Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Diakonischen Stiftung Ummeln. - © Barbara Franke
Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Diakonischen Stiftung Ummeln. | © Barbara Franke

Bielefeld Diakonische Stiftung feiert 150-jähriges Bestehen

Ravensberger Spinnerei: Mehr als 200 Gäste kommen zum Festakt der Ummelner Einrichtung. Familienministerin lobt vielseitiges Engagement

Judith Gladow

Bielefeld. "Der Kern unserer Botschaft ist der Auftrag der Liebe. Und das heißt zuzupacken, wo es Unterstützung bedarf." Pastor Uwe Winkler aus dem Vorstand der Diakonischen Stiftung Ummeln hatte die schöne Aufgabe, den Festakt für das 150-jährige Bestehen zu eröffnen, zu dem mehr als 200 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Diakonie in die Ravensberger Spinnerei gekommen waren. Darunter war auch Christina Kampmann (SPD), die als NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport das Grußwort hielt, aber sicherlich auch als ursprüngliche Ummelnerin mit feierte. Ins Zentrum ihrer Rede stellte sie den Begriff Solidarität, den sie eng mit Inklusion verknüpfte. "Niemand sollte das Gefühl haben, an den Rand gedrängt zu werden", sagte Kampmann. "Jeder Mensch ist wichtig." Und sie lobte das vielseitige Engagement der Stiftung: "Sie leistet dazu einen wichtigen Beitrag." Rainer Schmidt, multitalentierter Kabarettist und Pfarrer, führte durch das Programm, das kulturell reich ausgestattet war: Musikalisch verwöhnte das Saxophon-Duo "Leptophonics", bestehend aus Andreas Kaling und Andreas Gummersbach. Sie leiteten über zum szenischen Teil der Veranstaltung. Die Auseinandersetzung mit den Facetten ihrer Vergangenheit scheut die Diakonische Stiftung nicht. Sie stand im Zentrum des von Ulrich Thon geschriebenen und inszenierten Theaterstücks, gespielt vom Ensemble "Die treuen Seelen". Sie reisten durch die Zeit, berühren mit den Schicksalen der Mädchen, die vor 150 Jahren in der Stiftung unter kamen und sie gruben noch tiefer, wenn sie nicht ausließen, dass in Ummeln in der Nazizeit junge Frauen sterilisiert wurden. Sie reflektierten das strenge Regiment in den 50ern genauso wie die antiautoritäre Bewegung in den 70er Jahren. Und das alles noch humorvoll und mit Fingerspitzengefühl. Wie es heute so läuft in der Stiftung, das erklärten in einer Gesprächsrunde die, die es am besten wissen müssen: Auszubildende Hilal Yesildag, Vivian Stork aus dem Wohnbeirat, Tobias Rendel vom Jugendhilfebeirat und Ehrenamtler Joachim Koch hatten alle eine eigene Geschichte mitgebracht, die sie mit der Stiftung verbinden. Ingo Nürnberger ergänzte das Bild als Sozialdezernent. Das letzte Wort hatte Frank Plaßmeyer aus dem Vorstand. "Unser Anspruch war immer, Menschen, die Hilfe brauchen, zu unterstützen. Auch in Zukunft wollen wir uns mit aller Kraft für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzen."

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