Bild des Jammers: Beim Anblick dieses Weißstorchs musste auch Biologe Klaus Nottmeyer schlucken. - © Klaus Nottmeyer
Bild des Jammers: Beim Anblick dieses Weißstorchs musste auch Biologe Klaus Nottmeyer schlucken. | © Klaus Nottmeyer

Kreis Herford Storch wird von Windkraftanlage zerfetzt

Tragischer Vorfall: Das Tier ist nicht mehr zu retten und muss eingeschläfert werden

Meiko Haselhorst

Kreis Herford. Biologe Klaus Nottmeyer hat in seinem Leben so einige tote und verletzte Tiere gesehen. Aber was er sich am Montagnachmittag notgedrungen angucken musste, ging ihm dann doch ausgesprochen nahe: In Enger hatte es einen Weißstorch erwischt. Blutverschmiert und mit zerschmetterten Beinen fand der Leiter der Biologischen Station Ravensberg das Tier vor, nachdem man ihn telefonisch über den Fund unterrichtet hatte. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Vogel in ein Windrad geflogen", sagt Nottmeyer. Die nächste „Mühle" sei nur etwa 400 Meter weit weg, ein Angriff eines Raubtiers oder ein Autounfall seien nicht nur untypisch, sondern sähen auch anders aus. Der Storch war nicht mehr zu retten, ein Tierarzt aus Stift Quernheim schläferte den Vogel zum Leidwesen des passionierten Ornithologen Nottmeyer noch am selben Nachmittag ein. Der Vogel trug am rechten Bein einen Ring der Vogelwarte Helgoland. Daraus ging hervor, dass er im Juni 2014 im Kreis Paderborn nestjung beringt worden war. Die gute Nachricht, so Nottmeyer, sei, dass beide Brutstörche am Nest im Enger Bruch (etwa 2,5 Kilometer entfernt) andere Ringnummern hätten. Der jetzt gestorbene Storch sei allerdings schon mindestens einmal im Bruch gesehen worden, wahrscheinlich, so Nottmeyer, sei er aber häufiger dort gewesen.

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