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Die Gedenkstätte Buchenwald. In Deutschland ist der 27. Januar seit 1996 offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. - © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Die Gedenkstätte Buchenwald. In Deutschland ist der 27. Januar seit 1996 offizieller Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. | © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Erinnerungskultur

Holocaust-Gedenktag: Was wir alles nicht wissen

Schwindet die Erinnerung an die NS-Zeit? So einfach ist das nicht. Forscher Michael Papendick über Unwissenheit, Angriffe von Rechts und Wohlfühlerinnerungskultur.

Angela Wiese
27.01.2021 | Stand 27.01.2021, 14:38 Uhr

Sie forschen am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld auch zur Erinnerungskultur in Deutschland. Welchen Stellenwert hat der Holocaust darin heute?
Michael
Papendick: Wir finden in unseren Studien keinen Überdruss bei der Frage nach der Auseinandersetzung mit dem NS, sondern eher, dass Menschen in Deutschland sich weiter für das Thema interessieren. Wir sehen in den Studien auch, dass sich Menschen über alle Altersgruppen hinweg weiter mit der NS-Zeit auseinandersetzen. Einschränkend würde ich daraus aber nicht ableiten, dass wir ausreichend gut über die NS-Zeit und ihre Hintergründe Bescheid wissen. Dadurch, dass das Thema so präsent ist, laufen wir vielleicht sogar Gefahr, dass wir überschätzen, wie viel wir über diese Zeit wissen und ausklammern, was wir alles nicht wissen. Eine Interessensbekundung allein reicht hier nicht aus.

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