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Der Klassiker: Das Sparbuch bei der Sparkasse. - © picture alliance
Der Klassiker: Das Sparbuch bei der Sparkasse. | © picture alliance

Kommentar Prämiensparen: Wieder sollen die Kunden bluten

Eine Sparkasse kündigt die Verträge zum Prämiensparen. Was das für die Kunden bedeutet

Stefan Schelp
30.07.2019 | Stand 30.07.2019, 12:40 Uhr

Mit einer Doppelstrategie wollte EZB-Präsident Mario Draghi vor allem den südeuropäischen Ländern den Weg aus der Krise ebnen: Er kaufte Anleihen in astronomischen Mengen auf und drückte die Zinsen auf immer neue Tiefstwerte. Den Moment, die Strategie zu verändern, hat die EZB längst verpasst, stattdessen zieht die nächste Krise herauf. Und jetzt? Anleihenkauf noch einmal ausweiten? Die Niedrigzinsen nochmals herabsetzen, die Strafzinsen für Banken nochmals heraufsetzen? Wie soll das gehen? Dass die Sparer keine Zinsen mehr auf ihre Guthaben bekommen, ist bitter. Aber mit dieser Bitternis haben sich die Meisten notgedrungen abgefunden. Das Kündigen noch gutverzinster Sparverträge hat dagegen eine neue Dimension. Wieder sollen die Kunden bluten. Diesen Affront gegenüber den Sparern verkaufen uns einige Banken als Notwehr. Ob es das tatsächlich und in jedem Fall ist, lässt sich nicht verlässlich nachhalten. Weitere Banken werden folgen. Das ist ein Alarmsignal. Aber eines, das Mario Draghi nicht hören wird. Und seine Nachfolgerin Christine Lagarde ebenso wenig. Kontakt zum Autor

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