Der Industriezucker-Verzicht hat für NW-Volontär Peter Heidbrink keine religiösen Gründe. Trotzdem will er wissen, worum es Christen ursprünglich in der Fastenzeit geht. - © Peter Heidbrink
Der Industriezucker-Verzicht hat für NW-Volontär Peter Heidbrink keine religiösen Gründe. Trotzdem will er wissen, worum es Christen ursprünglich in der Fastenzeit geht. | © Peter Heidbrink

NW Plus Logo Gütersloh 40 Tage Verzicht im Selbstversuch: Worum geht es beim Fasten ursprünglich?

Das Fasten-Experiment (2): Seit Aschermittwoch verzichtet NW-Volontär Peter Heidbrink auf Industriezucker - und ist überrascht. Mit einem Vikar spricht er über die Bedeutung des Fastens für Christen.

Peter Heidbrink

Gütersloh. Mein Selbstversuch läuft: 40 Tage ohne Industriezucker. Zwar habe ich mir die Fastenzeit zum Anlass genommen, mein Experiment mache ich aber nicht aus religiöser Motivation. Vielmehr spielt bei dieser modernen Variante des Fastens der gesundheitliche Aspekt und wie mein Körper auf den Industriezucker-Verzicht reagiert eine Rolle für mich. Nichtsdestotrotz möchte ich wissen, worum es Christen in der Fastenzeit eigentlich geht.

„Vorbild für die 40-tägige Fastenzeit ist das 40-tägige Fasten Jesu. Er hat sich 40 Tage lang in der Wüste aufgehalten und gefastet, um sich auf sein öffentliches Wirken vorzubereiten“, erklärt Vikar Markus Henke von der katholischen Kirche im Pastoralen Raum Gütersloh. Jesus habe sich in dieser Zeit nicht mit Essen und Trinken auseinandergesetzt, sondern stattdessen mit Gott gesprochen. „Das ist natürlich eines der Ziele beim christlichen Fasten: Dass man bewusst auf etwas verzichtet, mehr Zeit hat für Gott, in der heiligen Schrift liest, über Gott nachdenkt, Meditationsübungen macht“, so Henke. Anders als beim modernen Fasten hat der Verzicht also keine gesundheitliche Bedeutung, sondern soll vielmehr die Beziehung zu Gott stärken.

Henke selbst habe sich in der Fastenzeit, solange er denken könne, das Ziel gesetzt, auf Alkohol zu verzichten. Und sich auch mehr Zeit für Gebete und Meditationen zu nehmen. Ein Aspekt, der beim christlichen Fasten ebenfalls eine Rolle spielt, seien Almosen. „Wer in der Fastenzeit beispielsweise auf Alkohol verzichtet, kann das Geld, das er für Bier oder Wein ausgegeben hätte, spenden“, so Henke. In der aktuellen Lage könne zum Beispiel den Menschen in der Ukraine mit einer solchen Spende geholfen werden, regt er an.

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