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Vor zwei Jahren wurde auf dem Sportplatz am Schulzentrum in Hohenhausen Kunstrasen verlegt. Der darf nun liegenbleiben - © Jens Rademacher
Vor zwei Jahren wurde auf dem Sportplatz am Schulzentrum in Hohenhausen Kunstrasen verlegt. Der darf nun liegenbleiben | © Jens Rademacher

Mikroplastik Entwarnung: NRW garantiert Bestand für Kunstrasenplätze

Ein mögliches Verbot gilt nicht für bestehende Plätze. Sportvereine können aufatmen. Zumindest vorerst.

Roland Leroi
01.08.2019 | Stand 01.08.2019, 17:28 Uhr

Düsseldorf. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat in der Diskussion um ein mögliches Aus für Kunstrasenplätze wegen eines Mikroplastik-Verbots Entwarnung für den Amateurfußball gegeben. Ein Verbot von bestehenden Kunstrasenplätzen sei durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) und die Europäische Kommission nicht geplant. Das teilte die Landesregierung am Donnerstag mit. Demnach betrifft ein mögliches Verbot von Mikroplastik als Einstreugranulat in Kunstrasen nur die Zukunft und bedeutet nicht, dass bestehende Kunstrasenplätze sofort erneuert oder stillgelegt werden müssten. Vorausgegangen war ein ressortübergreifendes Fachgespräch, zu dem das für Chemikaliensicherheit zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, die für den Sport zuständige Staatskanzlei, das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz sowie das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung eingeladen hatten. Die ECHA prüft derzeit die Auswirkungen von Mikroplastik. Die Debatte um ein mögliches Verbot von Kunstrasenplätzen hatte zuletzt bei betroffenen Sportvereinen für große Verunsicherung gesorgt. "Berechtigten Interessen der Vereine wird Rechnung getragen" „Die Landesregierung unterstützt die Strategie der EU, die Verbreitung von Mikroplastik zu reduzieren, und begleitet den Prozess fachlich. Als Gesundheitsminister sehe ich aber natürlich auch die Bedeutung des Breitensports für die Gesundheit der Menschen im Land und freue mich, dass auch den berechtigten Interessen der Vereine Rechnung getragen wird", sagte Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser erklärte: „Die aktuelle Diskussion zu Kunstrasenplätzen als Eintragsquelle von Mikroplastik in die Umwelt sollte von den Verantwortlichen dafür genutzt werden, jetzt schon Maßnahmen auf den Plätzen umzusetzen, damit möglichst wenig Granulat freigesetzt wird." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte zuvor bereits einen Bestandsschutz für derzeit genutzte Spielflächen gefordert.

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