Eines von mehr als 100 Modellen: FH-Mitarbeiterin Vanessa Viez (26) wirft einen Blick auf die Spiegelschleifmaschine. Im Hintergrund ist Leonardo da Vincis vitruvianischer Mensch zu sehen. - © Andreas Zobe
Eines von mehr als 100 Modellen: FH-Mitarbeiterin Vanessa Viez (26) wirft einen Blick auf die Spiegelschleifmaschine. Im Hintergrund ist Leonardo da Vincis vitruvianischer Mensch zu sehen. | © Andreas Zobe

Bielefeld Studenten haben funktionierende Da-Vinci-Modelle nachgebaut

Vor allem Schüler sind in die Ausstellung eingeladen

Ariane Mönikes

Bielefeld. Er war Maler und Erfinder, hat Panzer und Flugzeuge gezeichnet: Leonardo da Vinci. Seit dem Wintersemester 2004/05 beschäftigen sich Studenten des Studiengangs Produktentwicklung der FH Bielefeld mit seinem Werk, haben mehr als 100 Modelle gefertigt. Die Ausstellung reist durch Europa, die Stücke können aber auch auf dem Dachboden der FH bestaunt werden. Insbesondere Schulklassen sind dazu eingeladen. "Die Besonderheit des Projektes ist die Verknüpfung von Kunst, Historie und Technik", sagt Professor Horst Langer (73), Kurator der Ausstellung. Er hatte die Idee, sich im Studiengang Produktentwicklung mit Leonardo da Vinci zu beschäftigen. Den eigentlichen Anstoß aber, aus Leonardos Skizzen funktionsfähige Maschinen, Instrumente und Brücken zu fertigen, habe damals ein Student gegeben, erzählt Langer. Er habe zu Hause in seiner Werkstatt an einem Flaschenzug gebastelt. "Irgendwann platzte bei mir dann auch der Knoten", sagt er. "Wir mussten einfach auch Objekte machen." In der Auseinandersetzung mit Leonardos Kreativität und seinen Schriften hätten sich die Studenten versucht, ihm ein wenig zu nähern, erklärt Langer. Die Projektarbeiten sollten ein nötiges Gegengewicht zu den kopflastigen, theoretischen Fächern bilden. In Teams von zehn bis 15 Studenten wurde nach den Regeln des Projektmanagements jedes Semester ein Produkt entwickelt. Allmählich ist dann die Präsentation gewachsen. Seit der Ausstellungseröffnung 2006 nehme das Interesse der Bevölkerung immer mehr zu, sagt Langer. Bislang haben mehr als 400 Studenten aus dem 1., 2., 3. und 4. Semester an den funktionsfähigen Modellen gearbeitet. Sie bilden den Grundstein der Ausstellung "Leonardo da Vinci - Bewegende Erfindungen", die derzeit in Wismar sowie im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in Rostock zu sehen ist. Auch in London, Utrecht, Bonn und Düsseldorf war die Ausstellung schon zu sehen. Es werden aber nicht alle Modelle in den Ausstellungen gezeigt, erklärt Langer. Nur ein Teil wird verliehen, der Rest ist in der Dauerausstellung auf dem Dachboden der FH am Stadtholz 24 in der alten Richmond-Kaserne zu sehen. "Hier kann gedreht, gekurbelt, gepumpt und Leonardo begriffen werden", sagt Langer. Nur einige wenige Modelle sind hinter Glaskästen verschlossen und können lediglich angeschaut werden. In Zukunft will Langer die Modelle einzelner Themenbereiche wie Flugtechnik, Wassertechnik oder Kraft- und Energiesysteme zusammenfassen. Acht Themenfelder sollen entstehen, in einem Dreivierteljahr könnte es soweit sein. Dann werde die Ausstellung auch nicht mehr "zerpflückt" in andere Städte wandern, erklärt Langer. Das Motto zur Schau "Es gibt immer eine andere Möglichkeit" übrigens stammt von Leonardo selbst und wurde von den Studenten als Leitsatz für die Produktentwicklung übernommen. Die beste Möglichkeit unter vielen herauszufinden, das sei der Job der Studenten, sagt Langer. Vor allem Kinder (ab 8 Jahren), Schüler, Schulklassen Auszubildende und Familien sind eingeladen, sich die Ausstellung in der Fachhochschule anzusehen. Terminvereinbarungen bei Horst Langer unter Tel. (05 21) 1 06 74 49. Weitere Infos zum Projekt gibt's unter www.leonardo-bewegende-erfindungen.de

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