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In Bielefeld sind E-Scooter schon verbreitet. In Bünde sind die Tretroller noch rar. - © Stefan Becker
In Bielefeld sind E-Scooter schon verbreitet. In Bünde sind die Tretroller noch rar. | © Stefan Becker

Bünde E-Scooter sind in Bünde noch rar

Der Trend des Tretrollers mit Elektroantrieb ist bisher nur in großen Städten ein Hit. Die Bünder verlassen sich noch eher auf das Fahrrad.

Louisa Kohnert
15.08.2019 | Stand 15.08.2019, 16:07 Uhr

Bünde. Der E-Scooter ist ein weiterer Schritt in Richtung Elektromobilität. Und in Großstädten wird der Tretroller mit dem Extra-Antrieb bereits angenommen. In Bielefeld düsen die ersten Tretroller dieser Art mit Elektroantrieb durch die Stadt, dort stehen 400 Stück zur Ausleihe bereit. Doch wie sieht’s in Bünde aus? Die Neue Westfälische hat nachgefragt. Und der Tenor: In Bünde ist dieser Trend noch nicht wirklich angekommen und die Bürger setzen noch immer eher auf das altbekannte Fahrrad. Rolf Overlack, Pressesprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Bünde, sagt: „Uns fällt es bisher noch nicht auf." Trotzdem schaut der Verein schon jetzt in die Zukunft und macht sich über die Auswirkungen des Trends Gedanken. „Wir befürchten, dass die Infrastruktur nicht ausreichen wird, wenn die E-Roller mehr werden. Wenn sich auf dem Elsedamm zwei Fahrräder entgegenkommen, ist es jetzt schon eng und unsere mittel- bis langfristige Forderung wäre, dass die Radwege ausgebaut werden." Nicht nur für E-Scooter, sondern auch für Fahrräder, die in Bünde wieder mehr gefahren werden, und mit mehr und breiteren Radwegen seien auch die E-Scooter kein Problem. "Hatten mit mehr Interesse gerechnet, aber die Nachfrage war bisher nicht da" „Solange die ordentlich abgestellt werden und nicht unter Alkoholeinfluss gefahren werden – das sind ja viele Befürchtungen – ist das alles in Ordnung. Im Augenblick liegt das Problem aber eher in den Großstädten. In Bünde habe ich noch keinen gesehen, aber ich glaube, das kommt auf uns zu und dann müssen die Kommunen reagieren", meint Rolf Overlack. So ganz erreicht hat der Trend Bünde also noch nicht. Das bestätigt auch Stephanie Sieveking vom Fahrradgeschäft Bike-Team Blöte an der Herforder Straße in Hiddenhausen. „Wir hatten eigentlich mit mehr Interesse gerechnet, aber die Nachfrage war bisher einfach noch nicht da", erklärt sie. Bei der kommenden Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen vom 4. bis 7. September will man sich umsehen. Sollten E-Scooter auch dort stark beworben werden und die Nachfrage im eigenen Geschäft ansteigen, würde man darüber nachdenken, die Roller ins Programm zu nehmen. „Bisher war es aber noch kein Thema für uns, weil es zu unserem Kundenstamm nicht passte." Die mangelnde Nachfrage erfährt auch das Zweiradhaus Westerfeld an der Borriesstraße in Bünde, das bereits seit mehreren Monaten E-Scooter im Verkauf hat. „Die laufen leider nicht so gut", erklärt Klaus Westerfeld. Von den vier E-Scootern, die er vor drei Monaten ausstellte, ist erst einer verkauft worden. „Das ist eigentlich zu wenig, aber wahrscheinlich ist das in großen Städten einfach interessanter." Dort könne man die Roller mit Hilfe von Apps flexibel mieten und wieder abstellen, in Bünde sei der Bedarf wohl einfach noch nicht groß genug. Für viele Kunden spielt der Preis eine große Rolle Neben Westerfeld ist die Bike-Arena Benneker in Hiddenhausen ein weiteres Fahrradgeschäft in der Bünder Umgebung, das die elektronischen Tretroller überhaupt anbietet, und auch hier läuft der Verkauf schleppend. „Wir haben von fünf Rollern drei verkauft, aber bei uns war das auch noch kein Thema. Es wird selten danach angefragt, wenige testen die auch mal, aber in unserer Gegend sind weder Nachfrage noch Angebot besonders hoch." Darüber hinaus spiele für viele Kunden auch der Preis der E-Scooter eine nicht zu unterschätzende Rolle. 1.499 und 2.499 Euro kosten beispielsweise zwei Modelle, die Westerfeld im Angebot hat. „Wir setzen viel auf E-Bikes und da müssen viele Kunden beim Preis schon schlucken. Dann stellt sich natürlich die Frage, ob so viel Geld wirklich für einen Roller ausgegeben wird", betont auch Stefanie Sieveking. In der nahen Zukunft wird man auf dem Else-Radweg in Bünde also wohl weiterhin überwiegend Fahrräder statt E-Scooter sehen.

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