Bietet ab Jahresende Platz für bis zu 1.000 Menschen: Das "Kwartier Kortemarck" im NATO-Lager Stöckerbusch im Haarener Wald. Die alten Blocks der US-Streitkäfte und deren Shops (PX) werden abgerissen. Im Vordergrund sieht man Container für die Heißausbildung der Feuerwehr, im Hintergrund die JVA Büren. - © Marc Köppelmann
Bietet ab Jahresende Platz für bis zu 1.000 Menschen: Das "Kwartier Kortemarck" im NATO-Lager Stöckerbusch im Haarener Wald. Die alten Blocks der US-Streitkäfte und deren Shops (PX) werden abgerissen. Im Vordergrund sieht man Container für die Heißausbildung der Feuerwehr, im Hintergrund die JVA Büren. | © Marc Köppelmann

Kreis Paderborn/Büren 1.000 Flüchtlinge kommen nach Büren

Asylsuchende: Bezirksregierung baut winterfeste Zeltstadt im ehemaligen NATO-Lager Stöckerbusch. Amerikanische Unterkunftsblocks werden Anfang November abgerissen

Ralph Meyer

Kreis Paderborn/Büren. Wo in den 60er bis 80er Jahren amerikanische Atomsprengköpfe lagerten, werden zum Jahresende Flüchtlinge einziehen. Die Bezirksregierung Detmold wird in Stöckerbusch eine Unterbringungseinrichtung für 800 bis 1.000 Asylsuchende schaffen, die in Leichtbauhallen untergebracht werden, die zunächst bis Ende 2016 genutzt werden sollen. Die Einrichtung soll auf dem Gelände des früheren "Kwartier Kortemarck" in Nachbarschaft der Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige (ehemals JVA Büren) entstehen. Für den Bau der neuen Unterkunft werden die Gebäude der "amerikanischen Siedlung" abgerissen. Die Bauarbeiten beginnen wahrscheinlich Anfang November. Die jeweiligen Bodenplatten der Gebäude bleiben erhalten, das verbleibende Gelände wird geschottert. Auf dieser Fläche sollen 17 winterfeste Leichtbauhallen errichtet werden. Darunter sind 15 Hallen als Wohnraum sowie zwei Hallen als Sanitäreinrichtungen. Die neue Einrichtung bezieht Teile der Abschiebeeinrichtung mit ein. So wird deren Werkhalle für die Verpflegung der Asylsuchenden, für Aufenthaltsbereiche sowie für die Verwaltung und die Kleiderkammer genutzt. Der Betrieb der Notunterkunft auf dem Gelände der Abschiebeeinrichtung wird baulich klar von deren Betrieb getrennt. Gleichwohl wird das Gelände der Notunterkunft mit den Bereichen in der Abschiebeeinrichtung räumlich verknüpft: Die Mauer, die dieses Gelände umgibt, wird durchbrochen. Teile der Abschiebeeinrichtung waren bereits zwischen dem 6. und 21. September als Notunterkunft genutzt worden. Derzeit nutzt die Freiwillige Feuerwehr Büren zwei Häuser für Brandschutzübungen, ein weiteres dient als Lager des Polizeimuseums Salzkotten. "Die Bezirksregierung bietet dem Museum alternative Lagerräume an", sagt Rüdiger Most, Abteilungsleiter der Bezirksregierung. Mit der Bürener Feuerwehr sei vereinbart, dass sie auf andere Immobilien ausweicht. Die Entscheidung für den Standort in Büren ist das Ergebnis der bezirksweiten Suche der Bezirksregierung in den vergangenen Wochen. Die Fläche ist Eigentum von Bund und Land. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hatte am vergangenen Freitag Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow telefonisch über die Planung informiert. Welche Hilfsorganisation den Betrieb der Einrichtung übernimmt, wird in den kommenden Wochen geklärt. Die Bezirksregierung wird in Gesprächen mit dem Kreis Paderborn prüfen, inwieweit eine Busverbindung durch den Haarener Wald eingerichtet werden kann. Ein solches Angebot soll die Gefahr für Fußgänger abwenden und die Mobilität der Asylsuchenden verbessern. "Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und überzeugt, dass wir Bürener diese Herausforderung meistern werden", kommentiert Bürgermeister Burkhard Schwuchow die Detmolder Entscheidung und fügte wörtlich hinzu: "Es ist unsere Pflicht, diese Menschen willkommen zu heißen." Sobald ein Betreiberkonzept für die Einrichtung steht, soll das weitere Vorgehen in einer Einwohnerversammlung gemeinsam mit der Bezirksregierung erläutert werden. Mögliche Bedenken, Vorbehalte und Ängste sollen so ausgeräumt werden. Schwuchow appelliert außerdem an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, konstruktiv mit der Situation umzugehen und kein Klima der Angst und des Misstrauens entstehen zu lassen.

realisiert durch evolver group