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Kündigt Rückzug an: Bürgermeister Alexander Fischer. - © David Schellenberg
Kündigt Rückzug an: Bürgermeister Alexander Fischer. | © David Schellenberg

Höxter Höxters Bürgermeister Alexander Fischer tritt nicht wieder an

SPD-Politiker will sich beruflich umorientieren

Mathias Brüggemann
22.02.2019 | Stand 22.02.2019, 18:16 Uhr

Höxter. Bürgermeister Alexander Fischer (SPD) tritt bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr nicht wieder an. Das teilte er am Freitagmittag in einer Erklärung mit. „Ich habe lange darüber nachgedacht, ob es die richtige Entscheidung ist. Denn ich arbeite gerne in diesem Amt und habe es in all den Jahren auch mit Freude ausgeübt. Daher ist mir die Entscheidung auch nicht leicht gefallen", schreibt Fischer darin. „Da ich mich verändern möchte, um für mich persönlich eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen, habe ich mich dazu entschieden, bei den Wahlen 2020 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung zu stehen." Zuletzt war das Verhältnis zwischen Fischer und der SPD-Ratsfraktion zusehends kühler geworden. In der SPD wuchs die Unzufriedenheit mit Fischers Amtsführung. Fischer ist seit zehn Jahren Bürgermeister der Stadt Höxter. Nachdem Bürgermeister Hermann Hecker (CDU) in den Ruhestand ging, wurde Alexander Fischer 2009 mit 38,46 Prozent Stimmen zum Bürgermeister der Stadt Höxter gewählt. Damit hatte Höxter zum ersten Mal seit 1946 einen SPD-Bürgermeister. Fischer war vorher einer der stellvertretenden Bürgermeister von Höxter gewesen. 2014 wurde er mit 57,96 Prozent in einer Stichwahl, die er gegen den ehemaligen niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann gewann, wiedergewählt. "Höxter steht heute sehr gut dar" „Seit meiner Wahl im Jahr 2009 lag mein Augenmerk immer auf der Verbesserung der Attraktivität unserer Stadt. Hier haben wir in all den letzten Jahren viel erreicht", zieht Fischer als Fazit seiner Amtszeit. „Höxter steht heute sehr gut dar. Es wird investiert und gebaut. Viele Projekte konnten beziehungsweise können umgesetzt werden. Wir haben in Zeiten der Haushaltssicherung notwendige Maßnahmen gerade in den Schulen vorangebracht. Das ist ein Schwerpunkt, der mir besonders am Herzen liegt, denn Bildung ist eine wichtige kommunalpolitische Angelegenheit. Wir haben das Thema Bäder lösen können, den Marktplatz einer neuen Bebauung zugeführt und damit enorm aufgewertet. Und wir haben die Landesgartenschau in unsere Stadt geholt. Dieses sind nur einige von vielen positiven Beispielen." Es seien die Bürgerinnen und Bürger gewesen, die ihm ihr Vertrauen in zwei Legislaturperioden gegeben hätten, „ein Vertrauen, bürgernahe und menschliche Politik zu betreiben", so Fischer. „Diese Bürgernähe, dieses Miteinander habe ich gelebt und lebe sie immer noch. Ich habe mich dabei immer als eine Person gesehen, der versucht hat, auch in Ausübung seines Amtes immer Mensch zu sein. Es war und ist nach wie vor eine tolle, eine herausfordernde Zeit." Es sei aber auch oftmals eine schwere Zeit gewesen, in der schwierige Entscheidungen getroffen werden mussten. „Eine Zeit", so Fischer weiter, „in der nicht immer alles gut lief, in der Fehler gemacht wurden, auch von mir, in der wir auch innerhalb meiner Fraktion nicht immer einer Meinung zu bestimmten Themen waren oder sind". Jetzt sei der richtige Zeitpunkt Er sei der Überzeugung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei, seine Entscheidung bekanntzugeben. „Zum einen war es mir wichtig, zunächst den Haushalt für dieses Jahr beschließen zu lassen. Zum anderen möchte ich der Partei nun ausreichend Zeit geben, sich um einen persönlichen Nachfolger bemühen zu können. Dafür scheint mir ein Zeitraum von rund einem Jahr, bis der eigentliche Wahlkampf beginnen wird, ein notwendiger Zeitraum zu sein", schreibt Fischer. Er blicke mit „Stolz, Dankbarkeit und Befriedigung" auf die Jahre seiner politischen Arbeit in Höxter zurück. Fischer: „Wir haben gemeinsam viel erreicht, worauf wir stolz sein können." Bis zum Abschluss seiner Amtszeit werde er sein Amt als Bürgermeister „weiterhin mit Freude und voller Engagement" ausüben. Wie es für ihn nach der Bürgermeister-Zeit weitergeht, dazu wollte sich Fischer nicht weiter äußern. „Es gibt mehrere Optionen. Für welche ich mich entscheiden werde, steht noch nicht fest", sagte er zur NW. Gemeinsamer Kandidat von CDU und SPD möglich Sowohl CDU-Fraktionschef Stefan Berens als auch SPD-Stadtverbandsvorsitzender Hans-Josef Held schließen einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl 2020 nicht aus. „Wir brauchen jemanden, der Verwaltungserfahrung hat", sagt Held. Berens wünscht sich einen „Menschenfänger, der begeistern kann, eine gewisse Erfahrung mitbringt, und in der Lage ist, die vielen Projekte, die vor uns liegen, auf den Weg zu bringen." Berens will in dieser Frage mit der SPD Gespräche führen. „Wir brauchen für die Zukunft sichere Mehrheiten. Deshalb wäre ein gemeinsamer Kandidat die beste Lösung." Berens hofft, bis zur Sommerpause eine geeignete Person gefunden zu haben. Auch BfH-Vorsitzender Hermann Loges und UWG-Fraktionschef Hans-Georg Heiseke können sich einen gemeinsamen Kandidaten der Opposition vorstellen, wie sie gegenüber der NW betonen.

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