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Zwischen Lichtenau und Willebadessen streift offenbar ein Wolf durch die Wälder. - © Symbolbild: Pixabay
Zwischen Lichtenau und Willebadessen streift offenbar ein Wolf durch die Wälder. | © Symbolbild: Pixabay

Tief Eugen Wilde Waldbewohner: Was machen Wolf und Co. bei Sturm?

Im Süden OWLs ist kürzlich offenbar ein Wolf gesichtet worden. Doch was macht das Raubtier nun, da Sturmtief Eugen über die Region hinweg zieht?

Lukas Brekenkamp
04.05.2021 | Stand 04.05.2021, 16:18 Uhr

Zwischen Lichtenau im Kreis Paderborn und Willebadessen (Kreis Höxter) wurde offenbar ein Wolf gesichtet, wie er durch den Wald zieht. Nun fegt allerdings Sturmtief Eugen über OWL hinweg. Experten raten, den Wald zu meiden wegen lauernder Gefahren wie herabstürzende Äste. Doch was machen eigentlich Wolf und Co., wenn es in ihrer Heimat - dem Wald - so richtig stürmt?

Einer, der es weiß, ist Ralph Schieke aus Steinhagen im Kreis Gütersloh. Gemeinsam mit seiner Frau beobachtet und filmt er regelmäßig wilde Tiere für TV-Produktionen. Aktuell drehen die beiden am Steinhuder Meer, um Fischadlern auf die Spur zu kommen. Schieke weiß: "Soweit wir das beobachten, machen Wildtiere wie der Wolf kaum was anderes wie wir Menschen; nämlich Unterschlupf suchen."

Kälte ein größeres Problem

Wölfe zum Beispiel suchen sich auf verschiedene Weisen Unterschlupf. Mal reicht schon ein windgeschütztes Plätzchen, an dem das Tier einigermaßen trocken bleibt. Manchmal suchen sich Wölfe aber auch Höhlen - oder graben sich für die Geburt des eigenen Nachwuchses einen Bau. Wenn die Tage zuvor günstig gelaufen sind, haben sie in ihrem Unterschlupf gar noch Vorräte gelagert. Übrigens: Ähnlich verhalten sich andere Säugetiere aus den heimischen Wäldern, wie der Dachs oder der Fuchs.

Schieke meint zudem, der Wind sei nicht das größte Problem - sondern der Regen und die Kälte. Die Tiere verhalten sich zwar vorsichtiger bei starkem Wind - aber: "Wenn er günstig steht, kann er für Raubtiere bei der Jagd sogar zum Vorteil werden - für Beutetiere wird es so nämlich schwer, die Gefahr zu wittern", so Schieke.

Zwischenfall in Wiesbaden

Problematisch könnten starke Winde allerdings schon für manche Tiere werden. Als Beispiele nennt der Experte frischgeborene Rehkitze oder kleine Vögel, die aktuell schon einzelne Nester gebaut haben und brüten. Apropos Rehe: Die suchen bei Unwetter Zuflucht am Waldesrand, geschützt von Bäumen. Daher kann man die Tiere auch häufig unmittelbar nach Sturm oder Regen auf Wiesen in Waldesnähe beim Fressen beobachten. Wildschweine gelten derweil als hart im Nehmen und fühlen sich laut Angaben des Nabus bei "Sauwetter" richtig wohl. Starkregen könnte jedoch für andere Tiere zum Problem werden. Denn manche Nager haben ihren Bau im Boden - der könnte überschwemmt werden.

Übrigens: Dass ein Sturm auch für Wölfe keineswegs ungefährlich ist, zeigt ein Beispiel aus Hessen: Nach einem bericht der Frankfurter Rundschau von 2017 wurde in dem Jahr in der Wiesbadener Fasanerie ein Wolf während eines Unwetters getötet - vermutlich erschlagen von einem Baum.

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