Breite Unterstützung: Überwiegend heimische Unternehmen beteiligen sich an der Sanierung des DSC Arminia. - © Christian Weische
Breite Unterstützung: Überwiegend heimische Unternehmen beteiligen sich an der Sanierung des DSC Arminia. | © Christian Weische

Arminia Bielefeld Arminia feiert ersten Erfolg für das „Bündnis OWL“

Entschuldung des Klubs auf breite Basis gestellt

Martin Krause
Peter Burkamp

Bielefeld. Arminias Verantwortliche gehen in die Offensive und stellen erstmals offiziell die Beteiligung heimischer Wirtschaftsunternehmen an einem großen Sanierungskonzept vor. Wie diese Zeitung exklusiv berichtete, hat sich ein „Bündnis Ostwestfalen" mit dem Ziel zusammengetan, den DSC von einem Großteil seiner Schulden zu befreien und dem Verein zusätzlich finanziell zu helfen, „um Arminia nachhaltig aufzustellen", wie es in einer Erklärung des Klubs heißt. Erste Handlung des „Bündnis Ostwestfalen" war es mitzuhelfen, die Auflagen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Nachlizenzierungsverfahren zu erfüllen. Der Klub benötigte kurzfristig Liquidität, um die Saison zu sichern und drohende Strafen (Punktabzug und Geldstrafe) zu vermeiden. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die DFL Arminias Maßnahmen akzeptiert. Lob für Markus Rejek Wegen der aktuellen Liquiditätsprobleme hatten die Arminen einen Hilferuf an die heimische Wirtschaft und die Gläubiger des Klubs gestartet. Federführend der neue Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek und andere DSC-Spitzen verhandelten zuletzt über ein tragfähiges Sanierungskonzept. „Markus Rejek hat wirklich gute Arbeit geleistet", sagte Thomas Lauritzen, Pressesprecher der Schüco International KG und Mitglied im DSC-Aufsichtsrat. Seit Jahren hemmt eine Schuldenlast von mehr als 22 Millionen Euro die Handlungsfähigkeit des DSC. Bei einem Abstieg in die 3. Liga droht die Insolvenz. Die gesamtwirtschaftliche Situation der Arminia-Gruppe habe „eine grundsätzliche Neustrukturierung erfordert", teilte der DSC mit. Ziel ist eine nennenswerte Verringerung der Gesamtverbindlichkeiten. Die Schulden der Arminia-Gruppe (Profi KGaA, Verein und Alm KG) sollen nach Informationen von nw.de auf rund vier Millionen Euro reduziert werden. „In intensiven Gesprächen wurden mit Gläubigern und Kapitalgebern Lösungen erarbeitet. Gemeinschaftlich ist es gelungen, die verschiedenen Interessen zu koordinieren und zu harmonisieren", so der DSC weiter. Ein Modell zur Schuldenreduzierung soll den Verkauf der Schüco-Arena vorsehen. Der geplanten Neustrukturierung müssten „entscheidende Gremien des Landes NRW, der Stadt Bielefeld sowie teilweise auch privater Gläubiger" noch zustimmen. Zum „Bündnis Ostwestfalen" zählen: Dr. August Oetker KG, Böllhoff Gruppe, JAB Josef Anstoetz KG, Gauselmann AG, Lagardère Sports Germany GmbH, MöllerGroup, Schüco International KG, Goldbeck GmbH, Krombacher Brauerei GmbH & Co. KG, DMG MORI AG und die Stockmeier Holding GmbH. Trotz Interessenten wohl keine Spielerverkäufe Auch das Unternehmen Gerry Weber, insbesondere Gerhard Weber, der über viele Jahre Arminia tatkräftig unterstützt habe, „nimmt in dieser Konstellation eine besondere Rolle ein", so der DSC. Das „Bündnis Ostwestfalen" sei ein beeindruckender Beweis des Zusammenhalts ostwestfälischer Unternehmer und sende ein starkes Signal in die Region. Mit der Kraft der Bündnispartner solle es gelingen, weitere Unternehmen aus OWL für den eingeschlagenen Weg zu begeistern, hoffen die Arminen. Einige Unternehmen wie der Verbindungstechnik-Hersteller Böllhoff, das Bauunternehmen Goldbeck oder der Autozulieferer MöllerGroup treten zum Teil erstmals als Unterstützer auf und bestätigten ihr Engagement. Sponsor Gauselmann habe im ersten Schritt 300.000 Euro zur Verfügung gestellt, erklärte Unternehmenssprecher Mario Hoffmeister. Auf Wunsch sei man auch zu weiterer Unterstützung bereit. Angesichts der neuen Perspektive dürften die Arminen ohne Spielerverkäufe auskommen. Ingolstadt hatte für Andreas Voglsammer 1,4 Millionen Euro geboten, Braunschweig soll bereit sein, eine Million für Fabian Klos zu zahlen.

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