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Stilecht mit Sombrero: Was ein echter „Amigo“ sein will, hält sich an den Dresscode. Das Zeigler-Team ist dicht dran. - © Noah Wedel
Stilecht mit Sombrero: Was ein echter „Amigo“ sein will, hält sich an den Dresscode. Das Zeigler-Team ist dicht dran. | © Noah Wedel

Rödinghausen Fans des SV Rödinghausen schaffen es in Fußball-Kultsendung

Was haben Sombreros, ein Zaubertrank und eine Wette mit dem Torjäger gemeinsam? All das findet man bei den "Amigos". Der Fanclub des SV Rödinghausen hat es jetzt auch ins Fernsehen geschafft.

Noah Wedel
03.12.2019 | Stand 03.12.2019, 13:09 Uhr

Rödinghausen. Das Studio mit Girlanden, Luftballons und einem Trikot des 1. FC Köln mit der Rückennummer 400 geschmückt eröffnete Arnd Zeigler am vergangenen Sonntagabend um 22.15 Uhr „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs". Und zum runden Geburtstag der seit 2007 ausgestrahlten Kultsendung rund um die schönste Nebensache der Welt fand sich auch der SV Rödinghausen und dessen „Amigos" wieder. Teile der 2.064 Zuschauer im Häcker Wiehenstadion machten sich am Samstag beim Heimspiel gegen den SC Verl bereits Gedanken, welcher Sender auf die glorreiche Idee gekommen sei, ein Kamerateam „aufs Dorf" zu schicken. Dabei hätte der Zeitpunkt für eine Geschichte über die „Amigos", den Fanclub des SVR, nicht besser gewählt sein können, immerhin standen sich der gastgebende SVR und der SC Verl im Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga West gegenüber. Auf der Agenda des dreiköpfigen WDR-Teams stand vor allem der Fanclub „Die Amigos", deshalb wurde der Beitrag auch mexikanisch aufgezogen: Der Aufbau der Fanutensilien, das Kuriosum, nicht ins Stadion gelassen zu werden, die Vorbereitung der Choreografie und das Verteilen der für das Derby angefertigten Klatschpappen – auf humorvolle Weise wurde die kleine Fangruppe aufs Korn genommen. Dazu das Barre-Bier als Zaubertrank, der abgeflogene Sombrero, Frauen mit Sonnenbrille und Pfeife, alles unterlegt mit einer Musik im Hintergrund, die den Beitrag amüsant anschauen lässt. Engelmann: »Das könnte teuer für die Amigos werden« Dennis Weidenbrück, Fanbeauftragter des SVR, berichtete auch von einer Wette mit Torjäger Simon Engelmann. „Er bekommt von uns für jedes mehr geschossene Tor ab 18 Saisontoren jeweils fünf Liter Bier", sagte er in dem zwei Minuten und 50-sekündigen Beitrag. Engelmann steht allerdings schon jetzt bei 17 Toren. Doch zuerst folgten die Reaktionen der SVR-Anhänger auf die vergebenen Chancen der Wiehenelf im OWL-Derby gegen Verl – und auf das Gegentor. Das war recht schnell verdaut und schnell wurde wieder angefeuert, bis die Nummer neun der Gastgeber zum 17. Mal in dieser Saison traf. „Das könnte teuer für die Amigos werden", lachte Engelmann nach der Partie. Die Jubelszenen nach seinem Tor hätten übrigens unterschiedlicher nicht ausfallen können: Die einen rissen die Arme hoch, andere grölten mit einem Bier in der Hand und einer genoss den Ausgleichstreffer still und heimlich, Fan Hermann in geschminkter Montur lieferte die Kommentare dazu. Genau das zeichnet die SVR-Fans aus. „Pico" zum Beispiel war so aus dem Häuschen, dass er kurzzeitig den Überblick über den Tabellenstand verlor („Verl hat doch einen Punkt geholt und ist jetzt drei Punkte vorn..."). „Es passt zu uns, wir sind eben locker, lustig und positiv verrückt", merkt Weidenbrück an. „Eine positive und witzige Geschichte ist das geworden", lobte er den Beitrag mit einer Quote von 3,8% in Nordrhein-Westfalen und 0,21 Millionen Zuschauern. Doch wie kam´s dazu? „Wir haben zwei Tage vorher die Anfrage erhalten, dass wir in die Sendung kommen sollen", freute sich der Fanbeauftragte. „Und wir haben es in die besondere 400. Sendung mit den Jubiläumswünschen von Jürgen Klopp, Olaf Thon und anderen geschafft." Das Zeigler-Team war übrigens nicht das erste Mal am Wiehen zu Gast. Weidenbrück erinnert sich: „Ihsan Kalkan hat gegen Rot-Weiß Essen ein witziges Eigentor geschossen. Dafür bekam er damals die Auszeichnung zum Kacktor des Monats." Einen Fehler machte Arnd Zeigler aber in seiner Jubiläumssendung: Er kündigte den Austragungsort des Spitzenspiels in Verl an – und nicht in Rödinghausen. Zu einem möglichen „Endspiel" an der Poststraße in Verl kommt es erst am 16. Mai 2020. Dann vielleicht wieder mit einem Zeigler-Team – garantiert aber mit den Rödinghauser „Amigos".

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