Weiter in der Doppelrolle: Immer noch betreuen viele Eltern ihre Kinder zuhause. Mittlerweile hat das mit dem Fachkräftemangel zu tun. Bezahlen müssen sie trotzdem voll. - © Julian Stratenschulte
Weiter in der Doppelrolle: Immer noch betreuen viele Eltern ihre Kinder zuhause. Mittlerweile hat das mit dem Fachkräftemangel zu tun. Bezahlen müssen sie trotzdem voll. | © Julian Stratenschulte

NW Plus Logo Erziehermangel in Kitas Volle Beiträge trotz Ausfällen: Eltern in NRW bleiben auf Kosten sitzen

Seit Monaten werden Eltern in OWL gebeten, ihre Kinder zuhause zu lassen, weil in den Kitas Personal fehlt. Offiziell erfasst wird das nicht. Und einen Anspruch auf Rückerstattung der Gelder haben Eltern auch nicht.

Anneke Quasdorf

Bielefeld/Herford/Gütersloh. Offiziell sind die Kitas in NRW in der Pandemie stets geöffnet. Auch die Zahl der Teilschließungen hält sich in Grenzen. Ein ganz anderes Bild ergibt sich, schaut man abseits der offiziellen Angaben. Denn der Fachkräftemangel ist so gravierend, dass die meisten Eltern längst keine gesicherte Betreuung mehr für Kita-Kinder haben. Stattdessen ist es mittlerweile Regel, dass sie mehrmals im Monat gebeten werden, ihre Kinder zuhause zu lassen. Geld bekommen sie nicht zurück.

André Philipper hat den Kaffee auf. Seit Monaten stemmen der Bielefelder Vater und seine Frau die ständigen Ausfälle – immer wissend, dass die Beschäftigten in den Kitas die letzten sind, die etwas dafür können. „Was sollen die machen, wenn sie keine Mitarbeiter zur Verfügung haben?“ Dennoch reichte es Philipper, der auch Mitglied im Elternbeirat seiner Kita in Senne ist. Zumindest einen Teil seiner Beiträge wollte er rückerstattet haben und wandte sich deshalb an den Träger. „Die schickten uns zum Jugendamt.“ Wochenlang ging das hin und her, bis zuletzt die Auskunft kam: Eine Rückerstattung ist nicht möglich.

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