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Nur für Radfahrer: Einen Schutzstreifen wie diesen wird es auf einem Teilstück der Helleforthstraße geben, nicht aber auf der Holter Straße. - © Marion Pokorra-Brockschmidt
Nur für Radfahrer: Einen Schutzstreifen wie diesen wird es auf einem Teilstück der Helleforthstraße geben, nicht aber auf der Holter Straße. | © Marion Pokorra-Brockschmidt

Schloß Holte-Stukenbrock Stadt SHS geht auf Bürgerwünsche ein

Es geht um Fahrradschutzstreifen, Straßenausbau und Verkehrsberuhigung. Letztere wollen viele Stukenbrock-Senner zur Überraschung von Politik und Verwaltung nun doch nicht mehr

Sabine Kubendorff
04.07.2019 | Stand 04.07.2019, 19:12 Uhr

Schloß Holte-Stukenbrock. Es tut sich was auf den Straßen in SHS. Und zwar folgendes: HELLEFORTHSTRASSE Zwischen Tenge-Rietberg-Straße und St.-Michael-Straße wird nun wohl doch ein Radweg gebaut. Das war bislang in den Plänen zum Ausbau der Helleforthstraße nicht vorgesehen, sondern nur ein Schutzstreifen für Radler auf der Fahrbahn. Das fanden Anwohner nicht so prickelnd, weshalb sie sich an die CDU-Mehrheitsfraktion gewendet haben. Die wiederum suchte das Gespräch mit dem Straßenplaner, der die neue Lösung fand. Die wird nun beides vorsehen: Schutzstreifen und Radweg. So soll schnellen Radfahrern und Radlern, die sich abseits der Fahrbahn sicherer fühlen, gleichermaßen gerecht werden. Der Planer wird sein Konzept demnächst im Ordnungsausschuss vorstellen. HOLTER STRASSE Der Schutzstreifen auf der Helleforthstraße könnte als Test dafür gelten, wie Verkehrsteilnehmer damit umzugehen wissen. Einen solchen Test hatte sich vor eineinhalb Jahren zum Beispiel CDU-Ratsherr Christian Hayk gewünscht. Damals war der ursprüngliche Beschluss des Ordnungsausschusses, auf der Holter Straße zwischen Hallenbad und Bahnhofstraße einen Fahrradschutzstreifen auf die Fahrbahn zu pinseln, vom Stadtrat wieder rückgängig gemacht worden. Zu gefährlich, meinte die Mehrheit, allen voran CDU-Ratsherr Stefan Burckardt. An dieser Meinung hat sich nichts geändert, wie jetzt im Ordnungsausschuss deutlich wurde. Dem hatte die Stadtverwaltung den Vorschlag unterbreitet, einen Fahrradschutzstreifen auf der Holter Straße zwischen Lüchtenstraße und Birkenweg einzurichten, zusätzlich zum bestehenden Rad/Gehweg. Dass das eine gute Idee sei, fanden aber nur die Grünen Heike Boeckhaus und Patrick Schweinforth sowie CDU-Ratsherr Maik Dück. Es meldete sich wieder Stefan Burckardt zu Wort, diesmal als Vorsitzender des Ordnungsausschusses. Er wohnt an der Holter Straße. "Ich kenne die Situation mehr als gut." Deshalb und weil auf der Holter Straße täglich etwa 11.000 Fahrzeuge unterwegs sind, sprach er sich mit für ihn eher ungewohnter Vehemenz gegen den Fahrradschutzstreifen aus. Dem schloss sich die Mehrheit an. SENNER STRASSE Der bereits seit drei Jahren geplante Ausbau der Senner Straße in Stukenbrock-Senne wird überraschend zurückgestellt. Weil betroffene Anlieger weder die Notwendigkeit sehen noch dafür bezahlen wollen und auch den Sinn von Querungshilfen anzweifeln, wie sich bei einer Bürgerversammlung herausgestellt hat. Das war insofern verblüffend, als dass sich die Ortsgemeinschaft Stukenbrock-Senne ausdrücklich für zwei Querungshilfen als Tempobremsen ausgesprochen hatte, als es um die Planung des Ausbaus ging. Die liegt übrigens in den Händen des Kreises Gütersloh, der auch die Kosten für die neuen Fahrbahnen übernimmt, nicht aber für die Querungshilfe und die Bürgersteige. An den Kosten für Letztere müssten sich die Anlieger beteiligen, zurzeit mit 7,50 Euro pro Quadratmeter. Diese Summe könnte schon bald geringer ausfallen, da aktuell das Kommunalabgabengesetz (KAG) überarbeitet wird. Bis das abgeschlossen ist, wird das Projekt "Senner Straße" zurückgestellt. Das hat der Ordnungsausschuss beschlossen in der Hoffnung, dass geringere Quadratmeter-Beiträge die Anlieger milder stimmen. Sollte das nicht der Fall sein, will man aber offensichtlich nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entscheiden. "Wenn der Bürger es nicht möchte, sollten wir es auch lassen", sagte beispielsweise Olaf Pretel, sachkundiger Bürger der FDP. CDU-Fraktionssprecher Lars Pankoke erklärte, seine Fraktion halte die Straßenplanung zwar für schlüssig, aber "wir tun uns schwer, gegen die Bürger abzustimmen". GERKENS HOF Die Bewohner des Baugebietes "Gerkens Hof" wünschen sich auf Straßen vor ihrer Haustür Einschnürungen zur Temporeduzierung und farbiges Pflaster für Einmündungsbereiche. Das war auf einer Bürgerversammlung deutlich geworden. Der Ordnungsausschuss erfüllte die Wünsche gerne.

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