Ein Handy mit der "Schutzranzen" App. - © picture alliance / Lino Mirgeler/dpa
Ein Handy mit der "Schutzranzen" App. | © picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Netzwelt Schutzranzen-App wird Datenschutzrechtlich überprüft

Entwickler nimmt nach Kritik Stellung: "Wir begrüßen die Debatte um Datenschutz"

Marc Schröder

Wolfsburg. Die vom Unternehmen Coodriver herausgegebene App "Schutzranzen" hat eine Debatte rund um das Thema Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte von Kindern ausgelöst. Unter anderem hatten die Bielefelder Datenschützer vom Verein Digitalcourage ihre Bedenken zu dieser App geäußert. "Wir begrüßen diese Debatte", sagt Coodriver-Gründer Walter Hildebrandt. "Auch wenn wir uns wünschen, dass die Diskussion sachlicher geführt würde." Schutzranzen ist eine App, die Autofahrer warnt, sobald Kinder in der Nähe sind. App sendet mehr als GPS-Signal Voraussetzt wird, dass Kinder entweder auf einem Smartphone die entsprechende App installiert haben oder mit einem GPS-Tracker ausgestattet sind. Laut Hersteller erfolge die Übertragung der Daten dabei anonymisiert. Somit sollen keine Rückschlüsse auf Alter, Name, oder andere persönliche Informationen möglich sind. In der Kritik waren vor allem Ortungsmöglichkeiten für die Eltern und damit die Überwachung ihrer Kinder. Diese Funktion werde laut Coodriver nicht mehr angeboten. Tests der Datenschützer von Digitalcourage hatten ergeben, dass Daten der App an verschiedene Unternehmen gesendet wurden, zudem seien die Server des Anbieters nicht ausreichend gesichert. Datenschutz wird amtlich geprüft Bei Coodriver nehme man die Kritik ernst, sagt Hildebrandt nimmt die Kritik. "Derzeit lassen wir die Anwendung Schutzranzen von den Datenschutzbeauftragten von Baden-Württemberg und Niedersachsen auf Herz und Nieren prüfen." So will man sicherheitstechnische oder datenschutzrechtliche Bedenken ausräumen lassen. Zude mverweist man darauf, dass Apps wie "Schutzranzen" auch Teil der Verkehrssicherung sein. Autofahrer können durch ein Warnsignal gewarnt werden, dass Schulkinder in der Nähe sind, somit können diese ihre Fahrweise entsprechend anpassen. Anknüpfungspunkt zu autonomen Fahren "Die App ist ein Schritt in der Entwicklung zum autonomen Fahren", sagt Walter Hildebrandt. Standortdaten würden in naher Zukunft beispielsweise in der Umfelderkennung von Autos genutzt werden. Damit würden die internen Sensoren der Fahrzeuge unterstützt.

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