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Luftaufnahme vom Löhner Kaisercenter. - © Jens Reddeker
Luftaufnahme vom Löhner Kaisercenter. | © Jens Reddeker

Löhne/Herford Pärchen aus Herford stört angeblich den Hausfrieden im Löhner Kaisercenter

Der Eigentümer der Immobilie hat bereits im Jahr 2017 zwei Ex-Mitarbeiter angezeigt. Vor Gericht lassen sich die Vorwürfe jedoch nicht erhärten.

Ulf Hanke
25.05.2020 | Stand 25.05.2020, 09:37 Uhr

Löhne/Herford. Durch eine Hintertür sollen sich ein Mann und eine Frau aus Herford widerrechtlich Zutritt ins Kaisercenter verschafft haben. Der Eigentümer der Immobilie hatte den beiden Hausverbot erteilt. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat das Paar wegen Hausfriedensbruchs angeklagt. Allerdings waren beide wenige Wochen vorher noch gern gesehene Mieter im Fitnessstudio und Angestellte einer Betreibergesellschaft des Kaisercenters. Und die beiden hatten einen Schlüssel zu ihren Mieträumen.

Die Anzeige des Eigentümers liegt bereits zweieinhalb Jahre zurück. Der Verteidiger des Paares stellt das ganze als Retourkutsche des Eigentümers. Da seine Mandanten in einem Gerichtsprozess erfolgreich arbeitsrechtlich gegen das Kaisercenter vorgegangen waren.

Tatsächlich ist die Anzeige wegen Hausfriedensbruchs wenige Tage nach dem Vorfall erstattet worden. In der Zwischenzeit ist zudem viel geschehen in Löhnes größter Schrottimmobilie, die einem 78-jährigen Kaufmann aus Seelze gehört. Ermittler der Polizei haben unter anderem eine Drogenplantage in den Räumen entdeckt. Derzeit läuft noch ein Verfahren vorm Landgericht Bielefeld.

Der Eigentümer erzählt dem Gericht von dubiosen Vorgängen im Fitnessstudio

Der Kaisercenter-Eigentümer erzählte im Amtsgericht Bad Oeynhausen munter von allerlei dubiosen Vorgängen rund um das Fitnessstudio, sprach von „krummen Scheingeschäften" des Paares und bezichtigte sie des Diebstahls, der Geldunterschlagung und nebenbei auch noch des Rauschgifthandels – ohne Beweise dafür vorzulegen. Die Angeklagten quittierten die Beschuldigungen mit Kopfschütteln. Zum Vorwurf des Hausfriedensbruchs konnte der Eigentümer allerdings nichts Erhellendes beitragen.

Nach Darstellung der Angeklagten dagegen waren sie am fraglichen Samstag, 4. November 2017, gegen 20.30 Uhr im Fitnessstudio. Dort drinnen hatten sie Räume angemietet, in denen noch Computer und Fitnessgeräte standen. Weil sie von Diebstählen im Kaisercenter gehört hatten, wollten sie nach dem Rechten schauen.

Ist der Mietvertrag mit den Angeklagten gültig - oder nicht?

Der Eigentümer der Immobilie bestreitet jedoch die Rechtmäßigkeit ihres Mietvertrags. Vor Gericht ließ er sich das Original zeigen und behauptete, es handele sich um eine Fälschung. „Das muss Fake sein", sagte er mehrfach. Stempel und Unterschrift passten nicht, außerdem sei der Vertrag von einer ganz anderer Betreibergesellschaft abgeschlossen. Der Richter erklärte ihm jedoch, dass der Vertrag durchaus gelten könne, wenn ihn – wie in diesem Fall - eine vorherige Betreibergesellschaft abgeschlossen habe.

Weil sich die Vorwürfe nicht aufklären ließen, erwog der Richter, weitere Zeugen zu vernehmen oder die Sache auf sich beruhen zu lassen. Im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld und dem Verteidiger des Herforder Paares wurde das Verfahren auf Staatskosten eingestellt.

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