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Provisorium: Seit mittlerweile acht Jahren findet die Ganztagsbetreuung der Brakeler OGS auch in Containern statt. - © Alexander Graßhoff
Provisorium: Seit mittlerweile acht Jahren findet die Ganztagsbetreuung der Brakeler OGS auch in Containern statt. | © Alexander Graßhoff

Brakel OGS-Container in Brakel sollen endlich ersetzt werden

Bereits seit acht Jahren werden Container für die Offene Ganztagsbetreuung genutzt - das soll nun ein Ende haben.

Alexander Graßhoff
25.09.2019 | Stand 24.09.2019, 20:27 Uhr

Brakel. Schulcontainer - das klingt nach Provisorium und vorübergehendem Behelf. Für die Offene Ganztagsbetreuung der Brakeler Gemeinschaftsgrundschule und der Brüder-Grimm-Schule ist das seit acht Jahren Dauerzustand. Denn so lange werden dort für die ganztägige Betreuung der Kinder schon Container genutzt. Im Rat der Stadt soll nun am Donnerstag, 26. September, um 18 Uhr in einer öffentlichen Sitzung im Sitzungssaal Alte Waage über mögliche Lösungen des Raumproblems diskutiert und beraten werden. In der Ratssitzung wird Maria Komm, Leiterin der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule, den Raumbedarf für die offene Ganztagsbetreuung erklären. Außerdem sollen ein Baukonzept sowie eine grobe Kostenschätzung vorgestellt werden. "Sollte der Rat den zusätzlichen Raumbedarf akzeptieren, sollen die Bauplanungen bis zur Genehmigungsreife ausgearbeitet und Haushaltsmittel für die Baukosten im Haushaltsentwurf 2020 bereitgestellt werden", erklärt Brakels Bürgermeister Hermann Temme in der Sitzungsvorlage. Container sollten nur Provisorium sein Bereits im Jahr 2010 war durch den Rat der Stadt Brakel einstimmig beschlossen worden, dass die vorhandene Offene Ganztagsschule der Grundschulen Brakel bis zum Schuljahr 2010/2011 um eine dritte Gruppe auf insgesamt bis zu 75 Kinder erweitert wird. Da jedoch keine zusätzlichen Räumlichkeiten zur Verfügung standen, wurden Schulcontainer für zwei Unterrichts- und Betreuungsräume angemietet und aufgestellt. "Zu diesem Zeitpunkt waren die Schülerzahlen allgemein rückläufig, so dass davon ausgegangen werden konnte, dass in den nächsten Jahren nicht genutzte Klassen für die OGS zur Verfügung stehen", so Temme. Diese Entwicklung sei jedoch nicht eingetroffen. In der Folge sind die Container zur mittlerweile achtjährigen Dauerlösung geworden. Für eine derart lange Nutzungsdauer seien sie jedoch nicht ausgelegt. Hohe Energiekosten durch die Elektroheizung, Außenwände, die sehr schnell zur Schimmelbildung neigen, und wenig Schutz vor sommerlicher Hitze: Damit sind die Hauptargumente benannt, die Container als dauernde Provisorien durch adäquate Räume zu ersetzen.  "Wir sind auch heute noch dankbar für die Container" "Im Container herrscht einfach nicht so ein Klima wie in normalen Räumen", befindet Nadine Beyermann, Leiterin der OGS. "Feuchtigkeit ist ein Problem. Außerdem ist es im Sommer sehr warm und im Winter fußkalt." Die Kinder haben sich Beyermanns Eindruck nach nie an den Containern gestört. Und zu Beginn habe man sich auch sehr über die Container gefreut. "Denn so mussten wir keine Kinder abweisen. Dass kurzfristig so eine Lösung geschaffen werden konnte, war toll. Und wir sind auch heute noch dankbar für die Container." Doch die OGS werde sehr gut angenommen, und in nächster Zeit nähmen voraussichtlich noch mehr Familien das Angebot in Anspruch. Wie Hermann Temme in der Sitzungsvorlage mit Blick auf die bundespolitische Bühne notiert, sollen Eltern in Deutschland nach Plänen der Großen Koalition ab 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für ihre Kinder im Grundschulalter haben - was die Anmeldungen auch in Brakel weiter steigen lassen dürfte. "Da die Schülerzahl der OGS zur Zeit auf 100 Kinder begrenzt ist, entstehen bereits jetzt Wartelisten für einen OGS-Platz", erläutert Temme. Weil man auch im vergangen Jahr schon um die beschriebenen Faktoren wusste, seien auch im Haushalt 2019 10.000 Euro Planungskosten für die Verbesserung der Raumsituation an der OGS berücksichtigt worden. In Rücksprache mit den Verantwortlichen der OGS und Schulleiterin Komm sei ein mögliches Baukonzept entwickelt worden. "Es ist eine gute Sache, dass das Thema im Rat jetzt angegangen wird", freut sich Beyermann.

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