Ex-Freundin Anne (Sonsee Neu) und Bastian Pastewka auf einem Autodach mitten in einem sauerländischen Wald. - © Amazon.com
Ex-Freundin Anne (Sonsee Neu) und Bastian Pastewka auf einem Autodach mitten in einem sauerländischen Wald. | © Amazon.com

Serie Kritik zur Staffel 9: Pastewka ist wieder ganz der Alte

Für Staffel 8 der Amazon-Produktion mussten die Macher viel Kritik einstecken. In Staffel 9 geht es ein Stück "back to the roots". Das macht die Serie besser als sie je war.

Matthias Schwarzer
02.02.2019 | Stand 02.02.2019, 21:40 Uhr |

Köln. Als "Pastewka" Anfang 2018 auf die Bildschirme zurückkehrte waren viele Fans der Serie aus dem Häuschen - und gleichzeitig arg frustriert. Denn mit dem Wechsel zu Amazon Prime hatten die Macher die ehemalige Sat.1-Serie fit fürs Streaming-Zeitalter gemacht. Nicht jedem gefiel das. Handlungsstränge waren plötzlich länger, Folgen nicht mehr eigenständig. Figuren schienen aus der Rolle gefallen - und zudem hatte Staffel 8 ungewohnt viele tragische Momente. Aus dem einst schnellen TV-Comedy-Programm "Pastewka" wurde eine Art "Dramedy" mit langen Musikstrecken, Beziehungsproblemen und wilden Bettszenen. Viele liebgewonnene Running-Gags wurden gänzlich über Bord geworfen. Seit Freitag ist Staffel 9 der Erfolgsserie auf Amazon zu sehen. Und eins muss man den Machern lassen: Sie haben die Kritik der Fans erhört. "Pastewka" ist zur hochwertigen Streaming-Serie gewachsen - doch der alte Charme der Staffeln 1 bis 7 ist unverkennbar zurückgekehrt. Das macht die Serie besser als sie jemals zuvor war. Lesen Sie auch: 10 kuriose Fakten über "Pastewka", die nur echte Fans kennen. Grenzwertiger 2005er-Humor Das merkt man schon ganz am Anfang: Der beliebte TV-Comedian Bastian Pastewka ("Möööp") hat seit dem Ende der Serie "Frier" keine TV-Aufträge mehr angenommen, lebt dauerhaft im Hotel und ist pleite. Erste Amtshandlung: Er tauscht seinen riesigen SUV gegen seinen alten Saab ein. Das ist Fan-Service aller erster Klasse: Das rote Auto war seit dem Serien-Start 2005 stets treuer Begleiter von Bastian Pastewka. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt ist klar, wohin die Reise dieser Staffel geht: Back to the roots. Für die restlichen neun Folgen entwickelt sich Pastewka zum creepy Stalker, der mit allen Mitteln seine Ex-Freundin Anne zurückerobern will. Am Set einer Krankenhaus-Serie filmt und fotografiert er sie durch das Fenster, spioniert ihr nach und belästigt zugleich noch weitere Frauen. Das ist ziemlich grenzwertiger 2005er-Humor (Stichwort: Back to the roots), der hier aber immerhin in den Kontext der "Me too"-Debatte gesetzt wird. Und auch sonst herrscht im Leben von Pastewka wieder das ganz große Chaos: Bruder Hagen, Frau Bruck und Baby-Nichte Mafalda machen dem Hauptdarsteller das Leben schwer. Nichte Kim hat eine neue Band und braucht (ebenso wie Bastian) dringend Geld - der Beginn eines besonders turbulenten Handlungsstrangs, in dem auch Comedian Chris Tall eine ganz besondere Rolle einnimmt. Die A2 ist auch dabei Generell ist das neue Tempo dieser Staffel 9 ganz großes Kino. Als sich Pastewka beispielsweise einen Kampf mit der Traumschiff-Legende Katja Woywood liefert, kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus. Diese Momente haben in Staffel 8 gefehlt. Schön, dass sie zurück sind! Und auch für Heimatverbundene ist was dabei: In einer Folge landen Bastian Pastewka und Ex-Freundin Anne in einem 25 Kilometer langen A2-Stau zwischen Beckum und dem Kamener Kreuz. Wer kennt das nicht. Eine Umleitung führt die beiden ab Hamm-Uentrop in ein gruseliges Waldgebiet im Sauerländischen Welver, wo sie auch noch auf ein Wolfsrudel treffen. Ob Pastewka am Ende der zehn Folgen seine Anne zurückerobern kann? Das wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Nur so viel: Der Cliffhanger in Folge 10 macht ganz viel Lust auf die Fortsetzung - und lässt Fans bei weitem nicht so frustriert zurück wie noch vor einem Jahr. Pastewka, Hut ab und weiter so! Du Dödel.

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