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Marcel Hoffmeier (l.), hier im Duell gegen Lauterns Kenny Prince Redondo, kam vom Regionalligisten Preußen Münster zum SC Paderborn und ist bislang die wohl größte positive Überraschung. - © picture alliance
Marcel Hoffmeier (l.), hier im Duell gegen Lauterns Kenny Prince Redondo, kam vom Regionalligisten Preußen Münster zum SC Paderborn und ist bislang die wohl größte positive Überraschung. | © picture alliance

SC Paderborn Gelungener Umbruch: Das ist die Sommer-Transferbilanz des SC Paderborn

Die personelle Fluktuation war beim SCP in diesem Sommer wieder einmal groß. Doch das neue Team präsentiert sich bereits äußerst homogen. Die Paderborner haben offenbar die richtigen Spieler verpflichtet.

Frank Beineke
01.09.2022 | Stand 02.09.2022, 09:18 Uhr |

Paderborn. Fabian Wohlgemuth erlebte einen entspannten Deadline-Day. Der Sportchef des SC Paderborn hatte seine Hausaufgaben längst gemacht. Die am Mittwoch bekanntgegebene Verpflichtung von HSV-Leihgabe Maximilian Rohr sollte der letzte SCP-Transfer dieser Wechselperiode bleiben. Und so konnte Wohlgemuth am Donnerstag pünktlich um 18 Uhr bei einem speziellen Freundschaftsspiel im Paderborner Ahorn-Ballpark sein.

Dort trafen sich Trainer und Gremienmitglieder des SCP und des Baseball-Bundesligisten Untouchables Paderborn, um ein kleines Baseball-Match zu bestreiten. "Ein kleiner Rückgriff auf eine der vielen Erfahrungen aus unserem US-Trainingslager", so Wohlgemuth. Und in eben jenem Trainingslager in Übersee hatte der Zweitligist von der Pader schon fast seinen kompletten Kader beisammen gehabt.

So hatten die Paderborner Verantwortlichen mit viel Weitblick agiert. Beim Start in die Vorbereitung waren nahezu alle Neuzugänge an Bord. Anschließend wurden nur noch Marvin Pieringer und Maximilian Rohr verpflichtet, weil sich in diesen Fällen attraktive Leihgeschäfte auftaten. Panikkäufe aber waren nicht notwendig. Und so präsentierte sich die Mannschaft schon zu einem frühen Zeitpunkt erstaunlich homogen.

Trainer hat Lust auf Jubelsprünge

Dabei war der Umbruch wieder einmal recht groß gewesen. Inklusive aller Leihgeschäfte wurden 14 Neuzugänge verpflichtet, während 17 Spieler den SCP verließen. Dabei flossen (fast) keine Ablösesummen. Bei Akteuren wie Collins, Pröger, Thalhammer, Correia, Yalcin, Ananou waren die Verträge zum 30. Juni 2022 ausgelaufen. Bei Spielern wie Klement, Cuni und Ademi endeten die Leihgeschäfte. Wenn überhaupt, dann kassierten die Paderborner nur bei John Iredales Wechsel zum SV Wehen Wiesbaden eine geringe Ablösesumme.

Demgegenüber griffen sie aber auch kaum ins Portemonnaie, um Neuverpflichtungen zu tätigen. Lediglich bei Jasper van der Werff, bei dem die Kaufoption gezogen wurde, legte der SCP eine überschaubare sechsstellige Summe auf den Tisch. Neuzugänge wie Raphael Obermair, Sirlord Conteh und Marcel Hoffmeier kamen derweil ablösefrei und konnten ihre Marktwerte schon jetzt deutlich steigern.

Nicht nur deshalb fällt die Bilanz des Transfersommers auch beim Cheftrainer ausgesprochen positiv aus. "Wenn ich dürfte, könnte ich hier jetzt Jubelsprünge machen", sagte Lukas Kwasniok am Donnerstagmittag bei der Pressekonferenz zum Magdeburg-Spiel. Bei seinem Sportchef klingt dies ein wenig nüchterner. "Mit unserem Urteil sollten wir schon noch etwas warten. Wir haben noch 28 Spieltage vor uns und werden erst im Verlauf der Saison sehen, wie die Dinge zueinander passen", erklärt Fabian Wohlgemuth, "aber aktuell kann man wohl tatsächlich sagen, dass es uns gelungen ist, die Mannschaft gut zu ergänzen."

Kein Leistungsträger ging verloren

Letzteres sieht der Trainer genauso. "Ich bin mit den Transfers super zufrieden. Der Kader ist eine gute Mischung aus Verlässlichkeit und Kreativität. Wir können aus dem Vollen schöpfen", urteilt Kwasniok, der im Gegensatz zum vergangenen Winter diesmal keinen Leistungsträger unvorhergesehen verlor. Damals war Toptorjäger Sven Michel kurz vor Transferschluss zu Union Berlin gewechselt. Nun aber waren um SCP-Asse wie Ron Schallenberg, Julian Justvan oder Felix Platte keine ernstzunehmenden Transfergerüchte aufgekommen.

Wenn die Paderborner weiterhin so starke Leistungen zeigen, könnte sich das schon in der kommenden Winter-Transferperiode (1. bis 31. Januar 2023) ändern. Das weiß Fabian Wohlgemuth nur allzu gut. Doch der Sportchef und sein Team dürften schon längst die nächsten potenziellen Neuzugänge im Blick haben. "Die Kaderplanung ist ein ganzjähriger Prozess und endet nicht mit der Schließung des Transferfensters", betont Wohlgemuth. Und der Umbruch gehört beim SCP nun einmal zum Geschäft.

Die SCP-Transfers im Überblick

Neuzugänge (14): Sirlord Conteh, Tobias Müller, Raphael Obermair (alle 1. FC Magdeburg), Richmond Tachie (Borussia Dortmund II), Sebastian Klaas (VfL Osnabrück), Kai Klefisch (Viktoria Köln), Robert Leipertz (1. FC Heidenheim), Marcel Hoffmeier (Preußen Münster), Marvin Pieringer (Ausleihe vom FC Schalke 04), Maximilian Rohr (Ausleihe vom Hamburger SV mit Kaufoption), Adrian Gryszkiewicz (Gornik Zabrze), Robin Bormuth (Karlsruher SC), Pelle Boevink (VfB Oldenburg, für Saison 2023/24), Jasper van der Werff (RB Salzburg, Festverpflichtung nach Ausleihe).

Abgänge (17): Jamilu Collins (Cardiff City), Robin Yalcin (Sivasspor), Kai Pröger (Hansa Rostock), Maximilian Thalhammer (Jahn Regensburg), Marco Stiepermann (Wuppertaler SV), Frederic Ananou (Hansa Rostock), Marcel Correia (SV Elversberg), Robin Bormuth (Ausleihe an 1. FC Kaiserslautern), Justus Henke (Ausleihe an Wuppertaler SV), Johannes Dörfler (Ausleihe an Waldhof Mannheim), Jesse Tugbenyo (Ausleihe an SC Verl), Luca Marseiler (Viktoria Köln), John Iredale (SV Wehen Wiesbaden), Philipp Klement (Rückkehr zum VfB Stuttgart nach Ausleihe/1. FC Kaiserslautern), Kemal Ademi (Rückkehr zu Khimki Moskau nach Ausleihe/SV Sandhausen), Marvin Cuni (Rückkehr zum FC Bayern München II nach Ausleihe/1. FC Saarbrücken), Adrian Oeynhausen (Karriere-Ende).

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