Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren: Spätestens ab dem Schuljahr 2019/2020 soll wieder das G9 gelten. - © Foto: dpa
Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren: Spätestens ab dem Schuljahr 2019/2020 soll wieder das G9 gelten. | © Foto: dpa

Düsseldorf Weiterhin Protest gegen das Turbo-Abitur

Bildungspolitik: NRW will zurück zum G9. Trotzdem verstummt die Kritik der G8-Gegner nicht. Sie fordern eine schnellere Umsetzung

Carolin Nieder-Entgelmeier

Düsseldorf. Sie fordern mehr Freizeit, um Sport zu treiben, sich mit Freunden zu treffen oder einfach mal nichts zu tun. Auf Plakate haben Schüler ihre Forderungen geschrieben und an Landtagspräsident André Kuper übergeben. Der Protest im Namen der Elterninitiative "G9 jetzt in NRW" zeigt, dass den Gegnern des Turbo-Abiturs die Pläne der neuen Landesregierung, im Schuljahr 2019/2020 zum G9 zurückzukehren, nicht weit genug gehen. "Wir sammeln weiter Unterschriften für das Volksbegehren, weil aktuell 230.000 Kinder in NRW von der G9-Rückkehr ausgeschlossen werden", erklärt der Initiator der Elterninitiative, Marcus Hohenstein. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte angekündigt, die Regierungspläne im Schuljahr 2019/20 umzusetzen. Schüler, die im Schuljahr 2018/19 in die fünften Klassen kommen, sollen aber auch von dem Wechsel zum G9 profitieren. Die Initiative "G9 jetzt in NRW" will die Abkehr vom Turbo-Abitur mit einem Volksbegehren beschleunigen, damit der Wechsel auch für die Schüler gilt, die sich im Schuljahr 2017/2018 im fünften bis achten Jahrgang befinden. Hohenstein geht davon aus, dass die Initiative die benötigten 1,05 Millionen Stimmen für ein erfolgreiches Volksbegehren sammeln wird. "Bis zum 4. Januar müssen die Kommunen die Unterschriften prüfen, deshalb können wir nur noch bis November Stimmen sammeln", erklärt der Pädagoge aus Siegen. "Derzeit können wir die Zahlen jedoch nur schätzen, weil wir nicht wissen, wie viele Stimmen die 5.600 Sammler gesammelt haben." Sollte die Initiative die erforderlichen Stimmen erhalten, kann der Landtag das Gesetz direkt beschließen oder in einem Volksentscheid über das Gesetz abstimmen lassen. Der Verband Bildung und Erziehung warnt vor einer zu schnellen Umstellung: "Es sollte bei der G8-Abschaffung nicht der gleiche Fehler wiederholt werden, wie bei der Einführung", sagt der Vorsitzende Udo Beckmann.

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