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Fuzzy fordert Titelverteidiger Sansar

Berglaufspezialist Schießl erstmals dabei / Heckmann bei den Frauen favorisiert

VON CLAUS-WERNER KREFT
05.03.2009 | Stand 04.03.2009, 18:34 Uhr
Der Allgäuer Helmut Schießl ist Deutschlands bester Bergläufer. - © FOTO: WINFRIED STINN
Der Allgäuer Helmut Schießl ist Deutschlands bester Bergläufer. | © FOTO: WINFRIED STINN

Bielefeld. Bei den Männern ein dichtes Spitzenfeld mit dem Titelverteidiger und einem renommierten Debütanten; im Frauenwettbewerb aber nur wenige Läuferinnen, die für den Sieg in Frage kommen: So stellt sich gut sieben Wochen vor dem 38. Hermannslauf die Favoritensituation dar. Ostwestfalens Ass Elias Sansar (LG Lage-Detmold), Dominator seit 2006, wird um seinen vierten Sieg in Folge kämpfen.

Das letzte Ausrufezeichen setzte der 29-Jährige im Oktober, als ihm beim Frankfurt-Marathon der Leistungssprung auf 2:21:03 Stunden gelang. Doch ein neuer Name stellt ihn vor eine neue Herausforderung: Erstmals tritt Helmut Schießl aus Buchenberg (Allgäu) an, der Berglaufspezialist und Weltmeister von 2005. Damals siegte er auf einer 42-Kilometer-Distanz in den Pyrenäen, und auch im flachen Marathon hat er mehrmals Zeiten unter 2:30 Stunden abgeliefert. Der jetzt 37-Jährige ging nach seinem Titelgewinn auf Konfrontation zum Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und wurde aus dem Kader verbannt.

"Fuzzy", wie man ihn wegen seiner Begeisterung für den Trickskifahrer Fuzzy Garhammer nennt, ist im Allgäu zur Kultfigur geworden. Er gilt als gesellig und charismatisch, aber auch als eigenwillig. "Lieber ein Sturkopf als ein DLV-Lakai", stellte Schießl klar. Zusammen mit dem Neuseeländer Jonathan Wyatt bildet er die Berglauf-Weltspitze. "Der Spurt ist nicht mein Ding" - diese Selbsteinschätzung lässt schnellen Läufern wie Sansar ihre Chance.

Marcus Biehl vor Comeback
Schießl wird am 26. April für die Gildemeister AG starten - wie Jürgen Wieser, der 2007 Elias Sansar unter Druck setzte, 2008 Vierter wurde und jetzt seinen dritten "Hermann" laufen will. Er trifft wieder auf Michael Brand (NSU Brakel), den Bronzegewinner der beiden letzten Jahre. Ostwestfalen hat aber noch mehr zu bieten: Sansars erfahrener, gerade in die M40 aufgerückter Teamkollege Marcus Biehl, der 2000/2004 triumphierte und 2006 Zweiter hinter Sansar wurde, steht nach zweijähriger Pause vor einem Comeback.

Während Volkmar Rolfes verzichtet, stellt sich der Münsteraner Thomas Böckenholt (2003 Zweiter, 2006 Dritter) erneut. Zehn Jahre nach seinem Sieg ist auch Ingmar Lundström wieder dabei, allerdings ohne Spitzenplatz-Ambitionen. Von den Lokalmatadoren des Zielorts werden Oliver Reins (2005 Dritter) und die "unbestechlichen" Zwillinge Konrad und Robert Schulz vorne erwartet.

Nach zwei souveränen Siegen lässt Silvia Krull den "Hermann" aus, um sich nach ihrem Aufstieg in die erweiterte nationale Marathon-Spitze auf andere Aufgaben zu konzentrieren. Auch für ihre OWL-Kontrahentin Ilona Pfeiffer ist der Hermannslauf weiterhin kein Thema. So bietet sich der Vorjahrszweiten Dr. Kirsten Heckmann (SV Brackwede) die Chance, an ihren Sieg von 2006 anzuknüpfen.
Die hessische Ultraläuferin Dr. Iris Reuter, 2004 als Debütantin erfolgreich und inzwischen bereits 47 Jahre alt, steht wie die Vorjahrsvierte Stefanie Vergin erneut in der Meldeliste. Nachmeldung nicht ausgeschlossen - das gilt sicherlich auch für andere Gütersloherinnen wie Melanie Genrich und Petra Peschke.

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