Sucht den Weg aus der Krise: Der Haller Mode-Konzern Gerry Weber AG. - © Oliver Krato
Sucht den Weg aus der Krise: Der Haller Mode-Konzern Gerry Weber AG. | © Oliver Krato

Börse Gerry Weber AG gehört zu den größten Kapitalvernichtern

Die Aktie des insolventen Haller Modeunternehmens hat im vergangenen Jahr 76 Prozent verloren. Auch weitere Textil-Unternehmen schwächeln

Frankfurt/Halle. Für die Aktionäre ist es eine Liste des Horrors. Jedes Jahr veröffentlicht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eine Liste der größten Kapitalvernichter. Zum zweiten Mal hintereinander auf Rang drei ist die inzwischen insolvente Gerry Weber International AG. Deren Kurs war angesichts immer neuer Hiobsbotschaften in den vergangenen Monaten nahezu ins Bodenlose gefallen. Derzeit liegt er gerade einmal bei 36 Cent. Laut DSW fiel der Kurs damit innerhalb eines Jahres um 76,1 Prozent, in den vergangenen fünf Jahren sogar um 92,6 Prozent. Allerdings ist Gerry Weber keineswegs der einzige ostwestfälische Modekonzern, der in der Liste auftaucht. Die Herforder Ahlers AG rangiert im Ranking der DSW auf dem 12. Platz. Der Kurs hat sich im vergangenen Jahr halbiert. In den vergangenen fünf Jahren beträgt das Kursminus 74 Prozent. Ein weiterer Konzern mit regionaler Anbindung auf der Liste ist die RTL Group. Die Bertelsmann-Tochter liegt auf Rang 30. Der Börsenkurs ist innerhlab eines Jahres um 30,4 Prozent gesunken. Im Fünf-Jahres-Vergleich ging der Kurs um 50 Prozent zurück. Angeführt wird die Negativliste vom Pharmaunternehmen Mologen mit einem Kursminus von gut 85 Prozent binnen eines Jahres. "Das Pharmaunternehmen war zwar auch in den vergangenen Jahren ständiges Mitglied der DSW-Listen, allerdings eher im unauffälligen Bereich um den Platz 30 herum", sagt Marc Tüngler, von der DSW. Ein deutlicher Kursrückgang im Dezember 2018 habe die AG an die Spitze der Schlechteste der Schlechten katapultiert. Mit Minus 96,9 Prozent im Fünf-, Minus 92,6 Prozent im Drei- und Minus 85,4 Prozent im Einjahresvergleich sei "die rote Laterne allerdings auch mehr als verdient." Auf den zweiten Platz hat es der angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff "geschafft". Der angeschlagene Möbelkonzern hat ebenfalls in allen drei Vergleichszeiträumen wie schon im Vorjahr einmal mehr katastrophal abgeschnitten. Auf dem zehnten Platz findet sich die Deutsche Bank wieder. Deren Aktienkurs ist im vergangenen Jahr um 56,1 Prozent zurückgegangen. Im Fünf-Jahres-Vergleich steht ein Minus von 76,4 Prozent zu Buche. Auch deshalb halten sich hartnäckig die Berichte über Fusions-Verhandlungen mit der Commerzbank. Letztere rangiert auf der DSW-Liste auf Rang 25

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