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Der hashtag "#HM19" ist auf dem Gelände der Hannover Messe zu sehen. Vom 1. bis zum 5. April dreht sich auf der Hannover Messe alles um Vernetzung, lernende Maschinen und das Internet der Dinge. - © picture alliance/dpa
Der hashtag "#HM19" ist auf dem Gelände der Hannover Messe zu sehen. Vom 1. bis zum 5. April dreht sich auf der Hannover Messe alles um Vernetzung, lernende Maschinen und das Internet der Dinge. | © picture alliance/dpa

Wirtschaft Hannover Messe startet: Fast 100 Aussteller aus OWL dabei

Am Gemeinschaftsstand stellen auch Start-ups pfiffige Innovationen vor

Andrea Frühauf
01.04.2019 | Stand 01.04.2019, 11:22 Uhr

Hannover. Das Paderborner Start-up Unchained Robotics, das drei Studenten in der Garage 33 entwickelten, demonstriert auf der Hannover Messe einen kleinen Roboter, in den sie die Technologie für autonomes Fahren einsetzten. Dank Software und Kamerasteuerung könne der Roboter in einer begrenzten Umgebung Aufgaben individuell lösen. „Wir spielen quasi Lego", erläutert Start-up-Gründer Mladen Milicevic. Der Roboter könne beispielsweise bei Starbucks einen Kaffeebecher in den Automaten stellen und auf den Knopf drücken oder auch in der Leistungselektronik in kleiner Stückzahl Leiterplatten mit Bauteilen bestücken. Das sei billiger als die manuelle Arbeit für das Smart Home. Angela Merkel hat die Hannover Messe eröffnet. Ab Montag können sich die Besucher bei der weltgrößten Industrieschau informieren. Die bis Freitag dauernde Ausstellung befasst sich mit dem neuesten Stand bei der Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsabläufen („Industrie 4.0"). Im Mittelpunkt stehen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen sowie der Mobilfunkstandard 5G, aber auch die Themen Elektromobilität und Nachhaltigkeit. Insgesamt 6.500 Aussteller aus 75 Ländern sind in Hannover vertreten. Europa muss nach Ansicht von Merkel einen Kraftakt bewältigen, um sich noch gegen China und die USA bei neuen Technologie wie Künstlicher Intelligenz durchzusetzen. "Ich bin noch nicht ausreichend sicher, ob wir die Voraussetzungen schon haben, um weltweit da wirklich mitzuspielen", sagte sie in Hannover. Pflanzen wachsen auf Stoff Auf einem kleinen Stück Stoff wächst zarte Gartenkresse. Die Wurzeln haben den Stoff durchdrungen. „Vertical Farming" nennt das vor einem halben Jahr gegründete Institut für Technische Energie-Systeme (ITES) der FH Bielefeld sein Projekt, das „den Flächen- und Wasserbedarf senken und die Erträge steigern soll, um die Bedürfnisse einer stetig wachsenden Bevölkerung zu decken", wie ITES-Leiterin Eva Schwenzfeier-Hellkamp sagt. Auch auf Balkonen könne so auf mehreren Ebenen Salat wachsen oder in der Industrie mit vertikalen Pflanzen an der Wand das Raumklima verbessert werden. Intelligente Stallleuchte für Kühe Das Institut zeigt auf der Hannover Messe auf dem OWL-Gemeinschaftsstand in Halle 16 (A04) auch eine intelligente Stallleuchte für Kühe, in die mehrere LED-Farben integriert wurden, um das Sonnenlicht in den Stall zu bringen und das Wohlbefinden der Tiere zu verbessern. Das Projekt wird von Tierverhaltensforschern begleitet. Das Forschungsprojekt „Fit2Load" unter der Leitung von Professor Jens Haubrock beschäftigt sich mit der Umstellung einer Nutzfahrzeugflotte der Bäckereikette Lechtermann-Pollmeier auf Elektromobilität. Ziel der Forschungsarbeit ist die CO2-arme Betankung der Fahrzeuge durch lokal mit eigenen Photovoltaik-Anlagen erzeugten Strom. Unter dem Motto „Industrial Intelligence" präsentieren sich auf der Hannover-Messe vom 1. bis zum 5. April rund 6.500 Aussteller aus 75 Ländern. Das Partnerland Schweden belegt mit 160 Unternehmen – darunter Ericsson, ABB und Tetrapack – unter den ausländischen Ausstellern Platz vier vor den USA. Nummer eins ist China, vor Italien und der Türkei. Schwerpunktthemen der Messe sind Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz, 5G und der Leichtbau. Auf Konferenzen thematisieren Pioniere der digitalen Industrie und andere Vordenker die Zukunft der Arbeit. Aus OWL kommen 98 (NRW: fast 600) Aussteller. Auf dem OWL-Gemeinschaftsstand stellen sich 59 Partner vor – darunter zehn Start-ups. „Home of Industrial Intelligence" lautet das diesjährige Motto des OWL-Gemeinschaftsstandes. So geben der Haushaltsgerätehersteller Miele, Dassault Systèmes und Fraunhofer IEM Einblicke in ihre Kooperation zur intelligenten Produktentwicklung (Advanced Systems Engineering). Produkte werden intelligenter „Die klassische Produktentwicklung reicht nicht mehr aus", sagt Matthias Knoke, Leiter der virtuellen Produktentwicklung bei Miele. „Wir sprechen nicht mehr von Geräten, sondern von Systemen." Produkte würden intelligenter, und die Software werde auch für die Vernetzung immer wichtiger. Von der Idee bis zur Auslieferung des neuen Produktes soll künftig alles digitalisiert sein. Dafür werde eine spezielle Plattformstrategie eingeführt. 30 bis 40 Prozent des gesamten Prozesses habe Miele bereits umgesetzt.

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