0
Die Tönnies-Zentrale in Rheda-Wiedenbrück. - © picture alliance
Die Tönnies-Zentrale in Rheda-Wiedenbrück. | © picture alliance

Bilanz Wie Tönnies seinen Rekordumsatz erwirtschaftet hat

Der Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzern setzt in 2019 mehr als sieben 
Milliarden Euro um. Wie es in Zeiten des Coronavirus weiter geht.

Jemima Wittig
06.03.2020 | Stand 09.03.2020, 10:04 Uhr

Rheda-Wiedenbrück.Der Fleischkonzern Tönnies hat im vergangenen Jahr trotz international stagnierender Schlachtzahlen von den Folgen der afrikanischen Schweinepest in China profitiert. In der Folge stieg die Nachfrage des Landes nach Fleisch aus anderen Ländern. Durch den Preisanstieg hat Tönnies 2019 erstmals mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz erzielt. Der Erlös stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, teilt der Schlachtbetrieb aus Rheda-Wiedenbrück mit. Im Vorjahr war der Umsatz des Unternehmens mit 16.500 Mitarbeitern noch gesunken.

Trotz Coronavirus noch konstante Preise

Laut Unternehmenssprecher André Vielstädte sei der Rohstoffpreis für ein Kilogramm Schweinefleisch von 1,34 Euro im Frühjahr 2019 auf inzwischen 2,02 Euro gestiegen. Der Verbraucherpreis sei zwar auch gestiegen, aber nicht in dem Maße. Derzeit seien die Preise trotz des Coronavirus und der unterbrochenen Lieferketten nach Asien noch relativ konstant. „Die Nachfrage aus Fernost ist zwar aktuell vermindert, wir produzieren deswegen aber nicht weniger", sagt Vielstädte. In Deutschland sei die Nachfrage derzeit höher.

Vielstädte rechnet zudem damit, dass auch in China die Nachfrage wieder steigen wird, da auch dort die Lebensmittelversorgung sichergestellt werden muss. Die Chinesen mussten im vergangenen Jahr die Hälfte ihre Schweinebestände keulen. „Das ist nicht innerhalb ein bis zwei Jahren aufzuholen", sagt Vielstädte. Mittelfristig rechnet er daher weiter mit einer hohen Nachfrage. So erwartet das Schlachtunternehmen auch für das laufende Jahr ein Umsatzplus.

Unterschiedliche Essgewohnheiten in Europa und China

Weltweit schlachtete das Familienunternehmen 2019 20,8 Millionen Schweine. Das ist im Vergleich zu 2018 ein nahezu unveränderter Wert. In Deutschland stieg die Schlachtzahl leicht um 0,5 Prozent auf 16,7 Millionen Schweine an. Mit 52 Prozent wird etwas mehr als die Hälfte davon exportiert.

Von etwa 220 Teilstücken von einem Schwein, würden der europäische und der deutsche Markt unterschiedliche Stücke kaufen. Während in Deutschland mageres Fleisch wie ein Filet gefragt sei, würde man in China fetter essen. Dorthin würden auch Schnauze und Ohren exportiert, die man in Deutschland höchstens in Tierfutter verwerten könnte.

Der Konzern verarbeitete zudem 2019 wie 2018 440.000 Rinder.

Mehr zum Thema

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken

Newsletter abonnieren

Wirtschaft-OWL

Mächtige Familienunternehmen, kreative Start-ups, solides Handwerk – all das zeichnet Ostwestfalen-Lippe aus. Jeden Freitagmorgen neu versorgen wir Sie in unserem Wirtschaftsnewsletter mit den wichtigsten Informationen aus unserer starken Region. Damit Sie mitreden können.