Tatort: Die Polizei hat den Hof, auf dem die Leiche von Fadi S. gefunden wurde, mit Leichenspürhunden durchsucht. Foto: Dullweber - © Stefanie Dullweber
Tatort: Die Polizei hat den Hof, auf dem die Leiche von Fadi S. gefunden wurde, mit Leichenspürhunden durchsucht. Foto: Dullweber | © Stefanie Dullweber

Hille Suche nach weiterer Leiche auf Gehöft in Hille vorerst ohne Ergebnis

Die Ermittler wollen ein weiteres Tötungsdelikt aber nicht mehr ausschließen

Ilja Regier
Stefan Koch

Hille. Wenige Tage nach dem Leichenfund auf einem Gehöft im ostwestfälischen Hille schließen die Ermittler ein zweites Tötungsdelikt nicht aus. Mit vier Leichenspürhunden der Landespolizeischule Stukenbrock suchten Beamte den Fundort und das angrenzende Privatgrundstück des festgenommenen Verdächtigen ab – ohne Erfolg. Eine weitere Leiche konnte am Abend nicht gefunden werden. Mit einem Großaufgebot war die Mordkommission „Wilhelm" gestern erneut in Hille unterwegs. Das Anwesen, auf dem die Leiche des Stadthägers Fadi S. gefunden wurde, und das Haus des mutmaßlichen Täters Jörg W. (51) wurden erneut inspiziert. Die Spurensuche konzentrierte sich auf einen etwa 1,80 Meter hohen Kühlschrank, der sich in der Scheune befindet, in der die Leiche von Fadi S. gefunden wurde. In der Nähe des Kühlschranks stellten die Ermittler auch einen Hammer sicher. Laut Informationen dieser Zeitung könnte Fadi S. mit solch einem Werkzeug getötet worden sein. Beisetzung des Opfers in Hannover Die Ermittler überprüften auch das Mauerwerk des Hauses, das Dach und den Keller, der bereits von der Freiwilligen Feuerwehr leergepumpt worden war. Die Löschgruppe Hille leerte gestern außerdem eine Jauchegrube und einen Brunnenschacht. Die Polizei suchte auch dort nach der Leiche von Gerd F. – ohne Erfolg. Wie berichtet, sucht die Polizei nach dem Rentner Gerd F., der vor einem Jahr zuletzt gesehen wurde. Er war Besitzer des Anwesens, in dem der tote Fadi S. entdeckt wurde. Der tatverdächtige Jörg W., der sich zeitweise um den 71-Jährigen kümmerte, hatte gegenüber Nachbarn behauptet, F. sei in einer Entzugsklinik. „Wir können ein Tötungsdelikt nicht ausschließen", sagte eine Polizeisprecherin. Unterdessen streitet der 51-jährige Tatverdächtige weiter ab, den 30-jährigen Fadi S. getötet zu haben. W. befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft in Bayern. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen die Leiche von Fadi S. zur Bestattung freigegeben. Die Beisetzung findet am heutigen Mittwoch in Hannover statt. Die Familie des Getöteten hat sich bereits auf die juristische Aufarbeitung des Tötungsdeliktes vorbereitet und den Monheimer Anwalt Samir Omeirat mit der Vertretung in der Nebenklage beauftragt.

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