Hab ich dich: (v. l.) die Suche der Geocacher Dietmar und Annette Zelinski sowie Werner Figge wird von Erfolg gekrönt. Hinterm Baumstamm hat sich ein Schatz versteckt. - © Svenja Ludwig
Hab ich dich: (v. l.) die Suche der Geocacher Dietmar und Annette Zelinski sowie Werner Figge wird von Erfolg gekrönt. Hinterm Baumstamm hat sich ein Schatz versteckt. | © Svenja Ludwig

Büren Geocaching in Büren: Jäger der verborgenen Schätze

Event: Der 15-jährige Moritz Becker ermöglicht in Zusammenarbeit mit dem Bürener Marketing und der Touristik viele Entdeckungen

Svenja Ludwig

Büren. „Vielleicht haben wir eine ungünstige Satellitenkonstellation erwischt", mutmaßt Werner Figge und schaut missmutig auf sein GPS-Gerät. Die Koordinaten springen – der genaue Punkt, an dem der Schatz verborgen liegt, ist nicht zu orten. An Figges Seite kraxeln Dietmar und Annette Zelinski aus Barkhausen durchs Unterholz und sind mittlerweile reichlich bedient. Jeder Baum wurde umrundet, jeder verdächtige Laubhaufen durchsucht – aber nichts, keine Spur von „Rumänien". „Rumänien" ist auf dem Mist von Moritz Becker gewachsen – genau wie „Frankreich", „Österreich", „Malta" und 25 weitere Geocaches. Sie alle wurden eigens für das Geocaching-Event „Europa in Büren" versteckt, das am Wochenende Schatzjäger aus ganz Deutschland und den Niederlanden an die Afte lockte. Pünktlich um 10 Uhr am Samstag erfolgte der Startschuss per Scherenschnitt. Die Europa-Caches gingen online und 500 Begeisterte zogen zu Fuß, auf dem Rad oder im „Cachemobil" los. „Die Teilnehmerzahl hat sich verdoppelt", zieht Becker zufrieden Bilanz. Im letzten Jahr hatte der 15-Jährige mit „Muggelfrei an der Afte" sein erstes Event auf die Beine gestellt. In Zusammenarbeit mit Stadtmarketing, der Touristikgemeinschaft und der Stadt entstand der Nachfolger. „Und das Stadtmarketing hat das Okay für weitere Events gegeben, das Europa-Event werden wir vier Jahre weiterführen", berichtet der junge Bürener. „Mir reicht’s so langsam", schimpft Annette Zelinski. Die drei wollen „Rumänien" schon aufgeben, als – unglaubliches Wunder – eine grüne Tupperdose gesichtet wird. In der Schatzkiste liegt allerlei. Kleine Geschenke, Informationen und natürlich das, worum es geht. Dietmar Zelinski schlägt das Logbuch auf und signiert mit seinem Nickname: „Combey". Der erste ist er nicht. Ein paar Cacher haben sich bereits verewigt – anhängig der freundlichen Notiz „gut gefunden". Na danke. Die Stimmung steigt trotzdem. Zum Start war der Pocket-Computer im Einsatz „Das Tolle am Geocaching ist der Erfolg", meint Dietmar. Außerdem sei das Hobby ein Anreiz, spazieren zu gehen. Smartphone oder GPS-Gerät führen beim Geocaching zu Koordinaten, an denen eine Dose hinterlegt wurde. Dietmar hat auf diese Weise schon 1.500 Caches aufgespürt. Werner Figge liegt bei 3.000. Er ist aber auch schon lange dabei – ein Cacher der ersten Stunde quasi: „Als ich 2005 angefangen habe, zog ich mit einem Pocket-Computer mit zwei Stunden Akkulaufzeit los und ich musste eine GPS-Antenne ausklappen." Heute sind Taschenlampe, UV-Licht, Magnete, Spiegel im Gepäck – alles für den Fall der Fälle. „Eine Leiter haben wir auch im Auto", fügt Annette hinzu. „Ja, die Übergänge zum Bisschen-verrückt-werden sind fließend", schmunzelt Dietmar. Dann wird’s wieder ernst. „Beifang wäre 180 Meter rechts", informiert Annette ihre Mitstreiter, „nehmen wir den mit?" Natürlich Zustimmung. Im Innenhof des Rathauses, wo an acht Ständen gefachsimpelt, gestöbert und gekauft werden kann, gibt es viel Lob für das Event. Zum Beispiel für die Rätsel-Dosen, die Gernot Schmeller von „Birre’s Camper Friends" mitgebracht hat. Dabei handelt es sich um Cache-Behausungen, die geschickt geschüttelt oder in der richtigen Reihenfolge gerüttelt werden müssen, damit sie sich öffnen. „Im Prinzip sind das ganz simple Konstruktionen, aber sie bleiben den Cachern in Erinnerung, weil sie rätseln müssen", erklärt Schmeller. In freier Wildbahn sind solche Spielereien selten. „Das ist was besonderes", bestätigt Besucher Sven Zimmermann, der mit Sohn Max (9) an den Kisten wackelt, „das findet man nicht hinter jedem Baum."

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