Auszeichnungen

Mit vielen Fotos: Das sind die Herforder Vorbilder im Ehrenamt

Auch in diesem Jahr hat eine Jury sechs Vorbilder im Ehrenamt ausgewählt und für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement geehrt. Warum diese Menschen für die Demokratie unverzichtbar sind.

in einer Feierstunde im Großen Sitzungssaal des Herforder Rathaus wurden die Vorbilder im Ehrenamt für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. | © Claus Frickemeier

Claus Frickemeier
07.12.2023 | 07.12.2023, 12:00

Herford. Es herrscht eine feierliche Stimmung im Großen Sitzungssaal des Herforder Rathauses, als Bürgermeister Tim Kähler seine Gäste begrüßt. Das sind an diesem Tag nicht etwa die Ratsmitglieder, sondern Menschen, die eigentlich nie im Rampenlicht stehen, dafür aber im Hintergrund wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leisten.

„Sie leisten das, was der Staat niemals leisten kann“, richtet Kähler seine Worte an die geladenen Gäste, die als Vorbilder im Ehrenamt ausgezeichnet werden. Wie wichtig das Ehrenamt sei, stehe außer Frage.

In der Feierstunde werden die Leistungen der jeweiligen Personen durch eine kurze Laudatio vorgestellt. Anfang 2024 werden die Vorbilder dann auf einer Foto-Tafel im Rathaus mit ihren Aktivitäten ausgehängt.

Das sind die sechs ausgewählten Vorbilder und die Gründe für ihre Auswahl:

Doris Habel

Seit 17 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich im Kreisverband Herford-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes, organisiert die Blutspende als monatlich wiederkehrende Veranstaltung und darüber hinaus auch Sondertermine. Mit neuen Ideen entwickelt sie die Organisation der Blutspende immer wieder weiter. Ihre Arbeit bei der Blutspende ist geprägt durch viel persönliches Engagement und großen Einsatz. Sie hat immer ein offenes Ohr für Blutspenderinnen und Blutspender und deren Anliegen. Sie sorgt dafür, dass diese sich wohlfühlen und auch erneut zur Blutspende kommen – was heutzutage wichtiger denn je ist.

Ehrenamtsgruppe im Heinrich-Windhorst-Haus

Ohne sie wäre der Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner im Heinrich-Windhorst-Haus undenkbar. Seit 2005 kümmern sich 16 Männer und Frauen ehrenamtlich um die alten und pflegebedürftigen Menschen im Haus. Ihre Einsätze organisieren die 59- bis 81-jährigen selbst und es gibt keinen Tag, an dem niemand von ihnen vor Ort ist.

Die Männer und Frauen organisieren die Cafeteria, sie unterstützen das Sommerfest, den Tag der offenen Tür, sie lesen vor, spielen, hören zu, gehen spazieren und vieles mehr. Sie sind die „Engel“ im Heinrich-Windhorst-Haus, die sich neben den Fachkräften mit großem Engagement für das Wohlbefinden der betagten Bewohnerinnen und Bewohner einsetzen.

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Vorbilder im Ehrenamt

Als Vorbilder im Ehrenamt wurden ausgezeichnet: Gaby Banatzki, Sabine Sauerwald, Christiane Ahring, Ingrid Kuhlmann, Gero Bromund, Hannelore Zoebe-Kreis, Karin Meyer-Klostius, Helga Wulfmeyer, Wolfgang Gaede, Siglinde Wulfmeier, Manuela Kral-Ostwinkel, Ulrike Windhorst-Grell, Heidrun Richter, Wilfried Wulfmeyer, Gerald Lange und Frieda Rattenholl.

Karla Becker

Schon ihr ganzes Leben lang engagiert sich Karla Becker ehrenamtlich. In der Petrigemeinde Herford unterstützt sie unter anderem im Besuchsdienst, bei der Hospizarbeit, in der Jugendarbeit und der telefonischen Seelsorge. Karla Becker hat für alle ein offenes Ohr und packt immer mit an. Bei der Lebenshilfe kümmert sie sich vorbildlich und liebevoll um Menschen mit Behinderungen – und das schon seit den 1980er Jahren.

Außerdem bastelt sie Karten für Basare, die zugunsten des Herforder Mittagstisches verkauft werden und unterstützt diejenigen, die es nicht so leicht im Leben haben. Die Dankbarkeit, die ihr entgegengebracht wird, erfülle ihr Leben mit Freude und mache sie zu einem glücklichen Menschen, sagt sie. Ihr Glück teile sie dann wieder bedingungslos mit anderen.

Förderverein „Buch.Bar“

Der Förderverein der Stadtbibliothek „Buch.Bar“ hat ganz Herford eingeladen, sechs Wochen im Spätsommer mit dem Roman Hard Land von Benedict Wells zu verbringen. Mit seinem unglaublich vielseitigen Programm hat der Verein in einem gemeinsamen, intensiven Kraftakt eine Vielzahl von Menschen angeregt zu lesen, zuzuhören, Geheimnisse zu entdecken, zu spielen, zu tanzen oder kreativ zu sein.

Gegründet wurde der Verein 2013. Mittlerweile zählt er etwa 60 Mitglieder inklusive des neunköpfigen Organisationsteams. Sie teilen ihre Begeisterung für das Lesen und es liegt ihnen am Herzen, die Bibliothek als inspirierenden Ort der Kultur und der Begegnung zu gestalten.

Mit ihrem Engagement unterstützen sie die Stadtbibliothek in vielerlei Hinsicht, stellen eigene Projekte wie „Herford liest ein Buch“ auf die Beine, sind bei der Nacht der Bibliotheken dabei und organisieren stimmungsvolle Lesungen.

Als Vorbilder im Ehrenamt wurden ausgezeichnet: Britta Plester-Jopen, Kirsten Herold, Kathrin Wiesner, Gisela Krüger, Alexander Steinberg, Monika Egner, Susanne Drechsler, Dorothee Glück und Cäcilia Pannek

Constance von Zmuda

Schon im Kindergarten war es Constance von Zmuda sehr wichtig, alle Kinder mit einzubeziehen – ob mit Behinderungen oder ohne. Daran hat sie festgehalten und engagiert sich heute sowohl ehrenamtlich als auch hauptberuflich für Menschen mit teilweise schweren mehrfachen Behinderungen.

Sie fing als Ausflugsleiterin bei der Lebenshilfe Herford an, mittlerweile ist sie Integrationsfachkraft an einer Schule. Seit sechs Jahren organisiert die 47-Jährige verschiedene Projekte für die Lebenshilfe, wie den jährlichen Ausflug zur Osterkirmes, Besuche im Kulturwerk (früher Diskothek X) und ins Springolino. Dafür arbeitet sie eng mit Fredi Steiger und den Herforder Schaustellerinnen und Schaustellern zusammen. Etwa 50 bis 60 Menschen mit Behinderungen macht sie damit jedes Jahr eine große Freude.

Herforder Bürgerstiftung

Von Herfordern für Herforder: Das ist der Geist der Herforder Bürgerstiftung. Die 2011 gegründete Organisation unterstützte mehr als 100 Projekte in Herford. Der jährliche Bürgerbrunch, das Lesepaten-Projekt und die Schwimmförderung sind nur ein Teil davon. Sie sorgen dafür, dass alles funktioniert: der siebenköpfige Vorstand und der Stiftungsrat.

Friedrich von Hollen und Heiner Horst sind Gründungsmitglieder und Ur-Herforder. So wie ihre Stiftungskolleginnen und -kollegen wollen sie mit ihrem Engagement Gutes tun und den Herfordern dabei einfach einmal etwas zurückgeben. Seit 2013 macht die Bürgerstiftung ihnen mit ihrem Bürgerbrunch eine große Freude. Dort waren zuletzt um die 800 Menschen, die auf dem Münsterkirchplatz die Gemeinschaft feierten.

Als Vorbilder im Ehrenamt wurden für die Bürgerstiftung ausgezeichnet: Manfred Thielicke, Daniela Menke, Christian Lampart, Klaus Gieselmann, Ulf Mayer, Heiner Horst und Dieter Wulfmeyer aus dem Vorstand.