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Bielefeld Volleyballer Tim Borgstedt hat ein Herz für den Nachwuchs

Am Sonntag mit den Telekom-Herren in der Regionalliga um Punkte für den Klassenerhalt - unter der Woche Training mit Jugendlichen

Wolfgang Horstmann
08.11.2019 | Stand 07.11.2019, 19:41 Uhr

Bielefeld. Seit neun Jahren schlüpft Tim Borgstedt in das Trikot des Telekom Post SV Bielefeld. Mit zwei Metern Körpergröße ist der aus Steinhagen stammende und in Bielefeld wohnhafte Angreifer der längste Akteur im Regionalligakader der Bielefelder. Neben den Längenzentimetern verfügt der Mittelblocker über vielfältige volleyballspezifische Fähigkeiten und deshalb trifft das Wort Leistungsträger bei dem Rechtshänder zu. ,,Sport ist wichtig, da Kinder hier soziale Kompetenzen lernen" Auch wenn Borgstedt es selbst nicht gerne hört, auf ihn richten sich in jedem Spiel viele Blicke, vor allem die der Jugendlichen. Die schauen nicht nur zu ihm auf, weil sie ihm nacheifern, die blicken zu ihm hoch, weil er zu ihnen runterschaut. Dies macht er nach jedem Spiel in der Almhalle mit einem Lächeln im Gesicht. ,,Die Jugendarbeit ist bei jedem Verein das Gerüst für die Erwachsenenteams", weiß der 28-jährige Sozialpädagoge, dass jeder Verein auf Dauer nur existieren kann, wenn er sich um den Nachwuchs bemüht und nicht nur, wenn es um die sportliche Weiterentwicklung geht. ,,Sport ist wichtig, da Kinder hier soziale Kompetenzen lernen." Die Vermittlung sozialer Kompetenzen übernimmt Tim Borgstedt bereits seit seinem 14 Lebensjahr. In diesem Alter übernahm er im CVJM Steinhagen die Leitung verschiedener Jugendgruppen und organisierte Freizeiten. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt war zu erkennen, dass ihm der Umgang mit Jugendlichen liegt. Mit der Bedeutung des Sports für die Gesundheit hat sich Tim Borgstedt intensiv im Verlauf seines Studiums an der Bielefelder Universität auseinandergesetzt. ,,Die Neigung bei Kindern und Jugendlichen übergewichtig zu werden, hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen und daraus resultierend gesundheitliche Einschränkungen", blickt der Zweimetermann mit leicht sorgenvollem Blick auf die Generation der Jugendlichen. Die bringen nach seiner Aussage bereits beim Einstieg in den Beruf gesundheitliche Beeinträchtigungen mit. Betrachtet man Verletzungen als gesundheitliche Beeinträchtigungen, hatte Tim Borgstedt seit seinem Einstieg im Telekom Post SV in zwei Fällen damit in erheblichem Maße zu kämpfen. In seinem ersten Jahr im Telekom-Trikot kugelte er sich die Schulter aus. Es folgte eine mehrmonatige Zwangspause. Zu Beginn der letzten Spielzeit erlitt er zu Saisonbeginn eine komplizierte Sprunggelenkverletzung, die dazu führte, dass er erst am Saisonende wieder mitwirken konnte. In der laufenden Spielzeit ist der Mannschaftskapitän des Regionalligisten bisher von Verletzungen verschont geblieben. ,,Zum Glück", äußert sich sein Coach Michael Baumeister, ,,denn auf Tim können wir nicht verzichten". Generell will man in der Volleyballabteilung des Telekom Post SV nicht auf den Wahl-Bielefelder verzichten. Hier hat man seine Fähigkeiten im Umgang mit dem Nachwuchs erkannt und deshalb ist der Vorsitzende Wolfgang Stender mit der Bitte auf ihn zugegangen, im männlichen Bereich als Bindeglied zwischen den Jugendmannschaften und dem Erwachsenenbereich tätig zu fungieren. Wenn im Anschluss an die Heimspiele die Nachwuchsakteure von der Tribüne in die Halle kommen und Tim Borgstedt abklatschen, dann blickt man in strahlende Augen. Innerhalb der Abteilungsleitung weiß man, dass man den richtigen Mann für die richtige Aufgabe gefunden hat! In der Regionalliga sind Tim Borgstedt und seine Mitspieler am Sonntag beim Aufsteiger TuS Iserlohn gefordert. Beim Tabellenvorletzten soll mit einem Auswärtssieg der Mittelfeldplatz stabilisiert werden. In der Herren-Oberliga empfängt der Telekom Post SV II den Aufsteiger FC Augustdorf zum Ostwestfalen-Derby. Im Spitzenspiel der Frauen-Verbandsliga empfängt der Tabellenerste Telekom Post SV den Dritten SC Union Lüdinghausen II.

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