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Manfred Vielhauer (v.l.), Helga Kuhlemeier, Emma (10), Klaus Wöhler, Marcel (9), René Rakowski, Julius Schüler und Patrick (9) freuen sich über die neue Station für Zetis. - © Eric Pielsticker
Manfred Vielhauer (v.l.), Helga Kuhlemeier, Emma (10), Klaus Wöhler, Marcel (9), René Rakowski, Julius Schüler und Patrick (9) freuen sich über die neue Station für Zetis. | © Eric Pielsticker

Enger Das Vermächtnis eines weltweit bekannten Funkamateurs lebt in Enger weiter

Verein aus der Widukindstadt bekommt zahlreiche technische Geräte von der Witwe Klaus Kuhlemeiers gespendet. Eine Sendeempfänger, ein Oszilloskop, ein HF-Analysator sowie viele weitere Bastelmaterialien stehen bald in Westerenger

Eric Pielsticker
25.09.2019 | Stand 24.09.2019, 19:42 Uhr

Enger-Westerenger. Der Verein Zetis aus Westerenger hat einen guten Grund zur Freude, denn jetzt bekamen die technisch Interessierten des Vereins eine großzügige Spende. Helga Kuhlemeier überreichte dem Zentrum für Elektronik, Telekommunikation und Informationstechnik in Schule und Freizeit eine Station für den Amateurfunk mit weiterem Zubehör. Die Station hatte ihrem Mann Klaus Kuhlemeier gehört. Klaus Kuhlemeier war bei den Amateurfunkern weltbekannt und hat zahlreiche Allzeit-Rekorde im Wettbewerbsfunken gebrochen. Dabei geht es darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Verbindungen herzustellen, gleichzeitig aber auch genau zu sein. Außerdem hat er mit allen 5 Funk-Bändern alle 40 Funkzonen auf der Welt erreicht. Sein Lebenswerk ist beeindruckend: Er hatte den größten Amateurfunk-Antennenmast Europas gebaut, den drittgrößten weltweit. Insgesamt wog der Stahl 1,2 Tonnen und am höchsten Punkt war er 50 Meter hoch. Sturmtief zerstörgte Kuhlemeiers Lebenswerk Doch dann zerstörte das Sturmtief Friederike Kuhlemeiers Lebenswerk. Der Wind hatte den massiven Stahl völlig verbogen, zwei Masten waren umgeknickt und ein Schaden im sechsstelligen Euro-Bereich war die Folge. Nach dem Tod von Klaus Kuhlemeier blieb seiner Ehefrau die umfangreiche technische Amateurfunk-Ausstattung. Helga Kuhlemeier bekam durch die Funkerszene und Klaus Wöhler, selbst Amateurfunker, Kontakt zu dem begeisterten Funker Manfred Vielhauer, Vorsitzender des Vereins Zetis. Und es entstand die Idee, die technische Ausstattung dem Verein Zetis zur Verfügung zu stellen. Zetis ist ein Verein, der Jugendliche an die Naturwissenschaft heranführt. In dem Verein geht es auch um das Amateurfunken und darum, sich weltweit zu vernetzen. Neben dem Naturwissenschaftlichen steht bei dem Verein besonders auch der soziale und integrative sowie interkulturelle Aspekt im Vordergrund. "Es fühlt sich für mich an wie im Märchen" „Es fühlt sich für mich an wie im Märchen. Wir sind einfach unheimlich dankbar und richtig begeistert von dieser Geschichte", sagt Vielhauer. „Es wäre auch im Interesse meines Mannes gewesen, dass diese Ausstattung an junge Leute weitergegeben wird, und dass das Amateurfunken fortlebt", erklärt Helga Kuhlemeier. „Ich bin auch sehr froh, dass mein Mann hier so gewürdigt wurde", fährt sie fort. Wichtig sei für sie zudem, dass die Geräte gut und mit der notwendigen Vorsicht verwendet werden. Klaus Wöhler sagte in Richtung der Jugendlichen: „Klaus Kuhlemeier ist auch für die ein Vorbild gewesen. Auch wenn er mal hingefallen ist, danach hat er sich aufgerafft und sofort weiter gemacht und genau das gilt auch für euch." Es sei auch für ihn nicht immer leicht gewesen, aber er habe sich den Erfolg schrittweise erarbeitet. Spitzentechnologie in Westerenger Die Technik für den Verein sei immer noch up-to-date und „Spitzentechnologie", erklärt Vielhauer. Dazu gehören ein Sendeempfänger, ein Oszilloskop, ein HF-Analysator sowie viele weitere Bastelmaterialien. Verwendet wird die Technik dann für das Amateurfunken in dem neuen Vereinszentrum. „Wir wollen bis Weihnachten mit der Neugestaltung fertig sein. Es ist wirklich klasse, wie sich dann in kurzer Zeit hier alles so klasse entwickelt hat", sagt Vielhauer.

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