Das Logistikunternehmen Wahl & Co. will sich in Stukenbrock ansiedeln. - © Christian Weische
Das Logistikunternehmen Wahl & Co. will sich in Stukenbrock ansiedeln. | © Christian Weische

Schloß Holte-Stukenbrock Lastwagen von Wahl & Co. sollen über die Autobahn fahren

Logistikunternehmen sucht das Gespräch mit allen Fraktionen

Sigurd Gringel

Schloß Holte-Stukenbrock. Die mögliche Ansiedlung des Logistikunternehmens „Wahl & Co." am Kreuzkrug polarisiert. In Zuschriften an die Redaktion, in Kommentaren auf nw.de und der SHS-Facebookseite melden sich sowohl Befürworter als auch Gegner zu Wort. Auf Anfrage der Neuen Westfälischen sagt Wahl-&-Co.-Geschäftsführer Jörn Wahl-Schwentker, dass er in der Berichterstattung „abenteuerliche Dinge" gelesen habe. Er will die Gegenargumente entkräften und hat die Ratsfraktionen zu Gesprächen eingeladen. Mit der CDU und der FDP habe er bereits gesprochen, mit der CSB gebe es in Kürze ein Treffen. Die Fraktionsvorsitzenden Marion Herzog (SPD) und Bruno Reinke (Die Grünen) haben erst von der Neuen Westfälischen von der Einladung erfahren und mittlerweile Termine mit der Geschäftsführung vereinbart. Möglicherweise habe es bei der Einladung via E-Mail ein technisches Problem gegeben, vermutet der Logistiker. Bruno Reinke findet ein persönliches Gespräch gut, weil die Absichtserklärung des Unternehmens an verschiedenen Stellen schwammig sei. Jörn Wahl-Schwentker bekräftigt, dass die in der Absichtserklärung gemachten Aussagen der Wahrheit entsprechen. Den Vorwurf der Grünen, das Unternehmen würde wegen der hohen Investitionen zehn Jahre lang keine Gewerbesteuern zahlen, bezeichnet er als hirnrissig. Das sei 1:1 von den Grünen in Steinhagen abgeschrieben worden. Mit der Million Euro, die Wahl & Co. jetzt an Bielefeld entrichtet, könne auch Schloß Holte-Stukenbrock rechnen. Zunehmender Verkehr ist ein Argument der Bürger Ein Hauptgrund vieler Bürger gegen die Ansiedlung ist der zunehmende Verkehr. „Der wird sich nur wenig verändern", sagt Jörn Wahl-Schwentker. Einen Pendelverkehr durch die Wohngebiete zwischen den Standorten Kreuzkrug und Sennestadt werde es nicht geben, weil es sich bei den Teilstandorten um getrennte Geschäftsbereiche handele. Und zum Vorwurf der Lipperreiher Bürger, die Lastwagen würden die Tunnelstraße benutzen, um Maut zu sparen, sagt er, es sei wichtiger, zügig voranzukommen, als möglicherweise Maut zu sparen. Zudem verweist er auf die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ab dem 1. Juli. Der Weg über die Tunnelstraße und die B 66 zur A 2 sei auch deshalb sinnlos. Die Lkw werden die A 33 benutzen. Es könnten auch 
20 Hektar werden Auf die Frage, warum das Unternehmen sich an der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock vorbei direkt an den Regionalrat gewendet hat, antwortet der Geschäftsführer: „Es gibt keine fertigen Grundstücke in dieser Größenordnung." Deshalb seien stets vorhabenbezogene Verfahren anzustoßen. Das sei auch in Steinhagen der Fall gewesen. Derweil geht das Gerücht um, Wahl & Co. wolle statt der genannten 15 Hektar nun 20 Hektar Fläche am Kreuzkrug haben. Die Bezirksregierung teilt dazu schriftlich mit: „Das Gerücht über die vom Unternehmen Wahl & Co. gewünschte Inanspruchnahme einer konkreten Flächengröße kommentiert die Bezirksregierung nicht. Über genaue Flächenangaben ließe sich seitens der Bezirksregierung erst Auskunft geben, wenn ein konkretes vorhabenbezogenes Verfahren zur Änderung des Regionalplanes ansteht. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht der Fall."

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