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So soll es werden: Das Modell von Schüco One, stimmungsvoll vor Nacht-Hintergrund. - © Schüco
So soll es werden: Das Modell von Schüco One, stimmungsvoll vor Nacht-Hintergrund. | © Schüco

Wirtschaft Schüco: Grundstein für die neue Firmenzentrale

Schüco lässt am Stammsitz Bielefeld für 20 Millionen Euro eine neue Firmenzentrale errichten. Das Haus soll den neuesten Stand der Gebäudetechnologie zeigen. Die Architektur hat auch Auswirkungen auf die Chefetage

Sebastian Kaiser
06.05.2019 | Stand 09.05.2019, 18:01 Uhr
Grundsteinlegung für das Gebäude „Schüco One“: (v.l.) Die Gesellschafter der Schüco-Muttergesellschaft, der Otto Fuchs KG, Philipp Römer, Hinrich Mählmann, Andreas Römer und Christiane Fuchs, Polier Michael Feismann (Oevermann Hochbau) sowie die Schüco-Geschäftsführung mit Andreas Engelhardt, Philipp Neuhaus und Walter ?Stadlbauer mauern eine Hülse ein. Darin befindet sich ein Handy mit Videos, auf dem Mitarbeiter sagen, wie sie sich Schüco im Jahr 2044 vorstellen.?Foto: Wolfgang Rudolf - © Wolfgang Rudolf
Grundsteinlegung für das Gebäude „Schüco One“: (v.l.) Die Gesellschafter der Schüco-Muttergesellschaft, der Otto Fuchs KG, Philipp Römer, Hinrich Mählmann, Andreas Römer und Christiane Fuchs, Polier Michael Feismann (Oevermann Hochbau) sowie die Schüco-Geschäftsführung mit Andreas Engelhardt, Philipp Neuhaus und Walter ?Stadlbauer mauern eine Hülse ein. Darin befindet sich ein Handy mit Videos, auf dem Mitarbeiter sagen, wie sie sich Schüco im Jahr 2044 vorstellen.?Foto: Wolfgang Rudolf | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld. „Das Gebäude steht für den Wandel der Firma", sagt Andreas Engelhardt. Das Gebäude heißt „Schüco One" und ist das jüngste Bauprojekt des Bielefelder Spezialisten für Fenster-, Türen- und Fassadenelemente. Der Wandel meint die Ausrichtung auf nachhaltige Materialien und Technologien sowie Arbeitsformen, bei denen Dialog und Wissensaustausch im Mittelpunkt stehen. „Das ist ein Meilenstein", sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Schüco International KG.

Seit 2017 investiert das Unternehmen gewaltige Summen am Hauptstandort Bielefeld. Für insgesamt 95 Millionen Euro werden bis 2022 neue Gebäude errichtet und bestehende saniert. Ein Bürohaus ist bereits erneuert, ein Veranstaltungszentrum, eine Technikzentrale, eine Logistikhalle und ein Parkhaus sind gebaut worden. Alle zeigen den neuesten Stand der Gebäude- und Fassadentechnologie.

Schüco One soll 20 Millionen Euro kosten

„Unser Campus wird zu einem der größten Referenzobjekte der Welt", sagt Engelhardt selbstbewusst. Über 20.000 Gäste und Geschäftspartner kommen jährlich zu Schüco nach Bielefeld. Viele werden dort für den Umgang mit Gebäudeelementen, Bearbeitungsgeräten und Software von Schüco geschult. Ziel sind 25.000 Gäste im Jahr.

„Schüco One" liegt an der Bundesstraße 61 an einem der Einfahrtstore nach Bielefeld. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt, Ende 2020 soll der über 20 Millionen Euro teure Bau, der von dem Kopenhagener Architekturbüro 3XN geplant wird, fertig und dann weithin sichtbar sein.

Fast 30 Meter hoch wird der Neubau. Auf sieben Ebenen bietet er 7.200 Nutzfläche und somit Raum für 270 Arbeitsplätze.

Offene Büros rund um ein riesiges Atrium

Die Fassade wird nach Süden hin geschlossen, nach Norden hin transparent gestaltet. Das soll ein Aufheizen verhindern, die Energiegewinnung optimieren und viel Licht in die Büros lassen. Das Haus werde eine Art Showroom für nachhaltige Planung, technische Möglichkeiten, hochwertige Ästhetik, energiesparenden Betrieb und ein modernes Arbeitsumfeld, sagt Andreas Engelhardt.

Angestrebt werden damit gleich drei internationale Nachhaltigkeits-Zertifizierungen. Engelhardt: „Die Architekten von morgen gehen heute auf Frydays-for-Future-Demos. Daher ist es für Schüco ein Muss, unsere Strategie auf Ressourcenschonung auszurichten."

Gläserne Brücke zum Hauptgebäude

Über eine gläserne Brücke soll „Schüco One" mit dem bisherigen Hauptgebäude verbunden werden. Der Komplex aus dem Jahr 1974 wird kernsaniert und dann zusammen mit dem Neubau die künftige Unternehmenszentrale bilden. Im Inneren des Neubaus wird es ein riesiges Atrium geben, das alle Geschoss verbindet und über dem eine gläserne Kuppel für die Belichtung sorgt. Darum herum befinden sich die Arbeitsplätze. Korridore und Einzelzimmer sind nicht mehr vorgesehen.

„Die Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, ihre Arbeit individuell und selbstbestimmt zu gestalten", so Engelhardt. Rund um das Atrium können sie sich frei bewegen. Entlang der Außenfassade sind flexible Konferenzräume und abgetrennte Bereiche geplant, in denen ungestörtes Arbeiten und Telefonieren möglich ist. Vor allem aber soll die Architektur den Dialog und Wissensaustausch fördern.

Das wirkt sich auch auf die Führungskräfte aus. „Eine Chefetage gibt es nicht mehr", kündigt der Schüco-Chef an. „Wir werden bei den Kollegen sitzen."

Information

Zahlen und Fakten


Die Schüco-Gruppe beschäftigt weltweit rund 5.400 Mitarbeiter. Fast 2.000 davon sind am Stammsitz in Bielefeld tätig. Als Technologieführer ist der Spezialist für Gebäudehüllen in 80 Ländern aktiv und hat 2018 einen Umsatz von 1,67 Milliarden Euro erwirtschaftet.
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