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Charme: Fördervereinssprecher Marcus Weiß an einer der alten Türen, daneben gibt es auch noch viele Möbelstücke aus den 50er Jahren, als die Schule gebaut wurde. - © Burkhard Battran
Charme: Fördervereinssprecher Marcus Weiß an einer der alten Türen, daneben gibt es auch noch viele Möbelstücke aus den 50er Jahren, als die Schule gebaut wurde. | © Burkhard Battran

Bad Driburg In Neuenheerse betreibt die Dorfgemeinschaft die Grundschule

Die Renovierung ist in vollem Gange

Burkhard Battran
12.08.2019 | Stand 10.08.2019, 16:51 Uhr

Bad Driburg-Neuenheerse. Der Schulhof der Grundschule Neuenheerse ist vollgeparkt, als wäre dort Elternsprechtag. Die Eltern sind auch da. Aber zum Arbeitseinsatz. „Am Wochenende waren wir hier mit 40 Leuten im Einsatz, heute sind es ein paar weniger", sagt Bauleiter Marcus Weiß (51), stellvertretender Vorsitzender des Schulträgervereins. Er ist hier zur Schule gegangen. Seine Frau ist hier zur Schule gegangen und seine Kinder auch. "Wir wollen, dass auch die künftigen Generationen der Kinder aus Neuenheerse hier zur Schule gehen können”, betont die stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Kathrin Weiß (42). 1950 wurde die Schule gebaut und nach dem letzten Schultag vor den Ferien hätte sie nach dem Willen der Stadt eigentlich geschlossen werden sollen. In der Kernstadt investiert die Stadt Bad Driburg fünf Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung ihres Grundschulstandorts. Für die Neuenheerser ist der Erhalt ihre eigenen Grundschule im Ort wichtiger. Sie haben eigenes Geld aufgetrieben. „Für die Stadt war die Schule ja ein Auslaufmodell. Da ist es verständlich, dass nicht mehr so viel in den Substanzerhalt investiert wurde, das holen wir jetzt nach", sagt der Trägervereinsvorsitzende Karl-Heinz Schwarze. 100.000 Euro vorwiegend aus Spendengeldern Für rund 100.000 Euro, die vorwiegend aus Spenden zusammengekommen sind, werden die Schultoiletten saniert, eine Mensa eingerichtet und die Klassenräume renoviert. „Das Geld ist für das Material, die Arbeit wird in Eigenleistung gemacht", betont Marcus Weiß. Zum Ferienbeginn war die formaljuristische Schlüsselübergabe. Nun ist der Dorfverein für die Schule verantwortlich. Seither wird dort kräftig gearbeitet. „Wenn es nach den Sommerferien los geht, soll man auch nach Außen sehen können, dass dies nun eine neue Schule ist", betont Fördervereinsvorstand Kathrin Weiß Schulen in privater Trägerschaft sind an sich nichts Besonderes. Zumeist sind es aber Kirchen oder professionelle Bildungsträger, die eine Privatschule betreiben. Dass ein Dorf Betreiber einer Dorfschule ist, das hat auch die Bezirksregierung überrascht. Da die Neuenheerser Dorfgemeinschaft aber alle Auflagen zum Betrieb einer sogenannten privaten Ersatzschule erfüllt, gab es keinen Grund der Grundschule St. Walburga Neuenheerse die Genehmigung zu versagen. St. Walburga ist eine Dorf-Grundschule an der tatsächlich das Dorf als Ganzes beteiligt ist. Die Hälfter aller Haushalte sind im Förderverein „Die Hälfte aller Haushalte in Neuenheerse sind bereits Mitglied im Förderverein", sagt Schwarze. Fünf Euro im Monat ist der Mindestbeitrag. Viele zahlen mehr. 45.000 Euro will der Förderverein jährlich zum Betrieb der Schule beitragen. Die Lehrer bezahlt das Land, aber für den Gebäudeunterhalt ist der Schulträger verantwortlich. St. Walburga soll langfristig als einzügige Dorfschule betrieben werden. Das Schulfprofil sieht einen gebundenen Ganztagsunterricht vor mit Mittagsverpflegung und nachmittäglicher Betreuung bis 15.30 Uhr. Das neue Schuljahr beginnt mit 20 Erstklässlern und 23 Zweitklässlern aus dem Vorjahr, als die Schule noch in städtischer Trägerschaft war, und die jetzt in die dritte Klasse der neuen privaten Schule kommen. Die werden am ersten Schultag besonders große Augen machen, was sich während der Sommerferien alles dort getan hat. Zunächst werden insgesamt sechs Lehrer an der Schule tätig sein.

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