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Vor allem ältere Menschen haben die Betrüger im Visier. - © Gerald Dunkel
Vor allem ältere Menschen haben die Betrüger im Visier. | © Gerald Dunkel

Hiddenhauser Wie falsche Polizisten einen Hiddenhauser um 22.000 Euro bringen

Die Verbrecher arbeiten mit Schock-Nachrichten, um ihre Opfer übers Ohr zu hauen. Die Herforder Polizei hofft jetzt auf Videoaufzeichnungen.

Jobst Lüdeking
29.07.2022 | Stand 29.07.2022, 14:00 Uhr

Hiddenhausen. Anrufe, bei denen die Nummer der Polizei angezeigt wird, Berichte über angebliche Einbrüche in der Nachbarschaft, Listen mit Personen, die von Verbrechern heimgesucht werden sollen oder angebliche schwere oder tödliche Unfälle, die von nahen Angehörigen verursacht wurden. Die Kriminellen, die als sogenannte falsche Polizisten ihre Opfer um hohe Geldbeträge bringen, arbeiten mit verschiedenen Tricks und schocken ihrer Opfer mit regelrechten Horror-Nachrichten. Am Donnerstag wurde ein 63-Jähriger aus Hiddenhausen Opfer der Betrüger und büßte 22.000 Euro ein.

Wie die Tat ablief

Nach den bisherigen Ermittlungen der Kripo meldete sich gegen 14 Uhr der "falsche Polizist" mit unterdrückter Rufnummer beim Opfer und berichtete über einen Unfall, der durch seine Tochter verursacht worden sei. "Bei dem Unfall sei ein Radfahrer ums Leben gekommen. Der Hiddenhauser sollte eine Kaution bezahlen, um eine Festnahme seiner Tochter zu verhindern. Da der Geschädigte die geforderte Zahlungssumme von 75.000 Euro nicht aufbringen konnte, wurde sich auf eine Summe von 22.000 Euro geeinigt", teilte die Pressestelle der Herforder Polizei mit. "Während des Telefongespräches wurde dem Opfer die Echtheit des Vorfalls vorgespielt, indem im Gespräch kurzfristig eine weibliche Stimme als vermeintliche Tochter, sowie eine weitere männliche Person als Staatsanwalt beteiligt wurden."

So wird der Geldabholer beschrieben

Der 63-Jährige holte den Betrag gegen 16 Uhr von der Bank ab. Am Bahnhof in Bielefeld kam es dann zur Übergabe des Geldes an einen noch unbekannten Mann. Der ist laut Opfer etwa 30 bis 40 Jahre alt, hat eine schlanke Statur und ist Bartträger. Er trug ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift "Security" und eine blaue Baseball-Cap. Nach der Übergabe entfernte sich der Unbekannte in Richtung Bielefelder Innenstadt.

Polizei hofft auf Zeugen

Der Hiddenhauser bemerkte den Betrug erst an seiner Wohnanschrift, als er seine Tochter zu Hause antraf und diese an keinem Unfall beteiligt war. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und mit der Auswertung von vorhandenem Videomaterial begonnen. "Wir bitten Zeugen, die die Übergabe am Bahnhof in Bielefeld beobachtet haben und weitere Angaben zum flüchtigen Boten machen können, sich unter Tel. (05221) 8880 zu melden", so die Herforder Polizei.

Mit diesen Plakaten warnt die echte Polizei vor den Kriminellen. - © Polizei
Mit diesen Plakaten warnt die echte Polizei vor den Kriminellen. | © Polizei

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