Auch der Bielefelder Bahnhof könnte von Streichungen betroffen sein. - © Christian Weische
Auch der Bielefelder Bahnhof könnte von Streichungen betroffen sein. | © Christian Weische

Bielefeld/Bad Oeynhausen Fernverkehr: Bahn stellt mehrere Halte in OWL infrage

Auch um den Bahnhof in Bielefeld gibt es Spekulationen

Matthias Bungeroth

Bielefeld/Bad Oeynhausen. Für einen Aufschrei der Entrüstung in Ostwestfalen-Lippe haben Pläne des Unternehmens DB Fernverkehr gesorgt, ab Ende 2020 schnellere Angebote im Fernverkehr in die Fahrpläne aufnehmen zu wollen. Denn, so der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), künftig würden IC-Züge zwischen Berlin und Amsterdam nicht mehr in Minden, Bad Oeynhausen und Bünde halten. Auch um den Fortbestand des ICE-Haltes in Bielefeld gibt es Spekulationen. Zudem soll der planmäßige Betrieb etlicher Nahverkehrszüge gefährdet sein. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze aus Vlotho zeigte sich von den Plänen „heftig irritiert". Was seitens der DB offenbar geplant sei, „kann ich an keiner Stelle mehr nachvollziehen", so Schwartze auf Anfrage. Gespräch im DB-Tower am 23. April Die SPD-Landesgruppe der Bundestagsabgeordneten habe am 23. April ein Gespräch im DB-Tower in Berlin. Dort werde man das Thema zur Sprache bringen. „Ich habe da wirklich Klärungsbedarf für alle Bahnhöfe in der Region", so der Regionsvorsitzende der SPD in OWL. Der sich abzeichnende Einschnitt in die Anbindung der Region in den Fernverkehr „ist so nicht hinnehmbar". Laut der Sitzungsvorlage für die NWL-Verbandsversammlung, die am Donnerstag tagte und die dieser Zeitung vorliegt, will die DB Fernverkehr schon ab Ende 2020 täglich dreimal eine ICE-Sprinterlinie zwischen Köln und Berlin einführen, die unterwegs nur noch in Hannover hält. Damit soll die Reisezeit auf vier Stunden reduziert werden. Diese neue ICE-Linie 19 soll, anders als der aktuelle ICE 10 zwischen Köln und Berlin, nicht in Bielefeld halten. Daneben ist geplant, die IC-Linie 77 (Amsterdam-Osnabrück-Berlin) ab 2024 halbstündlich zu drehen, um so mit der neuen ICE-Linie 19 einen 30-Minuten-Takt zwischen Hannover und Berlin realisieren zu können. „Dabei ist auch fraglich, ob künftig die Halte Minden und Bad Oeynhausen beziehungsweise Bünde durch den IC bedient werden können", heißt es in der Vorlage. „Die Auswirkungen sind gravierend", sagt dazu Kai Schulte, Fachgebietsleiter Fahrplan beim Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe. Damit meint er auch den Einfluss der neuen Fernzuglinien auf den Nahverkehr, falls es zu Verspätungen komme. „Es gibt keine Puffer, um früher oder später durchzurauschen."

realisiert durch evolver group