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Der 40-Tonner mitsamt Anhänger steht bereit, um die 30-stündige Fahrt an die rumänische Grenze zur Ukraine anzutreten. - © Joachim Ebmeyer
Der 40-Tonner mitsamt Anhänger steht bereit, um die 30-stündige Fahrt an die rumänische Grenze zur Ukraine anzutreten. | © Joachim Ebmeyer

Enger Große Spendenbereitschaft für die Kriegsopfer in der Ukraine

Engeraner Spenden werden an der Grenze Rumäniens zur Ukraine umgeladen und dann in der Region Cernowitz verteilt. Mehr als 20 Helferinnen und Helfer und viele Groß- und Kleinspender machen die Hilfsaktion erst möglich.

Andreas Sundermeier
14.03.2022 | Stand 18.03.2022, 13:15 Uhr

Enger. Die Engeranerinnen und Engeraner helfen gern. Und reichlich. Joachim Ebmeyer sagte am Samstag Mittag vor den Hallen am Bustedter Weg 25: "An den zwei Tagen haben wir schätzungsweise um die 400 Spenden entgegen genommen." Und: Mindestens 20 Engeraner, Nachbarn, Leute von der Freiwilligen Feuerwehr, aus den politischen Parteien, dem Fußballverein, der Landeskirchlichen Gemeinschaft und aus dem Freundeskreis aus Herford und Bielefeld hatten die Ebmeyers bei ihrer Hilfsaktion für die Ukraine unterstützt. Am Samstagnachmittag stand der 40-Tonner mitsamt Anhänger parat und wurde beladen.

In den ehemaligen Wellmannschen Hallen packten Helfer die Pakte auf Paletten. - © Andreas Sundermeier
In den ehemaligen Wellmannschen Hallen packten Helfer die Pakte auf Paletten. | © Andreas Sundermeier

Besonderer Dank geht da an die Fahrschule Schröder und Markus Heitmann. Joachim Ebmeyer: "Dorther bekommen wir den Lkw und gleich auch die Fahrer." Sie fahren den 40-Tonner mit den Hilfsgütern über Österreich und Ungarn bis nach Siret; dem größten und wichtigsten Grenzübergang von Rumänien in die Ukraine. Dort führt Christian Ebmeyer einen landwirtschaftlichen Betrieb und koordiniert gemeinsam mit seinem Mitgesellschafter, Georg von Nolcken, und dem Bürgermeister der rumänischen Stadt die Hilfe vor Ort.

Georg von Nolcken, so informiert Joachim Ebmeyer, leitet in der Ukraine die Continental Farmers Group. Ein Teil der 2.000 Mitarbeiter sei direkt in den Krieg eingebunden, die anderen helfen bei der Koordination der Hilfsgüter. Die werden vor Ort in Sprinter und kleine Transport umgeladen. Dann, so sagt Joachim Ebmeyer, sei die lokale Verteilung in der Region Cernowitz und anderer Frontstädte praktikabler. Selbst ein Kloster in der Nähe werde versorgt.

Hohe Dieselpreise und Probleme an der Grenze zu Ungarn

Zwei Probleme sieht der Engeraner Organisator: "Da ist zunächst der hohe Dieselpreis. Und dann die oft nicht besonders hilfsbereiten Leute an der ungarischen Grenze. Das könnte besser laufen." Der Transport könnte schneller abgenommen werden, da es für alle Hilfsgüter einen gemeinsamen Frachtbrief mit der klaren Destination Siret gebe. "Und zudem sind Hilfstransporte mautfrei."

Die Organisatoren derweil sind "sehr, sehr dankbar", sagt der Koordinator in der Widukindstadt, für die zahlreichen Spenden der Menschen aus Enger und Umgebung. Zudem seien auch um die 10.000 Euro - Stand Samstag Mittag - eingegangen. "Davon kaufen wir hauptsächlich Lebensmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Verbandsmaterial."

Viele helfende Hände machten es am Samstagmittag möglich, dass die zahlreichen Spenden schnell und korrekt verpackt waren und bald ihren Weg in die Ukraine antraten. - © Andreas Sundermeier
Viele helfende Hände machten es am Samstagmittag möglich, dass die zahlreichen Spenden schnell und korrekt verpackt waren und bald ihren Weg in die Ukraine antraten. | © Andreas Sundermeier

Und genau über diese Spenden und natürlich neuwertige warme Kleidung freuen sich die zahlreichen Helfer sehr. Die verpacken sie in die 1.000 von Wellteam Schöneberg aus Herford gespendeten handlichen und besonders gut stapelbaren Kartons. "Das hilft uns sehr." Zwischengelagert werden die im vom Inhaber Andreas Menke, zur Verfügung gestellten ehemaligen Wellmann-Hallen. Und die Firma Schlafmond aus Herford habe 100 Kissen und Bettdecken gespendet. Auch die Firma Strautmann aus Bad Laer leistete großzügige Spenden. "Klasse. Danke dafür."

Helfer vor Ort arbeiten fleißig und sehr gerne

Joachim Ebmeyer, auch als ehemaliger CDU-Bundestagskandidat gut in der Region vernetzt, sagt, dass er seine zahlreichen Kontakte genutzt habe, um Hilfe und Spenden zu organisieren. Selbstverständlich habe er sich auch an die örtliche Apothekerschaft gewandt: "Doch die spenden dankenswerterweise schon über ihren Großhandel."

Joachim Ebmeyer zeigt, was für die Menschen in der Ukraine besonders wichtig ist: haltbare Lebensmittel in leicht zu öffnenden Dosen, Verbandsmaterial und Medizin. - © Andreas Sundermeier
Joachim Ebmeyer zeigt, was für die Menschen in der Ukraine besonders wichtig ist: haltbare Lebensmittel in leicht zu öffnenden Dosen, Verbandsmaterial und Medizin. | © Andreas Sundermeier

Ganz besonders wichtig seinen aber auch die Helfer vor Ort: Joachim Weber sagt: "Ich bin gefragt worden und natürlich helfe ich gern. Die Not ist ja hinreichend sichtbar." Annette Aßbrock erkennt: "Ich finde, das ist hier eine ganz tolle Angelegenheit. Hier weiß ich, dass die Hilfe auch ankommt." Daniel Stadel erklärt: "Hier zu helfen, das ist noch mal etwas ganz anderes, als nur Geld zu spenden. Hier ist man persönlicher dabei." Und er freut sich ganz besonders über die Flexibilität einiger Spender: "Als die ihre Kartons abgegeben hatten, fragten sie, ob sie noch helfen können. Und waren dann noch hier eine Stunde dabei und nahmen ihrerseits Spenden an. "

Nächste Sammelaktion am nächsten Wochenende

Die nächste Sammelaktion an den ehemaligen Wellmann-Hallen am Buststedter Weg 25 in Enger läuft am kommenden Freitag und Samstag, 18. und 19. März: freitags von 14 bis 18 und samstags von 9 bis 13 Uhr. Joachim Ebmeyer freut auf Aktive: "Freiwillige Helfer beim Sortieren und Packen können sich sehr gerne unter Tel.: 0160-3 72 76 70 oder unter ukrainehilfe@ebmeyer.com.de bei mir melden."

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