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Möchten helfen: Ärztin Anja vom Orde (von links), Amelie Strank, Almuth Duensing, Leiterin von Pro Familia Gütersloh und Marieke Reimer. - © Oliver Herold
Möchten helfen: Ärztin Anja vom Orde (von links), Amelie Strank, Almuth Duensing, Leiterin von Pro Familia Gütersloh und Marieke Reimer. | © Oliver Herold

Gütersloh In Gütersloh fehlen Orte zum Stillen

Anlässlich der Weltstillwoche möchte Pro Familia jungen Müttern Möglichkeiten schaffen, damit sie ihren Kindern in der Öffentlichkeit die Brust geben können. Denn das sei zunehmend schwierig geworden.

Oliver Herold
01.10.2019 , 08:00 Uhr

Gütersloh. Frauen, die ihre Kinder in der Öffentlichkeit stillen, müssen seit einiger Zeit zunehmend böse Blicke, Anfeindungen oder doofe Bemerkungen ertragen. Darauf macht die Gütersloher Beratungsstelle von Pro Familia aufmerksam – und möchte das ändern: Passend zur momentan stattfindenden Weltstillwoche will der Verein in Gütersloh stillfreundliche Orte in der Öffentlichkeit einrichten. Entsprechende Lokalitäten werden derzeit gesucht.

Noch vor 20, 25 Jahren sei es völlig normal gewesen, dass Mütter ihre Kinder ohne Probleme in der Öffentlichkeit gestillt haben, berichtet die Gütersloher Pro-Familia-Chefin Almuth Duensing. Sie selbst habe damals nie Probleme gehabt, doch das habe sich geändert. „Wir beobachten einen gesellschaftlichen Trend, der besagt, dass Stillen wieder ins Verborgene gehört."

Mütter sollen leichter Orte finden, an denen sie stillen können

Mit der Aktion, die passenderweise den Namen „proST" für „pro Stillen" trägt, soll erreicht werden, dass Mütter fortan leichter Orte finden, wo sie zuverlässig und in Ruhe ihr Kind stillen können. Bisher sei das in Gütersloh nämlich nicht ohne weiteres möglich, so Duensing. Selbst an öffentlichen Orten wie im Rathaus oder Kreishaus gebe es keine entsprechenden Möglichkeiten.

Daher sucht Pro Familia nun stillfreundliche Orte, die dann mit einem Sticker am Eingang gekennzeichnet und mit einer Urkunde ausgezeichnet werden sollen. Außerdem sollen die Orte auf dieser Internetseite bekannt gemacht werden.

Es gibt nur wenige Voraussetzungen

Teilnehmen können Cafés, Geschäfte oder Institutionen, die in ihren Räumen eine stillfreundliche Atmosphäre bieten können. Voraussetzung sei eine bequeme Sitzmöglichkeit sowie ein Schutz bei unhöflichem Verhalten Dritter. „Hier können wir uns vorstellen, die Mitarbeiter entsprechend zu schulen", so Duensing.

Zudem wären eine frei zugängliche Toilette, eine geschützte Wickelmöglichkeit, Barrierefreiheit sowie Kinderwagenfreundlichkeit sowie ein kostenloses Getränk, das durchaus Leitungswasser sein könne, wünschenswert. Wer Interesse hat, möge eine E-Mail an guetersloh@profamilia.de schicken.

Ein ähnliches Projekt läuft seit einiger Zeit übrigens sehr erfolgreich in Niederbayern, namentlich in der Region Passau. Dort habe Pro Familia die Aktion „proST" mittlerweile etablieren können.

Eine Ärztin rät zu Muttermilch statt zum Fläschchen

Laut Ärztin Anja vom Orde spricht übrigens einiges dafür, kleine Kinder mit Muttermilch zu versorgen, statt ihnen das Fläschchen zu geben. „Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Qualität und Menge, die ein Säugling für sein gesundes Gedeihen braucht", sagt sie.

Darüber hinaus sei sie leicht verdaulich und passe sich den wachsenden Nahrungsbedürfnissen des Säuglings während der Entwicklung an, enthalte besondere Abwehr- und Schutzstoffe, die ein Kind vor Krankheiten schütze, und verhindere, dass das Baby überernährt werde.

Ferner sei sie zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar, habe immer die richtige Temperatur und sei hygienisch einwandfrei. Und das Beste daran: Muttermilch ist auch noch kostenlos.

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