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Eine Wacholderdrossel ziert den aktuellen Titel des Jahrbuches, auch um seltener werdende Vogelarten geht es in der neuen Ausgabe. - © Pixabay/Symbolbild
Eine Wacholderdrossel ziert den aktuellen Titel des Jahrbuches, auch um seltener werdende Vogelarten geht es in der neuen Ausgabe. | © Pixabay/Symbolbild

Kreis Gütersloh Neues Jahrbuch lüftet Geheimnis um kuriose Familiennamen im Kreis Gütersloh

Ob Hemkentokrax, Dreismickenbecker oder Jakobtorweihen, das neue Heimatjahrbuch für den Kreis Gütersloh geht kuriosen Nachnamen auf den Grund. Und auch die Wacholderdrossel und vieles mehr ist Thema.

Anja Hustert
02.12.2019 | Stand 02.12.2019, 15:18 Uhr

Kreis Gütersloh. Kein Zweifel: „Ottovordemgentschenfelde" ist der längste deutsche Familienname ohne Leerzeichen und Bindestrich. Und er ist im Kreis Gütersloh nichts Ungewöhnliches. Ebenso wie Hemkentokrax, Dreismickenbecker und Jakobtorweihen. Wie es zu diesen Namens-Ungetümen kommt, das erläutert Martin Borner im neuen Jahrbuch des Kreises Gütersloh, das jetzt in den Buchhandlungen zu finden ist.

Kreis Gütersloh. Kein Zweifel: „Ottovordemgentschenfelde" ist der längste deutsche Familienname ohne Leerzeichen und Bindestrich. Und er ist im Kreis Gütersloh nichts Ungewöhnliches. Ebenso wie Hemkentokrax, Dreismickenbecker und Jakobtorweihen. Wie es zu diesen Namens-Ungetümen kommt, das erläutert Martin Borner im neuen Jahrbuch des Kreises Gütersloh, das jetzt in den Buchhandlungen zu finden ist. „Es gibt viele Möglichkeiten, sich über den Kreis Gütersloh schlau zu machen", meint Landrat Sven-Georg Adenauer. „Aber hier wird uns anschaulich vor Augen gebracht, wie vielfältig wir sind", sagt er und blättert in dem 224 Seiten umfassenden Jahresband. Das Kreisheimatjahrbuch – inzwischen in seinem 37. Jahrgang – biete die Möglichkeit, Kreisidentität herzustellen. „Es ist ja auch das einzige Printmedium, das den gesamten Kreis umfasst, von Rietberg bis Borgholzhausen", sagt Kreisheimatpfleger Martin Maschke. 25 Jahre Spexarder Bauernhaus 26 Einzelbeiträge über den Kreis Gütersloh sind in dem Buch für 2020 zu finden. „Gleich mehrere Beiträge befassen sich mit ehrenamtlichem Engagement", lobt der Landrat. Da geht es in einem Artikel um das Spexarder Bauernhaus, das seit 25 Jahren zentraler Treffpunkt für das kulturelle Leben in dem Gütersloher Ortsteil ist – mit jährlich 400 Veranstaltungen und 20.000 Besuchern. Oder die Geschichte über den Dorfladen in Häger, in dem die Bewohner des Wertheraner Ortsteils aus der Not eine Tugend gemacht haben: Als der letzte Tante-Emma-Laden geschlossen und der Bäcker keinen Nachfolger fand, schufen sie einen neuen Treff- und Nahversorgungspunkt im Ort. Das Verschwinden der heimischen Vogelarten Ein weiterer Schwerpunkt, den der Kreisarchivar und Heimatjahrbuch Chefredakteur Ralf Othengrafen hervorhebt, ist Natur und Umwelt. Bereits auf dem Titel ist ein farbenfrohes Bild einer Wacholderdrossel zu sehen. „Heinrich Kleinemenke hat über 30 Jahre die im Kreis beheimateten Vogelarten beobachtet und ihre Veränderungen dokumentiert", so Othengrafen. Er persönlich freut sich auch über die Artikel über das neue Kreisarchiv. Künstlerisch geht es unter anderem nach Borgholzhausen – zum Künstlerkollektiv Dauntaun. „Von den 41 im Kreiskunstverein gelisteten Künstlern leben derzeit 15 in Borgholzhausen", sagt Othengrafen. Frauenwahlrecht im Amt Verl Historisches darf im Jahrbuch ebenfalls nicht fehlen – dort erinnert die Verler Archivarin Annette Huss an das „Frauenwahlrecht im Amt Verl 1919". „Da kann man das ganze Jahr drin lesen", findet Verleger Friedrich Flöttmann, dessen Lieblingsstück im Jahrbuch der Artikel über das Benageln von Kriegswahrzeichen im Ersten Weltkrieg ist. Der Flöttmann-Verlag gibt das Jahrbuch mit einer Auflage von 3.000 Stück heraus. Etwa die Hälfte wird zum Preis von 13,10 Euro frei verkauft – die andere Hälfte nehmen der Kreis, die Kommunen und unterstützende Vereine ab.

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