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Spielerkarriere beendet: Thomas Bertels gehört nun zum Trainerstab des Nachwuchsleistungszentrums. - © Marc Köppelmann
Spielerkarriere beendet: Thomas Bertels gehört nun zum Trainerstab des Nachwuchsleistungszentrums. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Thomas Bertels blickt fast ohne Wehmut zurück auf seine Profilaufbahn

Der Spieler Thomas Bertels sagt leise Servus und wechselt in den Trainerstab des Nachwuchsleistungszentrums

Hartmut Kleimann
14.01.2019 | Stand 14.01.2019, 17:33 Uhr

Paderborn. „Sag zum Abschied, leise servus", hat einst Peter Alexander gesungen. Eine Liedzeile, die sehr treffend zu Thomas Bertels passt. Denn mehr als leise hat sich der Fußballprofi des SC Paderborn als Spieler von der Fußballbühne verabschiedet. Damit kehrt er seinem Sport allerdings nicht vollends den Rücken, denn der 32-Jährige hat eigentlich nur den Gebäudeteil beim SCP gewechselt. Denn fortan verstärkt der gebürtige Geseker als Co-Trainer der U19-Bundesligamannschaft den Trainerstab im Nachwuchsleistungszentrum. Das mit dem leisen Abgang kommt Bertels ganz gelegen, „denn es entspricht meinem Naturell neben dem Platz." Hört sich an, als wenn es das ausdrücklich betonen müsste, denn auf dem Platz gehörte Bertels eher der lauten Fraktion an. 97 Zweit- und 51 Drittligaspiele hat er für den SC Paderborn seit der Saison 2011/2012 absolviert. In der Zeit hat der vom Linksaußen zum Außenverteidiger umfunktionierte Spieler acht Tore erzielt und ebenso viele vorbereitet. »Die sprinten doppelt so viel wie früher« Und dabei stattliche 47 Gelbe und zwei Rote Karten gesammelt. „Ich bin auf dem Platz ein emotionaler Mensch. Das gehört dann einfach dazu", zielt er auf die Anzahl seiner Verwarnungen ab, die beim SCP aber auch mit seiner neuen Rolle zusammenhingen. Der damalige Trainer Roger Schmidt sah Bertels eher in der defensiven Rolle und relativ schnell fühlte sich der 1,93 Meter lange Spieler auf dieser Position pudelwohl. Weil aber Abwehrspieler mehr austeilen und Offensive mehr einstecken, war Bertels fast immer ein Gelb-Kandidat: hart, aber fair. Die Vorbereitung in dieser Saison machte er noch fast komplett mit, dann erfolgte bereits der beschriebene Wechsel. „Da ist mir nichts aufgezwungen worden und alles war so angesprochen. Ich bin da mit mir absolut im Reinen", sagt Bertels, der es als ausgesprochen wichtig ansieht, „auch mal die andere Seite kennenzulernen." Für die Zukunft habe er keinen festen Plan. Er will erst einmal viel lernen und aufnehmen, von der Pike auf", beschreibt der B-Lizenz-Inhaber sein neues Aufgabenfeld. Wehmut beim Gedanken an die Erstligasaison Dabei sieht er seine neue Betätigung wie auch den Zeitpunkt als „perfekte Lösung" an. „Wenn du dir den Fußball des SCP anschaust, dann sprinten die doppelt so viel wie früher. Das wäre für mich mit 32 schon hart am Limit", weiß er, „weil ich mich immer schon gut selbst einschätzen konnte." Auch wenn Bertels mit dem heutigen Tag völlig zufrieden auf das fußballerisch Erreichte zurückschaut, an einer Stelle kommt dann doch ein wenig Wehmut auf, denn ausgerechnet in der Bundesligasaison 2014/2015 fiel er nach einer Fußoperation fast die komplette Saison aus. So hat er drei Minuten aus der Partie gegen den 1. FC Köln in seiner Statistik stehen. „Ich habe lange nicht darüber nachgedacht, aber wenn man überlegt, dass es statt drei Minuten auch 20 Einsätze hätten sein können, dann kommt schon ein wenig Wehmut auf", wird Bertels aber nur für einen kurzen Augenblick nachdenklich. Dann aber ist auch das abgehakt. Der Blick geht nach vorne und vielleicht ergibt sich noch eine Möglichkeit, auch auf dem Platz Servus zu sagen. Dann sogar lauter.

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