation und sein Antrieb. Und es sei nur deshalb so gut und mit so viel Herzblut gegangen, weil ihn die Familie unterstützt hatte. Denn das Amt des Landrats sei zeit- und arbeitsaufwendig gleichermaßen. Zweimal war Spieker, der zuvor Bürgermeister und Stadtdirektor in Brakel gewesen war, von den Wählern zum Chef der Kreisverwaltung bestimmt worden: Am 30. August 2009 wurde er mit 59,2 Prozent der Stimmen als Landrat des Kreises Höxter gewählt und trat sein Amt am 21. Oktober 2009 an. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sprachen ihm 73,2 Prozent der Wähler ihr Vertrauen aus. Für ihn ein überwältigendes, weil in der Höhe nicht erwartetes Ergebnis: "Und ein richtiger Schub, mit aller Kraft das Amt auszuüben." Das will er bis zum letzten Tag seiner Amtszeit so halten. Als "Stimme des ländlichen Raumes", wie er sich selbst bezeichnet. 1974 Abitur am KWG in Höxter Friedhelm Spieker wurde am 27. März 1955 in Höxter geboren und ist in Brenkhausen aufgewachsen. 1974 machte er sein Abitur am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter und absolvierte nach der Wehrdienstzeit ein Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilian-Universität München, der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster und der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer mit dem Schwerpunkt Verwaltungswissenschaften. Nach dem zweiten Staatsexamen 1984 arbeitete er als junger Jurist zunächst in einer Rechtsanwaltskanzlei. Von 1985 bis 1990 war er als Amtsleiter in der Stadtverwaltung Paderborn tätig. 1990 wurde Friedhelm Spieker als Stadtdirektor nach Brakel berufen und 1999 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Nethestadt gewählt. Bei der Kommunalwahl 2004 wurde er mit großer Mehrheit seinem Amt als Bürgermeister bestätigt. Seit 2009 ist er Landrat.

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