Schüler an einer Hauptschule in Arnsberg (Sauerland) im Jahr 2010. - © picture alliance / dpa (Archiv)
Schüler an einer Hauptschule in Arnsberg (Sauerland) im Jahr 2010. | © picture alliance / dpa (Archiv)

Düsseldorf/Bielefeld Sekundarschulen in NRW in der Krise

Bildung: NRW will die Schulform retten. Im Schulausschuss stellt die Koalition Forderungen.

Carolin Nieder-Entgelmeier

Düsseldorf/Bielefeld. Sekundarschulen in NRW droht nur sechs Jahre nach ihrer Gründung wegen sinkender Schülerzahlen das Ende. Vor allem im ländlichen Raum bestehe die Gefahr, dass die Schulen geschlossen werden, stellen CDU und FDP in einem Antrag an den Schulausschuss des Landtags fest. Für den Erhalt der Schulform fordert die Koalition, dass Sekundarschulen auch zweizügig fortgeführt werden dürfen. Sekundarschulen umfassen die Jahrgänge 5 bis 10. Ab Klasse 7 kann in getrennten Bildungsgängen unterrichtet werden. Der Weg zum Abitur ist nur in Kooperation mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg möglich. Die ehemalige Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte die Schulform 2011 als Zukunftsmodell eingeführt, um insbesondere in ländlichen Räumen trotz sinkender Schülerzahlen alle Bildungswege offenzuhalten.  In OWL gibt es 22 Sekundarschulen Aktuell gibt es in NRW noch 117 Sekundarschulen, davon 22 in OWL. Laut Schulministerium sind bislang zehn Sekundarschulen in Gesamtschulen umgewandelt worden. In drei weiteren Kommunen seien entsprechende Beschlüsse in Vorbereitung, heißt es in einem Bericht an den Schulausschuss. Das Gremium wird sich heute mit der Problematik beschäftigen. CDU und FDP wollen mit der geforderten schulrechtlichen Änderung vor allem Schulangebote der Sekundarstufe I auf dem Land sichern. Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW, Dorothea Schäfer, hält Sekundarschulen überall dort, wo die Schülerzahl zur Gründung einer Gesamtschule nicht ausreicht, für unverzichtbar. Für den Vorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, greift der Antrag der Koalition zu kurz. „Es reicht nicht, Sekundarschulen eine zweizügige Fortführung zu ermöglichen. Es müssen weitere Gründungen von zweizügigen Schulen zugelassen werden. Der Schullandschaft drohen sonst weiße Flecken." Für neu zu gründende Sekundarschulen sollte eine Zweizügigkeit bei 48 Schülern ausreichend sein. „Warum eine Zweizügigkeit bisher nur privaten Trägern erlaubt ist, ist unverständlich."

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