Offiziell: Roger Schmidt wechselt vom SC Paderborn nach Salzburg

Freigabe für Wechsel bereits erteilt

SC-Paderborn-Trainer Roger Schmidt. - © ARCHIVFOTO: MARC KÖPPELMANN
SC-Paderborn-Trainer Roger Schmidt. | © ARCHIVFOTO: MARC KÖPPELMANN
Roger Schmidt

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SC Paderborn

nach Salzburg - © SC PADERBORN
Roger Schmidt
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Paderborn (nw/WS). Jetzt ist es offiziell: Der Trainer des SC Paderborn, Roger Schmidt, wechselt zu Red Bull Salzburg. Der Verein hat dem Trainer am Sonntag die Freigabe erteilt.

In einer Pressemitteilung des Vereins heißt es, der Chef-Trainer Roger Schmidt habe den Verein um eine Auflösung des bis 2014 laufenden Vertrages gebeten, um die Position des Trainers beim österreichischen Erstligisten und Champions League-Qualifikanten Red Bull Salzburg anzunehmen. Auf Grund seiner Verdienste um die sportliche Entwicklung des Vereins habe der SCP den Kontrakt mit Schmidt daraufhin aufgelöst.

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Die Stationen des Roger Schmidt

In seiner aktiven Zeit war Roger Schmidt als Spieler unter anderem für die Vereine SC Verl (1995 bis 2002) und SC Paderborn 07 (bis 1995 und 2002/03) im Einsatz.

Nach einem Jahr beim SV Lippstadt 08 wurde Schmidt von 2004 bis zum Sommer 2007 Trainer beim Delbrücker SC. Im Juli 2008 übernahm er den Trainerposten bei Preußen Münster. Am 19. März 2010 trennten sich die Preußen wieder von ihm.

Zur Saison 2011/2012 kam der Ex-Paderborner als Trainer zum SC Paderborn zurück.

"Roger Schmidt war als Spieler und auch als Trainer in Paderborn stets ein Vorbild", sagte SCP-Präsident Wilfried Finke. "Er hat dem Paderborner Fußball in der abgelaufenen Saison 2011/2012 eine neue Qualität verliehen, was sich auch im besten Ergebnis der Vereinsgeschichte ausdrückt. Mit seiner Art, offensiven und begeisternden Fußball spielen zu lassen, hat er auch international für Furore gesorgt." Der Verein wolle ihm keine Steine in den Weg legen und ermögliche ihm mit der Vertragsauflösung den nächsten Karriereschritt, "auch wenn wir gern weiter mit ihm zusammengearbeitet hätten".

"Niemand konnte mit ähnlichem Angebot rechnen"

Roger Schmidt dankt dem SCP für das Entgegenkommen: "Ich habe meinen Vertrag im Frühjahr um zwei Jahre verlängert, weil ich die gute sportliche Entwicklung in Paderborn fortsetzen wollte. Wir haben gemeinsam eine Mannschaft zusammengestellt, die trotz mehrerer Abgänge spielstarken Offensivfußball möglich macht. Niemand konnte mit einem ähnlichen Angebot rechnen, wie es jetzt aus Salzburg kam. Dort erwartet mich eine sehr reizvolle Aufgabe. Allen Verantwortlichen und Spielern des SCP wünsche ich für die Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg".

Manager Sport Michael Born blickt bereits in die Zukunft: "Der Abschied von Roger fällt uns allen schwer, weil wir in den vergangenen Monaten als Team zusammengewachsen sind und herausragende Erfolge feiern konnten. Nun müssen wir uns der veränderten Situation stellen und werden in absehbarer Zeit einen neuen Chef-Trainer vorstellen, der mit der neuen Mannschaft eine gute Rolle in der 2. Bundesliga spielen kann".

Informationen aus dem Umfeld zufolge waren offenbar nur Präsident Wilfried Finke, Manager Sport Michael Born und Roger Schmidt selbst informiert, die übrigen Mitarbeiter haben auch erst am Sonntag davon erfahren. Inzwischen ist auch klar, dass diese Personalie tatsächlich in einer Nacht- und Nebelaktion über die Bühne gegangen ist. Nachdem sich Schmidt am Freitag zu Verhandlungen in Österreich aufgehalten hatte, ist die endgültige Entscheidung laut Born erst seit dem späten Samstagabend auch wirklich spruchreif.

Eine satte siebenstellige Summe dürfte in diesem Zusammenhang als Schmerzensgeld durchaus im Spiel gewesen sein. Das wird von offizieller Seite zwar nicht bestätigt, ist angesichts der bekannten Investitionsfreude von Red Bull aber auch kein großes Geheimnis.

Persönlich von Mannschaft verabschiedet

Roger Schmidt hat sich am Sonntag nach dem Vormittagstraining persönlich von der Mannschaft verabschiedet. Die zweite Trainingseinheit am Nachmittag um 16 Uhr wurde daraufhin gestrichen.

In Salzburg tritt Schmidt beim Klub des Red-Bull-Magnaten Dietrich Mateschitz die Nachfolge von Ricardo Moniz an. Der Niederländer und frühere Co-Trainer des Hamburger SV war zuletzt mit den "Bullen" österreichischer Meister geworden, hatte nach Ende der Saison jedoch nach internen Differenzen das Handtuch geworfen.

Roger Schmidt ist erst seit 2011 Trainer des SC Paderborns. Er war Nachfolger von André Schubert, der zur Saison 2011/2012 zum FC St. Pauli wechselte. Mit seinem Trainer Schmidt war Paderborn in der vergangenen Saison einer der potentiellen Anwärter für den Aufstieg in die erste Liga. Am Ende landeten sie auf dem fünften Platz.

Gerüchte während der Sommerpause

Während der Sommerpause hatte es bereits Gerüchte gegeben, dass Kaiserslautern Interesse an Roger Schmidt bekundet habe.

Die Salzburger haben noch zwei weitere Coups gelandet: Neben Schmidt wurde der ehemalige Schalke-Coach Ralf Rangnick als Sportdirektor verpflichtet, Frankreichs Ex-Nationaltrainer Gerard Houllier ist fortan Global Sports Director.

Ralf Rangnick wird neuer Sportdirektor bei Red Bull Salzburg und zeitgleich bei RB Leipzig. Rangnick war im vergangenen September wegen eines Burnouts als Chefcoach des Bundesligisten FC Schalke 04 zurückgetreten. In der Bundesliga war er zudem schon bei Hannover 96, dem VfB Stuttgart und 1899 Hoffenheim angestellt. Vor zwei Wochen hatte Rangnick ein Angebot des englischen Premier-League-Clubs West Bromwich Albion abgelehnt.

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