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Aktienhandel im Fokus: Die Finanzaufsicht BaFin hat bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Anzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit Gerry-Weber-Aktien gestellt. - © Nicole Donath
Aktienhandel im Fokus: Die Finanzaufsicht BaFin hat bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Anzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit Gerry-Weber-Aktien gestellt. | © Nicole Donath

Halle Gerry Weber: Anzeige wegen Verdachts auf Insiderhandel

Nach auffälligen Kursbewegungen im September 2018 und im Januar 2019 hatte die Finanzaufsicht ermittelt. Jetzt ist die Staatsanwaltschaft am Zug

Nicole Donath
25.09.2019 | Stand 25.09.2019, 20:22 Uhr

Halle/Braunschweig. Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Anzeige wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit Gerry-Weber-Aktien gestellt. Das bestätigte am Mittwochmittag eine Sprecherin der BaFin auf Anfrage unserer Zeitung. Die BaFin hatte bei dem Modekonzern Gerry Weber am 21. September 2018 und im Januar 2019 auffällige Kursbewegungen festgestellt. So waren in der Xetra-Schlussauktion am 21. September mehr als 600.000 Gerry-Weber-Papiere gehandelt worden – das sind rund 95 Prozent des Tagesumsatzes. Gerry Weber im Insolvenzverfahren Nur kurze Zeit später berichtete der Branchendienst debtwire, dass das Unternehmen ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben habe. In einer Pflichtmitteilung bestätigte Gerry Weber den Bericht vier Stunden später. Am Freitag, 25. Januar 2019, hatte Gerry Weber dann bekannt gegeben, das Unternehmen befinde sich im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Bereits am Vortag, also am 24. Januar, war der Aktienkurs jedoch schon massiv eingebrochen. Während sich für die Kursbewegungen im September keine konkreten Anhaltspunkte auf Insiderhandel ergeben haben, wurde mit Blick auf die Aktienverkäufe kurz vor der Insolvenzmeldung sehr wohl Anzeige erstattet - und zwar noch im Januar. Gegen vier Beschuldigte wird ermittelt Aktuell wird gegen vier Beschuldigte ermittelt. Zu deren Personalien werden aus Gründen des Persönlichkeitsrechts und der Unschuldsvermutung keine weiteren Angaben gemacht. Gegen Mitglieder der Familie der Firmengründer werde nicht ermittelt, bestätigt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Es haben bereits Mitte August Durchsuchungen an den Wohnstätten der Beschuldigten stattgefunden. Dabei wurde Beweismaterial sichergestellt, das momentan ausgewertet wird. Die Ermittlungen werden laut Staatsanwaltschaft noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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