Ein Abend zum Abhaken: Chefcoach Steffen Baumgart (r.) und der ausgewechselte Sebastian Wimmer erlebten am Spielfeldrand eine 0:2-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC. - © Marc Köppelmann
Ein Abend zum Abhaken: Chefcoach Steffen Baumgart (r.) und der ausgewechselte Sebastian Wimmer erlebten am Spielfeldrand eine 0:2-Heimniederlage gegen den Karlsruher SC. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn SCP-Trainer Baumgart erlebt eine unliebsame Premiere

Steffen Baumgart kassiert in seinem 17. Pflichtspiel vor heimischem Publikum die erste Niederlage. Die Leistung passt aber auch beim 0:2 gegen den KSC

Frank Beineke

Paderborn. Am 16. April 2017 hatte Steffen Baumgart sein Traineramt beim SC Paderborn angetreten. Zwei Tage später gab es im Westfalenpokal einen glücklichen 2:1-Heimsieg gegen Sprockhövel. Es folgten inklusive der Pokalwettbewerbe 15 weitere Pflichtspiele in der Benteler-Arena, in der Paderborn unter Baumgart ungeschlagen blieb. Doch am Freitagabend erlebte der Erfolgscoach dann doch die erste Heimniederlage seines Teams. In der Drittligapartie gegen den Karlsruher SC setzte es eine 0:2 (0:0)-Pleite. Gegen stark aufspielende Gäste war das allerdings keine Schande. "Man hat den Jungs auch den Willen angesehen", konstatierte Baumgart. Doch während ein extrem effektiver KSC dank der Treffer von Schleusener (49.) und Mehlem (61.) seinen Aufwärtstrend fortsetzte, hatte der SCP vor 8.408 Zuschauern zahlreiche Chancen vergeben. Höhepunkt der Abschlussmisere war der vergebene Elfmeter des eingewechselten Massih Wassey (78.). Paderborn hatte an diesem Abend einfach nicht das nötige Matchglück, das die Baumgart-Mannen in dieser Saison beispielsweise bei den Heimsiegen gegen Meppen (1:0), Münster (2:1) und Rostock (2:1) gehabt hatten. Kritik an unsauberem Pass-Spiel Es spricht für die SCP-Spieler und Verantwortlichen, dass sie aber nicht nur das Pech für die erste Heimniederlage verantwortlich machten. "Wir haben nicht das abgerufen, was wir können. Gerade in der ersten halben Stunde sind uns viele leichte Fehler und Ballverluste unterlaufen. Das war heute einfach nicht genug, um den KSC zu schlagen", urteilte Kapitän Christian Strohdiek. "Wir haben nicht den Tempofußball gespielt, den wir spielen können", meinte Sport-Geschäftsführer Markus Krösche. Und auch Chefcoach Baumgart kritisierte unter anderem das unsaubere Pass-Spiel seiner Schützlinge in den ersten 30 Minuten. Dennoch zeigte der SC Paderborn auch am Freitag, über welche Qualität das Team verfügt. Denn selbst gegen extrem defensivstarke und taktisch klug eingestellte Karlsruher kamen die Hausherren zu besten Torgelegenheiten. Die Startaufstellung war zudem einmal mehr ein Indiz dafür, dass der SCP-Kader in dieser Saison auch in der Breite prima aufgestellt ist. Obwohl Mittelfeldabräumer Robin Krauße wegen einer Gelbsperre fehlte, mussten Massih Wassey und Aykut Soyak zunächst auf der Bank Platz nehmen. Schließlich ist da ja auch noch ein gewisser Sebastian Wimmer, der auf der Position Sechs ein äußerst solides Spiel machte. Doch auch der 23-jährige Österreicher konnte nicht verhindern, dass sein Trainer eine unliebsame Premiere erlebte. Chancen gegen Wehen-Wiesbaden Und so mussten auch die größten Optimisten im SCP-Fanlager erkennen, dass der Weg zum Aufstieg noch extrem lang und beschwerlich ist. Denn auch andere Teams können kicken und rollen mitunter das Feld von hinten auf. So ist der schwach in die Saison gestartete Karlsruher SC spätestens seit dem Coup in Paderborn wieder ein ernsthafter Aufstiegskandidat. Und auch andere Mannschaften wie Hansa Rostock greifen derzeit die Spitzenteams an. Dennoch hat der SCP am kommenden Samstag, 2. Dezember, im Gastspiel beim neuen Tabellendritten SV Wehen-Wiesbaden eine große Chance. Mit einem Sieg könnte der Vorsprung auf Relegationsplatz drei auf bis zu zehn Punkte anwachsen. Bei einer Niederlage aber müsste Steffen Baumgart die nächste bittere Premiere verdauen. Zwei Pleiten in Folge hat es während seiner Amtszeit nämlich noch nicht gegeben.

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