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In großen weißen Buchstaben steht das Wort „Stehenlassen" auf den Linden. Aber wer war das? - © Andreas Frücht
In großen weißen Buchstaben steht das Wort „Stehenlassen" auf den Linden. Aber wer war das? | © Andreas Frücht

Gütersloh/Bielefeld Bäume an der B 61 mit weißer Farbe bemalt - wer steckt dahinter?

Über Nacht haben plötzlich viele Bäume zwischen Bielefeld und Gütersloh 
weiße Zeichen. Die Polizei ist informiert. Wer dahinter steckt ist allerdings bislang unklar.

Lena Vanessa Niewald
12.09.2019 | Stand 12.09.2019, 10:36 Uhr

Gütersloh. Zahlreiche Bäume entlang der B 61 zwischen Bielefeld und Gütersloh wurden offenbar in einer Nacht- und Nebelaktion mit weißer Farbe bemalt. Wer dahinter steckt, ist bislang unklar. Große Herzen, Strichmännchen, Schriftzüge wie „Aufbäumung" oder „Stopp" lassen auf Gegner des geplanten vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße schließen. Vor allem die Gütersloher Bürgerinitiative Energiewende und die Bielefelder Initiative Radentscheid kritisieren die Pläne massiv. Sie befürchten, dass die lange Linden-Allee bald Geschichte sein könnte. Die Gütersloher Polizei hatte am Dienstagmorgen nach einem Hinweis einen Streifenwagen zur B 61 geschickt, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Vorerst keine strafrechtliche Verfolgung Laut Polizeisprecher Mark Kohnert liege aber kein Umweltdelikt und demnach auch kein Straftatbestand vor. „Dafür müssten Boden, Wasser oder Luft verschmutzt worden sein. Und das ist nach ersten Erkenntnissen nicht der Fall." Ein Umweltdelikt wäre etwa das Auskippen von Öl an der Stelle der Bäume. Auch eine Sachbeschädigung liege nicht vor, denn die Bäume und deren Rinde seien augenscheinlich durch die Farbe nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Polizei werde den Fall somit strafrechtlich erstmal nicht weiter verfolgen. Man habe aber Straßen.NRW über die Vorfälle informiert. Sven Johanning, Sprecher von Straßen.NRW, bestätigt das. Wie es jetzt weiter geht, wisse man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht. „Wir müssen uns noch überlegen, was wir jetzt machen. Im günstigsten Fall handelt es sich um Farbe, die man auch auf Bäume aufträgt, um sie vor Sonne zu schützen. "Wir behalten uns rechtliche Schritte vor" Die wäre dementsprechend nicht schädlich für die Bäume", so Johanning. Im Hinblick auf die Zeichen und Schriftzüge auf den Bäumen geht Johanning davon aus, dass die Verursacher den Bäumen nicht schaden wollten und sich eben genau für eine solche Farbe entschieden haben. Möglicherweise werde man die Farbe deshalb auch nicht entfernen. „Wir behalten uns aber rechtliche Schritte vor." Er betont in diesem Zusammenhang nochmals, dass noch gar nicht feststehe, ob und wie viele Bäume überhaupt gefällt werden. Im Juli hatte Straßen.NRW den Abschnitt zwischen dem Stadtring und Ummeln vermessen. Von der zuständigen Projektleiterin Britta Schwenker hieß es damals allerdings schon: "Es wird sicherlich Gehölz gefällt." Sven Johanning verweist jetzt aber erstmal auf die als nächstes anstehende Umweltverträglichkeitsstudie an. Erst deren Ergebnis werde dann zeigen, wo die Straße letztlich überhaupt verlaufen wird. "Ich weiß nicht, wer dahinter steckt" Felix Kupferschmidt von der Bürgerinitiative Energiewende reagierte auf Nachfrage der NW ganz begeistert von den Bemalungen. „Ich finde das super", sagte er und betonte aber zugleich, dass es sich dabei nicht um eine Aktion der Initiative handeln. „Nein. Das waren wir nicht. Aber ich denke, dass das Thema dadurch auch nochmal präsenter wird und das freut mich natürlich." Daniel Neuhaus vom ADFC Kreisverband Gütersloh, der ebenfalls in der Gemeinschaft gegen den Ausbau der B 61 ist, teilte auf Nachfrage mit, dass er bis dato noch gar nichts von den Bemalungen gehört habe. „Ich weiß nicht, wer dahinter steckt", so Neuhaus.

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